Kreisverwaltung Wetterau

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Feuerwehr und Wetteraukreis unterstützen THM-Lehre

Kreisbrandinspektor Lars Henrich bei seinem Vortrag in der Technischen Hochschule Mittelhessen, Campus Friedberg. Links im Bild: Valentin Gangur, Wehrführer der Feuerwehr Friedberg.

Eine engere Zusammenarbeit zwischen örtlicher Feuerwehr, Kreisverwaltung und der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM), Campus Friedberg, wurde kürzlich gestartet.

Um auch überregional junge Menschen für den Studiengang Allgemeine Elektrotechnik gewinnen zu können, bietet die THM seit drei Semestern den Studienschwerpunkt Gebäudeautomation an. Im Wintersemester 2017/18 wird deshalb die neue THM-Vorlesung „Elektrische Gebäudesicherheitstechnik“ erstmalig angeboten.

Weil für den THM-Dozenten Thomas Petrasch die enge Verbindung zwischen Theorie und Praxis große Bedeutung besitzt, hatte er den Kontakt zur Friedberger Feuerwehr gesucht. Der Friedberger Wehrführer Valentin Gangur sagte umgehend seine Unterstützung zu, weil er dadurch seine Alma Mater unterstützen könne. „Es freut mich als THM-Absolvent sehr, dass die THM das Fach Elektrische Gebäudesicherheitstechnik in das Curriculum aufgenommen hat. Der Bedarf an Ingenieuren mit Fachkenntnissen in diesem Bereich wird weiter steigen. Leider bieten in Deutschland nur wenige Hochschulen ein derartiges Studienfach an.“

Dank der schon bestehenden guten Kontakte zwischen der Friedberger Feuerwehr und dem Fachdienst „Gesundheit und Gefahrenabwehr, Rettungsdienst, Katastrophen- und Brandschutz“ war auch Kreisbrandinspektor Lars Henrich schnell für die Zusammenarbeit zu gewinnen

Ende November war es dann soweit. Schon um 8 Uhr wurde im neuen THM-Hörsaalgebäude mit einer theoretischen Einführung zur Thematik „Übertragungswege eines Brandmeldealarms“ gestartet. Kreisbrandinspektor Henrich erläuterte in seinem Vortrag, auf welche Weise ein Brandmeldealarm zu einer Leitstelle übertragen wird. Er betonte, dass aus Sicherheitsgründen stets zwei voneinander unabhängige Übertragungswege erforderlich seien. Im Wetteraukreis sind dies ein leitungsgebundener erster Übertragungsweg und eine Funkstrecke als zweiter Übertragungsweg. Aufgrund des hohen Sicherheitsstandards sei die Wahrscheinlichkeit geringer als 1:10.000, dass eine Brandalarmmeldung die Leitstelle nicht erreichen würde.

Nach dem Ende des sehr informativen Vortrags wurden die Studierenden in zwei Gruppen aufgeteilt. Während die eine Hälfte der Studierenden mit der THM-Begehung unter der Leitung von Gangur begann, führte Henrich die zweite Hälfte zur Zentralen Leitstelle des Wetteraukreises am Friedberger Europaplatz.

Die THM-Begehung bot den Studierenden interessante Einsichten. Dank der Unterstützung durch den Friedberger THM-Facility Manager Gerold Reitz öffneten sich einige ansonsten verschlossene THM-Türen. Die Studierenden sahen die in der Hochschule vorhandenen THM-Brandmeldezentralen, das hochschuleigene Notstrom-Dieselaggregat und die Kohlendioxid-Löschanlage im Gefahrstofflager. Der Friedberger Wehrführer zeigte den Studierenden außerdem die in der THM vorhandene Feuerwehr-Peripherie und erläuterte fachkompetent deren Funktion.

Um die Anschaulichkeit zu erhöhen, löste Gangur einen Probealarm aus. Während in der THM sowohl eine optische als auch eine akustische Alarmierung erfolgte, erlebten die anderen Studierenden, die sich zeitgleich auf der Zentralen Leitstelle befanden, live das Eintreffen der Alarmmeldung. Auf dem Monitor des Bedienfelds erschien die Objektbezeichnung „Technische Hochschule Mittelhessen“ und die Objektadresse „Friedberg (Hessen), Wilhelm-Leuschner-Straße 13“. Zusätzlich war eine automatisch generierte Sprachausgabe „Brandalarm“ zu hören. Sollte eine der derzeit 367 weiteren Brandmeldeanlagen im Wetteraukreis einen Brand detektieren, würde diese Brandalarmmeldung auf gleiche Weise die Diensttuenden in der Zentralen Leitstelle am Friedberger Europaplatz erreichen.

Am Ende des informativen Vormittags dankte Petrasch den beiden Referenten für ihre Unterstützung. Henrich sicherte auch für die kommenden Jahre seine Mithilfe zu, da es wichtig sei, dass Fachplaner von Brandmeldeanlagen möglichst gute Fachkenntnisse besitzen. „Die schlechte Planung einer Brandmeldeanlage macht sich bei einer brandschutztechnischen Abnahme, die ich in meiner Funktion als Kreisbrandinspektor durchführen muss, sofort bemerkbar. Langwierige Diskussionen ließen sich vermeiden, wenn bei allen Bauprojekten eine fachkompetente Planung erfolgen würde“.

veröffentlicht am: 29.12.2017

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