Schuldezernent Betschel-Pflügel legt Energiebericht vor

Schuldezernent Betschel-Pflügel legt Energiebericht vor

Schuldezernent Betschel-Pflügel legt Energiebericht vor


Schuldezernent Helmut Betschel-Pflügel hat den mittlerweile sechsten Energiebericht dem Umweltausschuss zur Beratung vorgelegt. Erfreulich ist, dass in den kreiseigenen Liegenschaften - Schulen und Verwaltungsgebäuden - der durchschnittliche Verbrauch pro Quadratmeter weiter sinkt. In der Langzeitbetrachtung werden die Erfolge besonders deutlich. Zwischen 1987 und 2011 ging der Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid um mehr als 70 Prozent zurück.


Helmut Betschel-Pflügel und der Klimaschutzbeauftragte Jens Dölling.

Auch die Erneuerung der fast 60 Jahre alten Fenster im Friedberger Kreishaus hat zur Einsparung von Energie beigetragen. Erster Kreisbeigeordneter Helmut Betschel-Pflügel und der Klimaschutzbeauftragte der Kreisverwaltung, Jens Dölling.

Um die Daten der Energieberichte vergleichbar zu machen, zieht Jens Dölling vom Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft die "Gradtagzahlen" für das Jahr 1987 heran. Die Gradtagzahl ist die Summe aus den Differenzen einer angenommenen Rauminnentemperatur von 20 Grad Celsius und dem jeweiligen Tagesmittelwert der Außentemperatur über alle Tage zwischen dem 1. September und dem 31. Mai. Es wird also für die Berechung so getan, als hätten die gleichen Temperaturen geherrscht wie im Vergleichsjahr.

Diese Berechung ermöglicht witterungsbereinigte Zahlen, die die Vergleichbarkeit erleichtern. Mit anderen Worten: Die Zahlen, die Jens Dölling für den Verbrauch des Jahres 2011 heranzieht, berücksichtigen nicht den relativ milden Winter, sondern ermitteln die Zahlen, die es bei einem Temperaturverlauf analog des Jahres 1987 gegeben hätte. "Mit dieser Methode können wir eine Vergleichbarkeit zwischen den einzelnen Jahren herstellen und genau messen, wie effizient die Maßnahmen zur Energieeinsparung wirken", so der Wirtschaftsingenieur, der auch Klimaschutzbeauftragter der Kreisverwaltung ist.

So wird für das Verbrauchsjahr 2006 statt der tatsächlich bezogenen Wärmeenergien die witterungsbereinigte Zahl von 48,3 Millionen Kilowattstunden in Bezug auf das Jahr 1987 herangezogen. Im vergleichsweise milden Jahr 2011 wurde tatsächlich Wärmeenergie in einem Umfang von 36, 5 Millionen Kilowattstunden bezogen, der theoretische Wert wurde aber auf 47,9 Millionen Kilowattstunden in Bezug auf das Jahr 1987 hochgerechnet. Das wäre der Wärmebedarf gewesen, hätten die gleichen Temperaturverhältnisse wie 1987 geherrscht.

Dass der Energieverbrauch in den vergangenen fünf Jahren nur so wenig gesunken ist, hat mit gleich zwei Faktoren zu tun: Zum einen wuchs die Fläche der Wetterauer Schulen zwischen 2006 und 2011 von 343.000 Quadratmeter um rund 31.000 Quadratmeter auf 374.000 Quadratmeter. Dazu gab es im Schuljahr 2005/2006 14 Ganztagsschulangebote. Im laufenden Schuljahr sind es bereits 46, davon sind 23 im Grundschulbereich. Diese Schulen nutzen auch an den Nachmittagen Energie.

Weniger Öl – mehr Holz

Bei den verwendeten Energiearten gab es auch gravierende Veränderungen. Während die Energienutzung von Öl und Gas deutlich zurückgefahren wurde, stieg die Verwendung von Holz als Energieträger um 20 Prozent. Leicht rückläufig war der Stromverbrauch von 7.916 Megawattstunden auf 7.822 Megawattstunden bei gleichzeitig um rund fünf Prozent gestiegenen Kosten.

Deutlich stärker rückläufig war der Verbrauch an Trinkwasser, er sank um knapp sechs Prozent auf 55.000 Kubikmeter. Deutlich bei alledem wurde das Phänomen, das jeder Haushalt kennt: Die engagierten Sparbemühungen reichen allenfalls, um die Kostensteigerungen aufzufangen. "Genauso wichtig ist mir allerdings auch die Reduzierung des Treibhausgases Kohlendioxid. Hier haben wir seit 1987 beachtliche Erfolge erzielen können. Wohlgemerkt immer vor dem Hintergrund, dass die Schulflächen auch noch in den letzten Jahren erheblich ausgeweitet wurden", unterstreicht Schuldezernent Betschel-Pflügel.

70 Prozent weniger Kohlendioxid

1987 betrug der Kohlendioxid-Ausstoß der kreiseigenen Gebäude 18.660 Tonnen. Im vergangenen Jahr belief sich dieser Wert auf 5.340 Tonnen. "Das entspricht einer Reduzierung um 71 Prozent und hat auch mit energiefreundlicheren Energieträgern zu tun, die wir vermehrt verwenden. Knapp die Hälfte der Heizenergie wurde im vergangenen Jahr durch den umweltfreundlichen Energieträger Erdgas erbracht. 18,5 Prozent entfielen auf die Erzeugung durch Öl und fast 33 Prozent Deckungsanteil erbrachte Holz als Kohlendioxid-neutraler Energieträger", erläutert Schuldezernent Betschel-Pflügel.

Der rund 130 Seiten umfassende Energiebericht listet alle Verbrauchszahlen für Wärme, Strom und Wasser für alle Schulen und die Verwaltungsgebäude im Wetteraukreis für die Jahre 2006 bis 2011 auf. Auch hier gibt es gravierende Unterschiede, etwa bei den Grundschulen. Der Wärmeverbrauch pro Quadratmeter lag im Jahre 2010 in der Grundschule Altenstadt-Lindheim bei knapp 68 Kilowattstunden, in der Schule am Niedertor in Wenings war es mehr als das Dreifache. Das liegt freilich nicht an den schlechten Angewohnheiten der Weningser Schüler, sondern mehr an den ungünstigen baulichen Bedingungen.

Daran müsse in den nächsten Jahren noch intensiv gearbeitet werden, um vor allem die großen Energieverbraucher in den Griff zu bekommen, so der Schuldezernent: "Höchste Priorität haben dabei große Schulen mit hohem Verbrauch. Hier sind die Investitionen am lohnendsten und die Einsparmöglichkeiten am höchsten."


Erstellt am: 2012-10-02