Kreisverwaltung Wetterau

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Verleihung Wetterauer Denkmalplakette

Gruppenbild mit Geehrten und Laudatoren.

Drei Privatpersonen und der Magistrat der Stadt Nidda wurden gestern mit der Wetterauer Denkmalplakette ausgezeichnet. „Damit wollen wir den beispielhaften und herausragenden Umgang mit denkmalgeschützter historischer Substanz würdigen“, sagte Erster Kreisbeigeordneter und Baudezernent Jan Weckler in einer Presseerklärung.

„Die ausgezeichneten Objekte sollen als positive Beispiele in der Region dienen und so einen Anreiz zur Nachahmung für andere Eigentümerinnen und Eigentümer bieten“, sagte Landrat Joachim Arnold in seiner Begrüßung. Der Landrat betonte die Bedeutung der Nutzung historischer Gebäude. „Es reicht nicht diese Gebäude hervorragend herrichten, sondern diese Gebäude müssen auch genutzt werden. Ein Denkmal ohne Nutzung ist ein Denkmal, das wenig Zukunft hat.“

Die Denkmalplakette des Wetteraukreises wird in Abständen von drei bis vier Jahren verliehen. Der Denkmalbeirat sammelt Vorschläge, bewertet diese und entwickelt in Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde und dem Landesamt für Denkmalpflege einen Vorschlag zur Beschlussfassung im Kreisausschuss.

Mit der Verleihung der Denkmalplakette ist kein Geldpreis verbunden. Neben der Plakette aus Bronze werden eine Urkunde und ein kleines Anerkennungspräsent für die Bauherrschaft vergeben.

In diesem Jahr waren es vier Objekte, die besonders gewürdigt wurden:

  1. Das Wohnhaus in der Bahnhofstraße 6, in Echzell ist ein barocker Fachwerkbau aus dem späten 17. Jahrhundert. Die Eigentümerfamilie hat die gesamte Hofreite vor einigen Jahren erworben und das Wohnhaus mit viel Energie und Einfühlsamkeit für den historischen Bestand saniert. "Für das Straßenbild von Echzell wie auch für das Gebäude selbst war das Engagement der Eigentümerfamilie ein Glücksfall“, heißt es in der Begründung des Denkmalbeirates.
  2. Das zweite Objekt steht in der Gustav-Kayser-Straße 6, in Bad Nauheim. Die Villa reiht sich in die freistehende Wohnhausbebauung der Gustav-Kayser-Straße ein. Historische Villen, Architektur und mehr am Jugendstil angelehnter Landhausbau stehen im Wechsel nebeneinander. Viele Einzelgebäude sind baukünstlerisch herausragend und auch als einzelnes Kulturdenkmal ausgewiesen. Das Wohnhaus Nr. 6 fiel lange Zeit negativ als Störung im historischen Erscheinungsbild der Straße auf. Vor allem in den 60er bis 80er Jahren wurden viele Veränderungen vorgenommen, bis das Gebäude vor fünf Jahren von der jetzigen Eigentümerfamilie übernommen wurde. Auf der Grundlage einer historischen Ansicht und der verbliebenen historischen Versatzstücke wurde die Fassade wieder rekonstruiert. Jetzt fügt sich das Gebäude wieder nahtlos in das historische Erscheinungsbild der Straße ein.
  3. In Butzbach ist es das Gebäude am Kirchplatz 4, dessen Besitzer mit der Denkmalplakette des Wetteraukreises ausgezeichnet werden. Zum Hessentag 2007 wurde das Gebäude als „Schandfleck“ mit einer Plane verdeckt. 2010 hat der jetzige Eigentümer das Gebäude aus dem späten 17. Jahrhundert erworben. Bei der Sanierung galt es, der über 300-jährigen Geschichte des Hauses gerecht zu werden. In der Begründung des Denkmalbeirates heißt es: „Das Spannungsfeld zwischen den ursprünglich unterschiedlichen Nutzungen von Scheune, Stall und Wohnen unter einem Dach wurde aufgegriffen und für die jeweiligen Nutzungen charakteristischen Merkmale bewahrt sowie entsprechend neu und adäquat interpretiert. Mit dem Engagement für das Gebäude hat der Eigentümer mit dem Kulturdenkmal Einhaus nicht nur ein Teil der Butzbacher Geschichte gerettet, sondern auch ein gelungenes Beispiel für den Umgang mit historischen Objekten gegeben.“
  4. Das vierte Objekt, das mit der Denkmalplakette des Wetteraukreises ausgezeichnet wird, ist der Johanniterturm in Nidda. Der im Jahre 1491 erbaute Turm ist das markante Wahrzeichen Niddas und die Keimzelle der Entstehung der Stadt. Mit seinem Glockengeläut begleitet er bis heute den Tagesablauf der Niddaer Bürger. Vor einigen Jahren wurden bei einer Untersuchung des Dachstuhls erhebliche Schäden und dringender Handlungsbedarf festgestellt. Auch das Mauerwerk und die Sandsteinelemente des Turmes bedurften dringend der Sanierung. Die Stadt Nidda hat sich trotz ihrer schwierigen Haushaltslage dazu entschlossen, den Turm nicht nur zu sichern, sondern seiner Bedeutung für die Stadtgeschichte gemäß eine grundlegende Sanierung durchzuführen. 2011/2012 wurde mit der Sanierung begonnen. Gerade die Instandsetzung des Daches mit dem Dachstuhl war enorm aufwändig und schwierig. Bei der Fassadensanierung wurde durch einen qualifizierten Restaurator die historische Substanz gesichert und fachgerecht ergänzt.  „Der Wetteraukreis“, so Baudezernent Weckler, „hat die Maßnahme mit einem Zuschuss von insgesamt 10.000 Euro unterstützt.“ Mit der Sanierung des Johanniterturmes wurde eines der Identifikationsobjekte Niddas und ein bedeutendes bauliches Zeugnis der Wetterau in enger Abstimmung mit den Denkmalbehörden für die kommenden Generationen bewahrt.
veröffentlicht am: 14.11.2017

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