Kreisverwaltung Wetterau

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Hasenpest bei Feldhamstern nachgewiesen

„Bei zwei Feldhasen aus dem Raum Nidda wurde die Hasenpest nachgewiesen. Wir bitten die Wetterauerinnen und Wetterauer deshalb um besondere Vorsicht“,  rät Landrat Arnold nach einer labortechnischen Untersuchung der Kadaver durch ein Landeslabor.

Die aufgrund ihrer Symptome landläufig als Hasenpest bezeichnete Krankheit Tularämie ist ansteckend und verläuft bei freilaufenden Nagetieren sowie Kaninchen und Hasen meist tödlich.

Ausgelöst wird sie durch ein Bakterium, das durch Zecken, Läuse, Flöhe oder Stechfliegen auf die Nagetiere übertragen wird. Zwei bis drei Tage nach einer Infektion zeigen die Tiere Anzeichen von Schwäche, Apathie (bis zum Ausbleiben von Fluchtverhalten), Fieber und gesteigerte Atemfrequenz,  Lymphknoten und Milz sind vergrößert. Innerhalb von vier bis dreizehn Tagen verenden die meisten Tiere. Chronisch verlaufende Infektionen enden nach 14 bis 60 Tagen tödlich. Hunde sind gegenüber dem Erreger nach derzeitiger Erkenntnis weitgehend resistent.

Die Erkrankung kann auch auf den Menschen übertragen werden. Bis hier die ersten Symptome auftreten, vergehen in der Regel drei bis fünf Tage. Die Infektion kann über Kontakt mit infizierten Tieren oder auch über Insektenstiche (Mücken, Zecken) erfolgen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch kommt praktisch nicht vor.

Je nach Eintrittspforte des Erregers (Hautwunde, über den Mund, Einatmen von Teilchen in der Luft) kommt es zu unterschiedlichen Varianten in der Krankheitsausprägung. Eine Infektion über kleine Hautläsionen oder Insektenstiche führt zur Ausbildung von Hautknötchen in Verbindung mit Lymphknotenschwellung und Fieber. 

Ansonsten treten die eher unspezifischen Symptome einer Grippe, wie Unwohlsein, Muskelschmerzen, Lymphknotenschwellung und Fieber auf, so dass die Diagnosestellung erschwert ist. Wird der Erreger eingeatmet kann dies zu einer Lungenentzündung führen, während eine Infektion über den Verdauungstrakt eher Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall zur Folge hat. Da der Verlauf der Erkrankung beim Menschen sehr schwer und sogar lebensbedrohlich werden kann, ist eine rechtzeitige Diagnosestellung und entsprechende Antibiotikatherapie von großer Bedeutung.

Besonders gefährdet sind in diesem Zusammenhang Jäger und Waldarbeiter. In Mitteleuropa ist die Erkrankung sehr selten, in Deutschland ist sie in den letzten Jahrzehnten etwa zwei bis dreimal jährlich aufgetreten.

Um eine Infektion zu vermeiden, sind einige Schutzmaßnahmen unbedingt einzuhalten. Verdächtige Tiere sowie Tierkadaver sind mit Vorsicht zu behandeln. Beim Auflesen der Tiere sind Einmalhandschule, eine staubdichte Atemmaske sowie eine Schutzbrille zu tragen. Staubbildung sollte dabei vermieden werden. Verdächtiges Wild darf nicht verzehrt und deshalb nicht weiter zerlegt werden. Zum Verzehr gedachtes Wildbret sollte für die Dauer von zehn Minuten auf mindestens 60 Grad erhitzt werden.

Für Rückfragen stehen die Amtstierärzte/Amtstierärztinnen der hiesigen Veterinärbehörde, Dr. Rudolf Müller, Dr. Isabell Tammer, Dr. Cerstin Blaß, Dr. Veronika Ibrahim und Dr. Tanja Twardawa, zur Verfügung, Telefon: 06031/83-2401.

veröffentlicht am: 10.11.2015

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