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Allergien

Ambrosia artemisiifolia, Beifußblättrige Traubenkraut, Schlechte Zeiten für Menschen mit Allergieproblemen

Ab jetzt beginnt die Blüte von Ambrosia artemisiifolia
Das Beifußblättrige Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia) ist eine Pflanze, die ursprünglich aus Nordamerika stammt. Seit gut hundert Jahren wird ihre Ausbreitung in Europa beobachtet. Mittlerweile ist sie in Süd- und Osteuropa verbreitet, kommt in Teilen Österreichs vor und macht ihren Vormarsch über Südwestdeutschland auch bis zu uns ins Rhein-Main-Gebiet.

Es gibt Beobachtungen, das über die Verbreitung durch Wind ein weit reichender Pollenflug aus zum Beispiel Osteuropa bis in unsere Regionen statt findet. In den Regionen in denen sich die Pflanze ausbreitet, zeigen bis zu zehn Prozent der Bevölkerung allergische Reaktionen gegenüber Ambrosia.
Ambrosia wächst besonders gern an Straßenrändern, in Kiesgruben, an Bahndämmen, auf Baustellen und Schutthalden, aber auch in Gärten, besonders unter Vogelfutterplätzen. Vogelfutter kann durch Ambrosia-Samen verunreinigt sein.

Ambrosia wächst gewöhnlich 20 Zentimeter bis 1,5 Meter hoch. Im Unterschied zum gemeinen Beifuß sind die Stängel leicht behaart, die Blütenstände gedrungener und die Wuchsform ist kugelig. Die einjährige Pflanze blüht von Juli bis Oktober mit fingerförmigen, grüngelblichen Blütenständen, die kleine, unscheinbare gelbe Blütenköpfchen tragen und bis zu einer Milliarde Pollen pro Pflanze produzieren. Außerdem entstehen 3.000 bis 60.000 Samen, welche bis zu 40 Jahre lang keimfähig bleiben können.
Die Pollen des Traubenkrauts gehören zu den stärksten Allergie-Auslösern. Bereits ab sechs Pollen pro Kubikmeter Luft reagieren empfindliche Personen allergisch, ab elf Pollen je Kubikmeter wird von einer starken Belastung gesprochen (zum Vergleich: bei Gräserpollen wird eine Konzentration von mehr als 50 Pollen pro Kubikmeter als starke Belastung bezeichnet). Die unbehandelte Allergie kann allergische Reaktionen der Augen und der Atemwege auslösen und im schlimmsten Fall somit auch zu Asthma führen. Der späte Blütezeitpunkt der Ambrosia von Juli bis Oktober bedeutet eine zusätzliche Belastung der Pollenallergiker durch eine Verlängerung der Pollensaison, wenn die Gräserpollen nur noch in geringen Mengen fliegen.
Außerdem sind Kreuzreaktionen mit Goldrute, Sonnenblume, Kamille, Arnika und allen Blumen, die wie Margeriten oder Gänseblümchen aussehen, möglich. Eine Kreuzreaktion mit Pilzsporen ist auch nicht auszuschließen.

Die Pflanzenbestände lassen sich am effektivsten durch Ausreißen reduzieren. Die Pflanze darf dabei nur mit Handschuhen berührt werden, weil allein die Berührung allergieauslösend sein kann. Mähen vor der Blütezeit ist nicht effizient, da geschnittene Pflanzen rasch neue blütentragende Zweige bilden können. In der Hauptwachstumsphase (Juli bis September) kann durch mehrmaliges, tiefes Abmähen im Abstand von drei bis vier Wochen die Pflanze so geschwächt werden, dass sie es nicht mehr schafft, neue Triebe und Blütenstände zu bilden. Diese Methode eignet sich am besten, wenn die manuelle Entfernung aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht möglich ist.
Wenn man das Traubenkraut zur Blütezeit ausreißt (besser wäre es vorher), sollte man sich mit einer Staubmaske vor den Pollen schützen. In jedem Fall sollte man bei den Arbeiten Handschuhe tragen, weil auch durch Hautkontakt eine Sensibilisierung (Steigerung der Empfindlichkeit) ausgelöst werden kann. Wer bereits unter Allergien leidet, sollte diese Arbeit nicht durchführen. Das beim Ausreißen anfallende Grüngut sollte möglichst verbrannt oder in Plastiksäcken verpackt der Müllabfuhr zugeführt werden.

In zahlreichen Vogelfuttern sind ebenfalls Traubenkrautsamen enthalten. Im Handel sollte gezielt nach ambrosiasamenfreiem Vogelfutter gefragt werden, da andernfalls die Gefahr groß ist, dass heruntergefallene Ambrosiasamen mit dem Kehricht in fruchtbaren Boden gelangen.

Dr. Reinhold Merbs
Fachdienst Gesundheit, Rettungsdienst, Katastrophen- und Brandschutz
Ärztlicher Leiter Rettungsdienst

Weitere Infos:

Ambrosia, Pflanze, Gefahren, Aufklärung
Beifuß-Ambrosie in Deutschland

Zuständig

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