Herrnhaag in Büdingen Lorbach
Herrnhaag in Büdingen Lorbach
Der Herrnhaag in Büdingen Lorbach ist ein Relikt einer ehemaligen Wohnsiedlung der Herrnhuter Brüdergemeinde, die ab 1738 auf der Höhe des Haagbergs bei Lorbach eine stadtähnliche Siedlung nach geometrischem Muster errichteten. Als Kulturdenkmal haben die Relikte der Bebauung der Herrnhuter Gemeinde eine überregionale Bedeutung. Seit dem Kauf der Gebäude durch den Verein der Freunde des Herrnhaag e.V. im Jahr 1956 laufen Sanierungsmaßnahmen in diesem Gebäudekomplex. Aufgrund der großen Bauaufgabe und der beschränkten Mittel kann die Wiederherstellung der Gebäude nur langsam voranschreiten. Die Sanierung ist bis heute noch nicht abgeschlossen. Derzeit wird die Lichtenburg saniert.
Bildergalerie
Herrnhaag Grafenhaus
Stimmiges Erscheinungsbild
Grundlegend für alle Sanierungsarbeiten war eine detaillierte Bestandsaufnahme in Form von Raumbüchern, eine Dokumentation von Schäden und eine historische Bauforschung. Die Sanierung des Schwesternhauses wurde von einem im Denkmalschutz erfahrenen Architekturbüro begleitet. Bauhistorische Untersuchungen von Frank M. Saltenberger bildeten die Grundlage für die Sanierung.
Über die Geschichte des Herrnhaag wurde in den letzten Jahren von Ulrike Carstensen eine sehr ausführliche Dissertation erstellt, die bald veröffentlicht werden wird.
Die Schritt für Schritt geplanten und durchgeführten Baumaßnahmen werden regelmäßig mit den Denkmalschutzbehörden abgestimmt. Das integrierte Qualifizierungsprojekt für Jugendliche ermöglicht es, Maßnahmen in historischen Materialien und Techniken durchzuführen und so zu einem stimmigen Erscheinungsbild zu gelangen.
Der noch unfertige Zustand der Sanierung der Lichtenburg ermöglicht völlig neue Eindrücke über das Gebäude. Die Schwierigkeiten bei der Sanierung eines so großen Gebäudekomplexes werden vor Ort erfahrbar. Aber die lange Sanierungsgeschichte des Herrnhaag macht auch deutlich, dass es möglich ist, die Sanierung eines großen Vorhabens in viele kleine Schritte aufzuteilen und auch so zu einer Gesamtsanierung zu kommen. Vorteilhaft ist, dass auch neue Erkenntnisse aufgenommen und umgesetzt werden können. Sanierungsfehler, die wir heute bei vielen in den 70-er und 80-er Jahren komplett sanierten Gebäuden finden, treten im Herrnhaag nicht auf.
Wechselvolle Geschichte ablesbar
Einem Denkmalschützer läuft ein kalter Schauer über den Rücken, wenn er Zitate liest wie: "das Gebäude erstrahlt in neuem Glanz". Oft bedeutet dies, dass das Gebäude viel von seinem historischen Charakter und seiner Geschichte zugunsten eines "schönen" Erscheinungsbildes verloren hat. Das denkmalgerechte Vorgehen im Herrnhaag hat verhindert, dass die Spuren der Geschichte "übertüncht" werden. Am Herrnhaag lässt sich die wechselvolle Geschichte des Ensembles noch ablesen.
Die lange Sanierungsgeschichte des Herrnhaag wird am Tag des offenen Denkmals in Dokumentationen und am Objekt nachzuvollziehen sein. Es werden Führungen um 11.30 Uhr, 14.30 Uhr, 15.30 Uhr und 16.30 Uhr angeboten.



