Übergang von der Schule in die Ausbildung soll reibungslos funktionieren
Übergang von der Schule in die Ausbildung soll reibungslos funktionieren
Nicht für jeden jungen Menschen ist der Übergang von der Schule in den Beruf leicht. Damit dieser Übergang gelingt und junge Menschen möglichst passgenau und zügig in eine berufliche Ausbildung vermittelt werden können, gibt es die hessenweite Strategie "OloV": "Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit bei der Schaffung und Besetzung von Ausbildungsplätzen in Hessen".
"Vereinfacht ausgedrückt geht es darum, dafür zu sorgen, dass alle, die an der Schnittstelle von Schule und Ausbildungsplatz reibungslos zusammenarbeiten und kein Sand im Getriebe stört", bringt Erster Kreisbeigeordneter und Jugenddezernent Oswin Veith das Anliegen von OloV auf den Punkt. OloV wolle keine neuen Maßnahmen umsetzen, sondern dafür sorgen, dass die bereits bestehenden besser und reibungsloser greifen, so der Dezernent weiter. OloV setzt deshalb bei denjenigen Akteuren an, die Jugendliche bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz begleiten.
Um diese Strategie auf eine möglichst breite Basis zu stellen, wird sie von allen Partnern des so genannten Hessischen Ausbildungspaktes getragen. Zu diesem gehören unter anderem die Handwerkskammern, die Unternehmerverbände, die Bundesagentur für Arbeit, der Städtetag, der Städte- und Gemeindebund und der Hessische Landkreistag. Gefördert wird er von der Hessischen Landesregierung aus Mitteln des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, des Hessischen Kultusministeriums und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Alle hessischen Landkreise, kreisfreien und Sonderstatusstädte sind darin mit regionalen Steuerungsgruppen vertreten. In der Wetterauer Gruppe sind der Wetteraukreis mit der Fachstelle Jugendarbeit, das Staatliche Schulamt, die Kreishandwerkerschaft, die IHK, die JobKOMM und die Agentur für Arbeit vertreten. Ansprechpartner sind Peter Walter vom Staatlichen Schulamt und Charlotte Grell, Fachstelle Jugendarbeit.
OloV wurde vom Offenbacher Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik INBAS konzipiert und war zunächst ein gemeinsames Projekt aller Partner des hessischen Paktes für Ausbildung. Ende 2008 wurde daraus eine landesweite Strategie. Standards für die lokale Vermittlungsarbeit wurden entwickelt, die seit März 2008 nun in den hessischen Regionen erprobt und umgesetzt werden. Veith weist darauf hin, dass diese Standards so formuliert sind, dass sie auch an die jeweiligen regionalen Gegebenheiten angepasst werden können. "Wenn die strukturellen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einer Region berücksichtigt werden, kann es uns auch gelingen, Jugendliche wirkungsvoll beim Übergang von der Schule in den Beruf zu begleiten."
Standards für den Übergang von der Schule in den Beruf
Drei Themenbereiche stehen im Blickpunkt: Berufsorientierung mit Förderung der Ausbildungsreife, Akquise von Ausbildungs- und Praktikumsplätzen, Vermittlung von Jugendlichen in Ausbildung. Für sie wurden 25 Qualitätsstandards und Empfehlungen entwickelt: Dazu gehört zum Bespiel, dass jede Schule mindestens eine Person als Koordinatorin oder Koordinator für den Bereich Berufsorientierung benennt; um sicher zu gehen, dass ein Schüler oder eine Schülerin auch wirklich die nötige Ausbildungsreife besitzt, sollen die personalen, methodischen und sozialen Kompetenzen festgestellt und dokumentiert werden; ab der 7. Klasse soll für alle Schülerinnen und Schüler jährlich mindestens eine regionale Berufsorientierungsveranstaltung angeboten werden; Jugendliche sollen nur in Praktikumsbetriebe vermittelt werden, die Mindestanforderungen erfüllen; fehlen Ausbildungsreife oder Berufseignung, werden Fördermaßnahmen vorgeschlagen; in die Ausbildung von Lehrkräften sollen Inhalte aus der Arbeitswelt einbezogen werden. Dies sind nur einige Beispiele. Das Projekt OloV läuft noch bis Herbst 2013, "dann sollen sich die erarbeiteten Strukturen verstetigen und in der Praxis bewähren", erwartet Veith.




