Kreisverwaltung Wetterau

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Nachfrage nach Eiern aus Direktvermarktung normalisiert

Landwirtschaftsdezernent Jan Weckler gemeinsam mit Sabine Gönert und Helmut Keller im Hofladen Kleeblatt.

Wochenlang hatte der Skandal rund um das Insektizid Fibronil die Schlagzeiten beherrscht. Bei den Direktvermarktern der Region stieg die Nachfrage nach Eiern sprunghaft an, so auch beim Biobauernhof Domäne Konradsdorf. Mittlerweile normalisiert sich die Nachfrage aber wieder. Dies erfuhr Erster Kreisbeigeordneter und Landwirtschaftsdezernent Jan Weckler bei seinem Besuch vor Ort.

Rund zwei Wochen Wartezeit für frische Eier mussten die Kunden des Hofladens von Sabine Gönert und Tim Keller zum Höhepunkt des Skandals einplanen – wer nicht vorbestellte, ging leer aus.  

„Wir haben darauf reagiert, in dem wir zu unseren 200 Hühner 80 Hühner weitere erworben haben“, erläuterte Helmut Keller, Vater von Tim Keller und Inhaber der Domäne Konradsdorf. Mittlerweile habe sich die Nachfrage wieder normalisiert, Eier bekommen die Kundinnen und Kunden nun auch wieder ohne Vorbestellung im Hofladen oder als Selbstbedienung direkt am Hofeingang im „Eierhaus“.

„Der Fibronilskandal hat erneut gezeigt, wie wichtig regional produzierte Lebensmittel für die Verbraucherinnen und Verbraucher  inzwischen geworden sind. Die Direktvermarkter vermitteln Vertrauen, dass sonst in dieser Form kaum erreicht werden kann. Ich würde mich deshalb sehr freuen, wenn die Hofläden wie hier in Konradsdorf auch jenseits der Krise stärker frequentiert würden“, so Landwirtschaftsdezernent Jan Weckler.

Nahrungsmittelproduktion nach Biostandard

Seit 1992 pachtet Helmut Keller den Hof Domäne Konradsdorf, dessen Ursprünge bis in frühe Mittelalter zurückreichen. Von den historischen Gebäuden finden sich noch immer Spuren im Boden, die ältesten noch erhaltenen Gebäude sind über 200 Jahre alt. Das Areal steht insgesamt unter Ensemble-Schutz, einige der Gebäude unter Denkmalschutz.

Bewirtschaftet wird der Hof von der ganzen Familie, vier Familienmitglieder arbeiten Vollzeit, einige Teilzeit auf dem Hof. Unterstützung erhalten sie von zwei Angestellten, Azubis sowie Praktikanten. Angebaut und produziert wird nach BiolandStandard. Der Schwerpunkt ist die Milchviehhaltung. Dazu kommen Legehühner und Hähnchen  im Mobilstall.

Wie es sich für einen Bio-Hof gehört, sind die Kühe nicht nur im 1999 bezogenen Außenklimastall untergebracht, sondern halten sich tagsüber in den Nidderauen auf der Weide auf. Drei Personen sind nötig, die Kühe zum Melken von Weide zu holen. Die Mütterkühe und Kälber werden in einem eigenen Stall gehalten, die Bullenkälber werden verkauft. Zugefüttert werden die Tiere nur mit im Betrieb selbsthergestellten Futter, auch das Kraftfutter stellt Familie Keller selbst her.

Verkauf im eigenen Hofladen

Seit 2015 ist der Wetteraukreis Modellregion Ökolandbau, in der angestrebt wird, die Rahmenbedingungen für ökologische Landwirtschaft im Kreisgebiet zu verbessern. Der Hof von Helmut Keller ist einer der wenigen Betriebe, die schon seit langer Zeit ökologisch anbauen. „Damit hat der Hof auch einen Vorbildcharakter, mittlerweile auch in Bezug auf die Vermarktung der biologischen Produkte“, so Weckler.

Denn seit zwei Jahren führen Tim Keller und Sabine Gönert den Hofladen Kleeblatt und das daran angegliederte Galeriecafé mit Frühstücksangebot und Mittagsessen. Regelmäßig werden die Räumlichkeiten für Ausstellungen sowie Lesungen von Künstlerinnen und Künstlern aus der Region sowie für Seminare genutzt. Der Hofladen ist ein Naturkostvollsortimenter. Milch, Eier, Getreide, Rindfleisch/ -wurst und saisonales Gemüse im Hofladen stammen aus eigener Produktion. Auch Käse , der aus der Konradsdorfer  Milch in der Genossenschaftsmolkerei  Milchwerke Oberfranken West bei Coburg hergestellt wird. Den Rest liefern der Bioanbieter Phönix und weitere Biobauernhöfe der Region.

„Der historische Hof mit dem Hofladen hat schon ein ganz besonderes Ambiente. Inzwischen hat sich hier ein Treffpunkt für  Familien in Konradsdorf entwickelt, bei dem die Kinder in der Natur spielen und die Eltern einkaufen und Kaffee trinken können. Auch die nah gelegenen Schule nutzt das Angebot des Hofladens Kleeblatt gerne – insgesamt also ein echter Gewinn für die Region“, so Landwirtschaftsdezernent Jan Weckler abschließend.

veröffentlicht am: 14.11.2017

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