Landrat Arnold: Ehemaliger Steinbruch bietet große Chancen für Ortenberg
Landrat Arnold: Ehemaliger Steinbruch bietet große Chancen für Ortenberg
Der Vogelsberg als Vulkangebirge hat dafür gesorgt, dass vielerorts in der Wetterau seit jeher Steine gebrochen und vermarktet werden. Gerade stillgelegte Steinbrüche wie der am Gaulsberg in Ortenberg bieten eine hervorragende Gelegenheit, die touristische Entwicklung in Ortenberg mit der Entwicklung eines Geotops weiter voranzubringen", formuliert Landrat Joachim Arnold seine Einwendungen gegen eine Entscheidung des Regierungspräsidiums Darmstadt, die genau diese Interessen nicht berücksichtigt hat.
Landrat Joachim Arnold
Die Darmstädter Landesbehörde hatte festzulegen, wie der stillgelegte Steinbruch im Rahmen eines Abschlussbetriebsplanes zurückgebaut wird. "Dabei hat man die eingehende Stellungnahme des Wetteraukreises, die auch die Interessen der Stadt Ortenberg mit einbezogen hatte, nicht gewürdigt. Daher habe ich die zuständige Fachabteilung beim Regierungspräsidium unmittelbar aufgefordert, ihre Genehmigung zu überarbeiten und abzuändern", erläuterte der Landrat sein mit Bürgermeisterin Ulrike Pfeiffer-Pantring abgestimmtes Handeln.
Ziel von Arnold und Pfeiffer-Pantring ist es, die Stadt Ortenberg als Teil der Leader - Region Oberhessen touristisch weiter zu entwickeln. Die mit beträchtlicher finanzieller Unterstützung des Landes Hessen erstellte Entwicklungskonzeption "Vulkan Vogelsberg", die im Auftrag der Kreise Wetterau und Vogelsberg erarbeitet wurde, sieht die touristische Bereicherung der Region mit ihren zahlreichen Geotopen zu einem Geopark vor.
Konkret soll am Gaulsberg in Ortenberg die geologische Vergangenheit und die geologischen Besonderheiten der Region als touristische Entwicklungsachse sichtbar zu machen.
"Wir brauchen eine Konzeption mit der die vulkanische Entstehungsgeschichte aufgezeigt und deutlich gemacht wird, wie die Zeugen und Hinterlassenschaften des Vulkans aus den Bereichen Landschaft, Geologie, Architektur, Kultur; Fauna und Flora, Industriegeschichte, Handwerk und Brauchtum miteinander verbunden werden. Im Ortenberger Steinbruch wurde, vor allem für den Straßenbau Basalt abgebaut. Dazu wurden Basalte aus der Erdgeschichte von vor 16 bis 17 Millionen Jahren aufgeschlossen. Auf sechs Sohlen übereinander türmen sich für Geologen höchst interessante Steinformationen. Dieser Krater ist ein Schaufenster in die Entstehungsgeschichte der Erde. Der Bergbau hat aber auch Spuren in der Sozial- und Wirtschaftstruktur hinterlassen, die es auszugleichen gilt", so Pfeiffer-Pantring.
Zudem ist das Gelände über Wander- und Radwege mit der herausragenden Flusslandschaft im mittleren Niddertal zwischen Ortenberg und Glauburg verbunden. Dieses Gebiet ist Bestandteil des EU-Schutzgebietsystems Natura 2000.
Hier gibt es bereits eine modellhafte Besucherlenkung, die auch als überregional bedeutsames Angebot für den Ferntourismus angesehen wird. Die verkehrliche Erschließung erfolgt über die unmittelbar angrenzende B 275. Die Autobahnauffahrten Altenstadt und Florstadt der A 45 sind innerhalb von ca. fünfzehn Minuten zu erreichen, womit eine gute Erreichbarkeit aus dem Kern der Rhein-Main-Region einhergeht.
"Durch den Bescheid in der jetzigen Form werden die geplanten touristischen Erschließungen seitens der Stadt Ortenberg nachhaltig verhindert. Daher fordere ich eine Korrektur, die die Interessen von Stadt Ortenberg und der gesamten Wetterau berücksichtigt", so Landrat Arnold abschließend.




