In der Wetterau werden mehr Krippenplätze gebraucht

In der Wetterau werden mehr Krippenplätze gebraucht

In der Wetterau werden mehr Krippenplätze gebraucht


Um dem Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für Kinder ab dem ersten Lebensjahr sicher zu stellen müssen in der Wetterau mehr Plätze als ursprünglich vom Gesetzgeber geplant geschaffen werden. "Wir gehen von einem Bedarf von 300 zusätzlichen Plätzen aus", sagt Erster Kreisbeigeordneter Helmut Betschel-Pflügel.

Der vom Bundestag beschlossene Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für Kinder ab dem ersten vollendeten Lebensjahr wird nach den Vorgaben des Krippengipfels 2007 dann erreicht, wenn ein Zielversorgungsgrad von 35 Prozent realisiert ist.

In der Wetterau werden aber mehr Plätze gebraucht. Das hat der Kreisausschuss jetzt offiziell festgestellt. "Unsere bisherigen Planungen gingen von einem Zielversorgungsgrad von 35 Prozent aus, das entspricht 2.500 Plätzen. Davon sollten 1.900 in Kindertageseinrichtungen und 600 Plätze in Kindertagespflege angeboten werden", erläutert Sozialdezernent Betschel-Pflügel.

Die Realität hat den Sozialdezernenten und die Sozialplanerin Karin Mertzlin im Fachbereich Jugend, Familie und Soziales eingeholt. Tatsächlich gibt es in vielen Kommunen einen höheren Bedarf. "Deshalb haben wir den durchschnittlichen Zielversorgungsgrad von 35 auf 39 Prozent angehoben. Bis 2013 ist somit ein Angebot von 2.800 Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren zu erreichen, 2.200 in Kindertageseinrichtungen und 600 in der Kindertagespflege", erläutert Betschel-Pflügel. Die Feststellung des Bedarfes durch den Kreisausschuss ist Voraussetzung für die Mittelzuweisung von   durch Bund   und Land.

Versorgungsgrad von 29 Prozent

Zum 1. September 2012 standen im Wetteraukreis 2.060 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren zur Verfügung, 1.645 in Kindertageseinrichtungen der Städte, Gemeinden, der Kirchengemeinden und freier Träger und 415 in der Kindertagespflege. Das entspricht einem Versorgungsgrad von rund 29 Prozent aller anspruchsberechtigten Kinder unter drei Jahren.

Bereits fest im Plan sind 150 zusätzliche Plätze, die aus Mitteln des Bundes und des Landes gefördert werden. "Damit können wir fest mit 2.210 Plätzen zum Jahresende 2013 rechnen. Darüber hinaus erwarten wir aber realistischerweise 80 zusätzliche Plätze in der Kindertagespflege und 280 in Kindertagesstätten. Das Ziel von 2.800 Plätzen zum ersten September 2013 wird damit allerdings knapp verfehlt; in der Kindertagespflege fehlen 100, in Einrichtungen 80 Plätze. Mit geringer Verspätung werden   im Jahr 2014 diese Angebote fertig gestellt sein", so der Dezernent.

Kommunen am Rande ihrer Leistungsmöglichkeiten

"Insbesondere bei der Kindertagespflege müssen noch zusätzliche Plätze eingerichtet werden, damit wir zeitnah den Bedarf an Betreuungsplätzen sicherstellen." Erster Kreisbeigeordneter Betschel-Pflügel dankte den Städten und Gemeinden für ihr Engagement beim Ausbau zusätzlicher Plätze. Viele Kommunen gehen mit den Investitionen und den damit verbundenen Folgekosten an den Rand ihrer finanziellen Leistungsmöglichkeiten. "Deshalb sind insbesondere Bund und Land aufgefordert, hier zusätzliche Mittel bereitzustellen, nicht nur für die Investitionen sondern auch für den Betrieb dieser sozialen Leistungen, die ja schließlich vom Bund und nicht von den Kommunen beschlossen worden sind", fordert Betschel-Pflügel.


Erstellt am: 2012-10-10