Regionaltagung "Kindertagespflege im Dialog: Erfahrungen – Impulse – Perspektiven"
Regionaltagung "Kindertagespflege im Dialog: Erfahrungen – Impulse – Perspektiven"
Am 3. November 2011 fand die Auftaktveranstaltung "Kindertagespflege im Dialog: Erfahrungen – Impulse –Perspektiven" statt. Damit startete eine vierteilige Veranstaltungsreihe, die vom Wetteraukreis, von der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie und dem Hessischen KinderTagespflegeBüro geplant wurde.
Beim „Markt der Möglichkeiten“ unterhalten sich (von links): die Tagesmutter Diana Willaschek, Veranstalterin und Vorstandsmitglied der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie, Daniela Kobelt Neuhaus, und der erste Kreisbeigeordnete und Dezernent für den Fachbereich Jugend, Familie und Soziales, Helmut Betschel-Pflügel
Das Hessische Sozialministerium, die Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie und das Hessische KinderTagespflegeBüro bieten als Anknüpfung an das Pilotprojekt "Kindertagespflege – Qualität und Professionalität durch Kontinuität und sichernde Rahmenbedingungen" ihre Unterstützung an, um Erkenntnisse aus der Pilotphase für interessierte Kommunen und Landkreise zugänglich zu machen. Im Rahmen des Projekts, das Ende des Jahres 2007 startete und bis Anfang 2010 lief, haben sieben hessische Standorte gemäß den Erfordernissen und Bedingungen vor Ort die Kindertagespflege vorangebracht.
Im Anschluss wurden wichtige Erfahrungen, Praxisbeispiele und Umsetzungsvorschläge in einem Praxisleitfaden veröffentlicht und den örtlichen Trägern der öffentlichen Jugendhilfe sowie allen Interessierten zur Verfügung gestellt. Um diese Ergebnisse zu multiplizieren, fand Anfang 2011 nun eine Ausschreibung statt, in dessen Rahmen unterschiedliche Regionen ihr Interesse an der Durchführung einer Fachveranstaltung bekunden konnten. Es wurden vier Standorte aus den Bewerbungen ausgewählt: Wetteraukreis, Main-Taunus-Kreis, Vogelsbergkreis, Diakonisches Werk in Kurhessen-Waldeck. Durch die Konzeption von Regionaltagungen erhalten diese Kreise in Hessen die Gelegenheit, sich mit den Themen des Praxisleitfadens auseinander zu setzen und individuelle Ideen für die Weiterentwicklung der Kindertagespflege vor Ort zu entwickeln.
Am 3. November fand im Wetteraukreis, in Friedberg von 15 bis 19.30 Uhr die Auftaktveranstaltung der viergliedrigen Tagungsreihe statt. Diese wurde ausgehend von den regionalen Gegebenheiten in einer Zusammenarbeit der Verantwortlichen des Standortes, der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie und dem Hessischen KinderTagespflegeBüro geplant.
Begonnen hat der Nachmittag mit einem "Markt der Möglichkeiten". Die Anwesenden hatten ausreichend Zeit, um unterschiedliche Informationstische zu erkunden und dabei ins Gespräch zu kommen. Es haben sich mehrere Institutionen und Fachdienste präsentiert: die Evangelische Familien-Bildungsstätte Wetterau, die Arbeiterwohlfahrt, das Mütter- und Familienzentrum Karben e. V., FAB gGmbH, der Pilotstandort Landkreis Kassel sowie das Hessische KinderTagespflegeBüro.
Als besonders spannend erwiesen sich die Stände von mehreren Tagespflegepersonen, die anhand von Fotos, Gebasteltem, eigenen Konzeptionen und weiterem Informationsmaterial einen guten Einblick in die Vielfalt und die praktische Umsetzung der Kindertagespflege boten. Neben den Tagesmüttern Faith Ann Kayser, Stephanie Luft und Diana Willaschek, war Edmund Bonnert als Vertretung für seine in der Tagespflege tätigen Frau, Inge Bonnert, beim Markt der Möglichkeiten mit einem Informationstisch vertreten. Darüber hinaus präsentierten sich Zusammenschlüsse von Tagespflegepersonen, wie Kai Vockentanz und Gabriele Thomer sowie das Ehepaar Christiane Burkhardt und Walter Tefarikis-Burkhardt.
Mit mehreren Grußworten wurde die Veranstaltung eröffnet. Daniela Kobelt Neuhaus, ein Vorstandsmitglied der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie, hieß die Anwesenden willkommen und begleitete moderierend durch den Tag. Heike Hofmann-Salzer vom Hessischen Sozialministerium überbrachte das Grußwort von Minister Grüttner. Auch Helmut Betschel-Pflügel, der erste Kreisbeigeordnete und Dezernent für den Fachbereich Jugend, Familie und Soziales, begrüßte alle und würdigte die wichtige Arbeit der Tagespflegepersonen.
Den fachlich-inhaltlichen Einstieg in die Thematik übernahm die Leiterin des Hessischen KinderTagespflegeBüros, Ursula Diez-König. In ihrem Vortrag "Kindertagespflege gestern und heute" skizzierte sie die historische Entwicklung dieses Betreuungssettings und seine gegenwärtigen Herausforderungen. Eine regionale Eingrenzung machte die Fachdienstleiterin Simome Schestakoff, die über Strukturen der Kindertagespflege im Wetteraukreis informierte.
Bei einer Veranstaltung, in der es um die Multiplikation gewonnener Einsichten geht, durfte der Bericht eines Pilotstandortes nicht fehlen. Ralph Kleppe und Gabriele Lengemann vom Landkreis Kassel stellten ihren Fachdienst vor und referierten über den dortigen Ablauf des Pilotprojekts. Dabei handelte der Schwerpunkt ihres Vortrags von "Corporate Identity". Sie berichteten über den entscheidenden Wert eines gut durchdachten und professionell entworfenen Logos. Die Entwicklung eines einheitlichen Zeichens für die Kindertagespflege im Landkreis Kassel habe zur Identitätsformung beigetragen und durch den hohen Wiedererkennungswert auf Plakaten, Flugblättern oder Aufklebern die Kindertagespflege vor Ort bekannter gemacht.
Zudem wurde gemeinsam mit den Fachdiensten freier Träger die Qualitätssicherung gefördert, indem qualitative Standards erarbeitet und in einer Leistungsvereinbarung formuliert wurde.
Nach vielfältigem inhaltlichen Input und Impulsen aus der Praxis bildete eine Talkrunde den letzten Programmpunkt der Tagung. Die Podiumsdiskussion wurde von einer Mitarbeiterin des Hessischen Rundfunks, Petra Boberg, moderiert. Zwischen den Teilnehmenden – der Tagesmutter, Christiane Burkhardt, der Mutter eines Tagespflegekindes, Antje Hartmann, sowie dem Bürgermeister der Stadt Karben, Guido Rahn, aber auch Helmut Betschel-Pflügel, Heike Hofmann-Salzer und Ralph Kleppe – kam es zu einer intensiven Debatte mit zum Teil kontroversen Standpunkten in Bezug auf die Rahmenbedingungen des Tätigkeitsbereichs Kindertagespflege. Dabei haben sich Christiane Burkhardt aus der Gesprächsrunde sowie andere Tagespflegepersonen aus dem Publikum besonders stark beteiligt und eine bessere Vergütung der Betreuungsleistung eingefordert.
Da der Wetteraukreis zusammen mit interessierten Kommunen kreisweitig Qualitätsstandards für die Kindertagespflege entwickeln möchte, war mit der Auftaktveranstaltung in Friedberg intendiert, wichtige Schritte in diese Richtung zu gehen.
Im Sinne der Vernetzung und eines fachlichen Austauschs, aber auch im Hinblick auf den notwendigen Kontakt und Dialog zwischen den politisch, fachlich-theoretisch, praktisch und beratend Tätigen war die Veranstaltung ein voller Erfolg! Den Anwesenden bot sich die Gelegenheit, verschiedene Perspektiven auf das Feld Kindertagespflege kennenzulernen und eigene Anliegen zu äußern. Unterschiedliche Herausforderungen wurden beleuchtet und neue Ideen als Anregungen für die Optimierung der Kindertagespflege im Landkreis ins Gespräch gebracht. Wir sind gespannt auf die folgenden drei Regionaltagungen.
Gespannt lauschen sie den Ausführungen einer Tagesmutter: Helmut Betschel-Pflügel, Fachdienstleiterin Simone Schestakoff und Silke Wöll – zuständige Diplom-Pädagogin für die Koordination der Kindertagespflege im Wetteraukreis
Stephanie Luft zeigt dem ersten Kreisbeigeordneten ihre Konzeption. Die Grundlage ihrer Tätigkeit als Tagespflegeperson ist darin schriftlich festgehalten
Der Stand von Tagesmutter Faith Ann Kayser (rechts) bietet umfangreiches Material: Gebasteltes, Zeitungsartikel, Fotos, Essensplan und ihre Konzeption liegen aus. Weitere Informationen sind auf der Tafel zu sehen, die von Helmut Betschel-Pflügel und Simone Schestakoff aufmerksam studiert werden.
Die Podiumsdiskussion – moderiert von einer Mitarbeiterin der Hessischen Rundfunks, Petra Boberg (zweite von links) – bietet Gelegenheit zum Austausch. Ralph Kleppe vom Fachdienst des Landkreises Kassel (nicht im Bild), der Bürgermeister der Stadt Karben, Guido Rahn (links), die Tagesmutter Christiane Burkhardt (dritte von links), Helmut Betschel-Pflügel (dritter von rechts), Heike Hofmann-Salzer vom Hessischen Sozialministerium (zweite von rechts) sowie die Mutter eines Tagespflegekindes, Antje Hartmann (rechts) diskutieren intensiv über Rahmenbedingungen der Kindertagespflege
Pressemitteilung zur Fachtagung






