Radtour in den Morgen mit Landrat Joachim Arnold und Kreislandwirt Herwig Marloff

Radtour in den Morgen mit Landrat Joachim Arnold und Kreislandwirt Herwig Marloff

Radtour in den Morgen mit Landrat Joachim Arnold und Kreislandwirt Herwig Marloff


"Unsere herrliche Landschaft entfaltet am frühen Morgen ganz besondere Reize", fasst Landrat Joachim Arnold seine Eindrücke der "Radtour in den Morgen" zusammen. Die Idee hierzu stammte von Kreislandwirt Herwig Marloff. "Mein Beruf bringt es mit sich, dass ich regelmäßig im Morgengrauen auf den Beinen bin und jetzt, wo die Tage am längsten sind, gibt es in den Morgenstunden besonders viel zu sehen und zu hören", so der Reichelsheimer, dessen Hof schon seit mehreren Generation von seiner Familie geführt wird.

Morgen-Radler am Wölfersheimer See

Morgen-Radler am Wölfersheimer See

Rund 30 Mitbürgerinnen und Mitbürger aus der Wetterau, darunter der Vorsitzende des Vorstandes der Sparkasse Oberhessen, Günter Sedlak, waren der Einladung gefolgt. So mancher konnte schon von besonderen Naturerlebnissen bei der Fahrt zum Treffpunkt am Reichelsheimer Festplatz berichten.  

Der rund 20 Kilometer lange Aufbruch in den Morgen führte über die leergefegten Reichelsheimer Straßen entlang den Bahngleisen zum Bingenheimer Ried. Dieses gut 85 Hektar große Naturschutzgebiet in der Horloffaue ist ein Eldorado für Vogelfreunde. Durch den Anstau von Gräben wurde ermöglicht, dass das Gebiet auch in trockenen Klimaphasen ausreichend feucht ist. Seit 1993 brüten dort wieder regelmäßig Weißstörche. Aber auch Rallen, das sind Kranichvögel, und verschiedene Entenarten bevölkern das Ried. Insbesondere während des Vogelzugs zeigt sich das Bingenheimer Ried als ideales Durchzugs- und Rastgebiet für Tausende von Zugvögeln und Wintergästen.  

Weiter über Echzell nach Wölfersheim erläuterte Kreislandwirt Herwig Marloff an ausgewählten Punkten über die Entwicklung der Landwirtschaft in der mittleren Wetterau, dem wohl ältesten Anbaugebiet Europas.  

Über das neu geschaffene Naherholungsgebiet im die ehemaligen Tagebauflächen in Wölfersheim konnte Landrat Joachim Arnold ausführlich berichten. "Es ist das Kernstück der Wetterauer Seenplatte, die wir als Projekt des Regionalparks Rhein Main touristisch erschließen wollen. Insbesondere jüngere Menschen und Neubürger können sich kaum vorstellen, dass hier, zwischen Taunus und Vogelsberg, fast 200 Jahre lang Braunkohle abgebaut wurde. Ohne die informativen Hinweisschilder könnte man kaum ahnen, dass die "Wetterauer Seenplatte" ein von Menschenhand geschaffenes Paradies für Vögel und Amphibien ist, so Arnold, der ankündigte, dass am kommenden Wochenende der Rundweg um den See offiziell eröffnet wird.  

Zur Seenplatte gehört auch das Naturschutzgebiet "Teufelsee und Pfaffensee" zwischen Wölfersheim und Heuchelheim. Noch 1989 wurde hier mit riesigen Schaufelradbaggern Braunkohle abgebaut. Heute sind die ehemaligen Gruben mit Wasser gefüllt, mehr als sechs Meter sind es bereits, und erst ab rund neun Meter wird das Wasser über einen Überlauf in das Bingenheimer Ried abfließen. Betreten werden kann das Gebiet mit insgesamt drei Wasserzonen, die von oben betrachtet der Form eines Schmetterlings ähneln, nicht. Es ist vollständig eingezäunt. Allerdings kann man die zahlreichen Vogel- und Insektenarten von drei bewusst platzierten Aussichtstürmen beobachten. "Es ist wichtig für die Akzeptanz, dass man auf diese Weise mehr erlebt und erfährt, als wenn man das Gelände durchstreift", weiß der Landrat. Dennoch muss auch er zur Kenntnis nehmen, dass immer mehr Menschen, sich über die Verbote hinwegsetzen, um einen bestimmten Vogel zu fotografieren oder dessen Geräusche aufzunehmen.  

Nach gut zweieinhalb Stunden fand die gelungene Radpartie zur Morgenstunde im Hof von Herwig Marloff ein geselliges Ende. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer labten sich an frischer Milch und gegrillten Würstchen. Alle waren sich einig: "Wir haben wieder viel Neues über unsere Heimat erfahren und nebenbei die Wetterau mit allen Sinnen erfahren"


Erstellt am: 2010-06-30