Schullandschaft Wetterau – Ganztagsangebot wird ausgebaut
Schullandschaft Wetterau – Ganztagsangebot wird ausgebaut
46 Wetterauer Schulen nehmen am Ganztagsprogramm des Landes teil, fünf davon seit Beginn des neuen Schuljahres. Im kommenden Jahr sollen es sechs weitere Schulen sein. Vorausgesetzt, der Kreistag folgt dem Vorschlag des Kreisausschusses und das Hessische Kultusministerium stimmt dem Antrag zu.
88 Schulen gibt es im Wetteraukreis. Mit Ausnahme der fünf Berufsschulen und des Oberstufengymnasiums an der Friedberger Burg können alle Schulen am Ganztagsangebot teilnehmen. Voraussetzung dafür ist allerdings die Aufnahme durch das Hessische Kultusministerium und eine entsprechende Lehrerzuweisung.
In diesem Jahr kamen die Johanniterschule Münzenberg-Gambach, die Wintersteinschule in Ober-Mörlen, die Kapersburgschule in Rosbach, die Keltenbergschule in Glauburg und die Laisbachschule in Ranstadt dazu. Im kommenden Jahr sollen es sechs Schulen werden: die Frauenwaldschule in Nieder-Mörlen, die Helmut-von-Bracken-Schule in Friedberg, die Grundschule Friedberg-Fauerbach, die Grundschule Friedberg-Ockstadt, die Selzerbachschule in Klein-Karben und die Stadtschule Büdingen. Für sechs weitere Schulen soll eine Erweiterung des bestehenden Angebotes beantragt werden. "Insgesamt stellt des Hessische Kultusministerium sechs zusätzliche Lehrerstellen im kommenden Schuljahr zur Verfügung, das entspricht dem, was in den vergangen Jahren auch genehmigt wurde", erläutert Erster Kreisbeigeordneter und Schuldezernent Helmut Betschel-Pflügel.
Schulen mit Ganztagsangeboten können sich je nach Konzept auf drei, vier oder fünf Tage oder auf verschiedene Jahrgänge beziehen. Welches konkrete Ganztagsprofil die Schule bevorzugt, wird von der Schulgemeinde entschieden. Ein entsprechendes Konzept wird vom Staatlichen Schulamt geprüft und mit Stellungnahme an den Kreis als Schulträger weitergeleitet. Der wiederum stellt über den Kreistag einen entsprechenden Antrag beim Hessischen Kultusministerium. Von dort gibt es dann die entsprechenden Zuweisungen von Lehrerstellen.
Das Land unterscheidet drei Profile
Profil 1 deckt an mindestens drei Tagen ein Angebot von sieben Zeitstunden zwischen 7.30 und 14.30 Uhr ab.
Im Profil 2 bieten die Schulen an fünf Tagen ein Angebot von 7.30 bis 16 oder 17 Uhr an. Ein Mittagessen ist an allen Tagen mit Ganztagsbetrieb in Kooperation mit dem Schulträger anzubieten.
Im Profil 1 und 2 ist die Teilnahme an den Ganztagsangeboten für die Schülerinnen und Schüler freiwillig. Das ändert sich im Profil 3, das sind Ganztagsschulen, die an fünf Tagen Betreuung, Unterricht und verpflichtende Angebote in der Zeit von 7.30 bis 16 oder 17 Uhr anbieten. Die Angebote sind für alle Schülerinnen und Schüler oder für einen definierten Teil der Schülerschaft dann vollständig oder teilweise verpflichtend. Entscheidend sind hier die Beschlüsse der Schulkonferenz.
Merkmale von Ganztagsschulen sind der "sinnvolle Wechsel von Phasen der An- und Entspannung sowie einer ganzheitlichen Förderung entsprechend der Altersgruppe, orientiert am biologischen Rhythmus der Kinder und Jugendlichen", heißt es in der Richtlinie für ganztägig arbeitende Schulen in Hessen.
Voraussetzung für die Ganztagsschulen sind neben einem warmen Mittagessen eine Hausaufgabenbetreuung, Ruhe-, Still-, Arbeits- und Aufenthaltsräume, altersgemäße Spiel-, Sport- und Bewegungsmöglichkeiten und Förderunterricht. Der Schulträger hingegen muss die entsprechenden Voraussetzungen für die Ganztagschulen schaffen. Dazu gehört ein Speiseraum mit zugehöriger Vorbereitungsküche, eine Cafeteria als Begegnungsbereich gegebenenfalls in Kombination mit dem Speiseraum, ein Freizeitbereich, eine Schulbibliothek und Räume für Hausaufgabenhilfe. "Nicht immer muss alles neu gebaut werden, manche Räume können auch mehrfach genutzt werden", erläutert Schuldezernent Betschel-Pflügel.
Wahlfreiheit der Schulen
Die Schulen können wählen, ob sie die zugewiesenen Lehrerstellen nehmen oder mit eigenen vom Staatlichen Schulamt genehmigten Konzepten die geforderten Angebote umsetzen. Je Lehrerstelle werden dafür 46.000 Euro vom Kultusministerium ausgezahlt.
Betschel-Pflügel wünscht sich schnellere Umsetzung
Schuldezernent Helmut Betschel-Pflügel freut sich, dass mit den neuen Anträgen hoffentlich im kommenden Jahr 52 Schulen im Ganztagsprogramm aufgenommen sind: "Ich würde mir aber wünschen, wenn die Stellen- und Mittelzuweisungen vom Land etwas schneller vonstatten gingen. Dann könnte die Versorgung aller Schülerinnen und Schüler noch schneller geregelt werden."
Bildungsexperten favorisieren verpflichtende Ganztagsangebote. Sie würden die besten Rahmenbedingen liefern, um jedes Kind individuell zu fördern. Bis das Profil 3 von allen Schulen realisiert werden kann, dürfte noch einiges Wasser die Nidda hinunterfließen. Um dieses Profil zu erreichen, ist nämlich je nach Schulform eine Lehrerversorgung von 120 bis 130 Prozent gefordert. "Das wird beim aktuellen Tempo der Lehrerzuweisung noch viele Jahre in Anspruch nehmen", so Erster Kreisbeigeordneter Betschel-Pflügel.




