Galerie im Kreishaus: Carl Pinsel präsentiert die Wetterau ganz ungewohnt
Galerie im Kreishaus: Carl Pinsel präsentiert die Wetterau ganz ungewohnt
Am Donnerstag, 4. Oktober, beginnt in der Galerie im Friedberger Kreishaus eine ungewöhnliche Ausstellung. Carl Pinsel präsentiert auf rund 25 großformatigen Panoramabilder einen ungewohnten Blick auf die Wetterau. Landrat Joachim Arnold eröffnet die Ausstellung, Beginn der Vernissage ist um 19 Uhr.
Die meisten Bilder von Carl Pinsel entstanden in und um Lindheim.
"Wetterau 365", so hat Pinsel die Ausstellung bezeichnet und das trifft die Auswahl der Bilder auch recht gut. Gezeigt werden Bilder aus der gesamten Wetterau, vor allem aus der Gegend um Pinsels Heimatdorf Lindheim, zu allen Jahreszeiten.
Der Weg von Carl Pinsel zur künstlerischen Fotografie war weit. Schon früh fiel seine künstlerische Begabung auf, aber zunächst einmal musste er in die Tradition der Eltern treten. Carl Pinsel ist gelernter Landwirtschaftsmeister, später ließ er sich zum Mediengestalter ausbilden.
Der eigentliche Durchbruch kam aber erst später. "Ich habe ein Managementseminar besucht. Der Leiter war selbst künstlerisch ambitioniert und er riet mir: ‚Wenn Du von etwas träumst, musst Du daran arbeiten, damit Du Deinen Traum nicht verlierst.’" Das hat sich Carl Pinsel zu Herzen genommen. 40 Hektar Ackerbau betreibt er halbtags, aber stets mit dem besonderen Blick des Künstlers: "Der Bauer eignet sich eine besondere Art des Sehens an. Das hilft mir bei meinen Bildern."
Diese Bilder hat Carl Pinsel längst im Kopf bevor er sie auf sein Objektiv bekommt. Seine genaue Ortskenntnis der Wetterau sagt ihm, wo er das Motiv findet, das in seinem Kopf schwirrt. Auf die Frage, wo die Wetterau am schönsten sei, antwortet er spontan: "Daheim!" So sind denn die meisten Bilder in und um Lindheim entstanden. Der Glauberg ist zu sehen und am Horizont zeichnen sich die Hügel von Taunus oder Vogelsberg ab.
Wolken und Nebel sind auf den Bildern zu sehen, die Carl Pinsel aufwändig am PC bearbeitet hat. "Um diese Kontraste herauszuarbeiten, habe ich bis zu 40 Aufnahmen über- und aneinander gelegt", sagt Pinsel. Manche Bilder wirken fast unwirklich: Nebel und dennoch gestochen scharf, andere sehen aus wie gemalt.
Harmonische, schöne Farben – Bilder der Ruhe
Die Bilder sind das, was man schlichtweg einfach nur schön nennt. Harmonische, schöne Farben – Bilder der Ruhe, die sich aber nicht mit einem Blick einfangen lassen. Ein gutes Beispiel ist das Winterbild des Glaubergs. Der erste Blick zeigt ein einsames Wanderpaar in der Winterlandschaft. Am Horizont tauchen plötzlich die Hügel um den Glauberg auf und in der Mitte des Bildes steigt aus dem Nebel Heegheim auf. Man möchte nicht glauben, dass es dieses Bild wirklich gibt und obwohl Carl Pinsel hervorragend die Techniken der digitalen Fotografie beherrscht: Manipuliert sind die Bilder nicht.
Der Abstand, den die Galerie im Kreishaus zu den Bildern ermöglicht, vergrößert den Reiz der Bilder, die dann eine Vielzahl von Details offenbaren, wenn man ihnen näher kommt.
30 Panoramabilder, die meisten im Format von 150 x 50 cm, sind noch bis zum Jahresende in der Galerie im Kreishaus zu sehen. Ganz ungewohnte Ansichten, Perspektiven und Farben, die einen immer wieder ins Grübeln kommen lassen, wo man sich befindet. Man glaubt die Steppe Patagoniens zu sehen und ist doch überrascht, dass das Bild zwischen Staden und Ober-Florstadt entstanden ist.
Die Galerie im Kreishaus ist montags bis mittwochs, von 7.30 bis 17 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr und freitags bis 14 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.




