Erich-Kästner-Schule Ortenberg Konradsdorf

Erich-Kästner-Schule Ortenberg in Konradsdorf

Erich-Kästner-Schule Ortenberg in Konradsdorf


Der Begriff Förderschulen hat sich gegen die alte Bezeichnung Sonderschulen durchgesetzt, weil hier die Aufgabe der Schule schon gleich im Namen deutlich wird, nämlich durch Förderung bestehende Beeinträchtigungen abzubauen und zu kompensieren. Im Wetteraukreis gibt es neben der Gehörlosenschule und der Blindenschule in der Schulträgerschaft des Landeswohlfahrtsverbandes sieben Förderschulen, die wir in einer kleinen Reihe vorstellen möchten. Heute: Erich-Kästner-Schule in Ortenberg Konradsdorf

Erich Kästner Schule Ortenberg Konradsdorf

Die Erich Kästner Schule Ortenberg Konradsdorf

Die Erich-Kästner-Schule, Schule für Lernhilfe und Erziehungshilfe in Ortenberg Konradsdorf entstand 1974 aus einem Zusammenschluss der Sonderschulklassen aus Altenstadt, Selters und Gedern. 1984 wurde die Büdinger Wilhelm-Lückert-Schule eingegliedert. Die Erich-Kästner-Schule ist in drei Gebäuden untergebracht, was sich als vorteilhaft für die entsprechende Zuordnung der Grund-, Mittel- und Hauptstufe eignet. Sie teilt sich die Sporthalle mit der benachbarten Gesamtschule Konradsdorf. Die Erich-Kästner-Schule, als Schule für Lernhilfe und Erziehungshilfe, wird von rund 250 Schülerinnen und Schülern besucht, derzeit noch im Vormittagsbetrieb, die Schule würde aber gerne Ganztagsschule werden.

Lernen mit allen Sinnen

Zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler schließen im neunten Schulbesuchsjahr mit einem Sonderschulabschluss die Schule ab. Ein Drittel verlässt die Schule mit einem Abgangszeugnis ohne Schulabschluss. Von den Schülerinnen und Schülern, die den Sonderschulabschluss erworben haben, erreichen knapp die Hälfte im zehnten Schulbesuchsjahr einen Hauptschulabschluss. Der Arbeitsmarkt für Schulabgänger der Förderschule ist sehr ungünstig. Nur ein geringer Prozentsatz der Schülerinnen und Schüler findet gleich nach der Schule einen Ausbildungsplatz. Etwas mehr als die Hälfte eines Abgängerjahrgangs wechselt an die Berufsschulen, die Anderen gehen in eine Maßnahme der Agentur für Arbeit. Die Unterrichtsinhalte der Klassen eins bis sechs unterscheiden sich kaum von denen der Regelschule. Jedoch wird mehr Wert auf Lernen mit allen Sinnen gelegt. Damit gehen die Lehrerinnen und Lehrer der Schule auf die Wahrnehmungsschwierigkeiten und Aufmerksamkeitsdefizite ihrer Schülerinnen und Schüler ein. Besondere Beachtung finden individuelle Fördermaßnahmen, persönliche Zuwendung, Zusammenarbeit mit Institutionen und Eltern. Die Schülerinnen und Schüler sollen Zuversicht für ihren Lernprozess schöpfen, aber auch Grenzen gesetzt bekommen und diese respektieren lernen. "In den Klassen mit maximal 16 Schülerinnen und Schülern findet jeder seine eigene Lerngeschwindigkeit. Das geht soweit, dass bei den Klassenarbeiten der jeweilige Lernfortschritt berücksichtigt wird", sagt Gabi Faulhaber, Leiterin der Hauptstufe.

Mit "Turboplan" in die Hauptschulklasse

In der Hauptstufe geht es im Schulfach Deutsch neben der Vermittlung von kommunikativen Kompetenzen auch um soziale und Medienkompetenzen. Dabei soll den Schülerinnen und Schülern ein hohes Maß an eigenständigem Arbeiten vermittelt werden. Im Fach Mathematik werden individuelle Lehrpläne für die Schülerinnen und Schüler erarbeitet. Mit einem so genannten Turboplan soll die Voraussetzung für den Besuch der Hauptschulklasse geschaffen werden. Am Ende dieser Ausbildung steht die landesweit gleiche Abschlussprüfung für Hauptschüler. Schülerinnen und Schüler mit Sonderschulabschluss kommen etwa bis zur Prozentrechnung und in der Geometrie zur Berechnung des Volumens und der Oberfläche von Quadern und Zylindern.

Eine Besonderheit der Erich-Kästner-Schule sind die berufsorientierten Klassen um den Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Schulabschluss zu erhöhen. Zwei Praxistage und drei Schultage sollen Praxis und Theorie so verbinden, dass die –meist schwachen und schulmüden - Schülerinnen und Schüler neue Motivation zum Lernen schöpfen. Jedes halbe Jahr wird ein beruflicher Schwerpunkt, etwa Holz, Gartenbau, Bau und Hauswirtschaft gesetzt. Begleitet werden die berufsorientierten Klassen durch Berufspraktika.

Je früher, desto besser

Eine Entwicklung macht Hauptstufenleiterin Faulhaber Kopfzerbrechen. Die zurück gehenden Schülerzahlen veranlassen manche Regelschule ihre Schülerinnen und Schüler so lange als möglich zu behalten. "Dabei wäre der Regelschule wie auch die Schülerinnen und Schülern mehr geholfen, wenn sie so früh als möglich zu uns kämen, denn wir können deren Defizite aufarbeiten und zu einer guten Entwicklung führen." Wichtigstes Ziel der Erich Kästner Schule ist es, dass möglichst alle Schülerinnen und Schüler mit einem Abschluss die Schule verlassen.



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