Kreisverwaltung Wetterau

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100 Tage im Amt: Kreisbeigeordneter Matthias Walther

Seit 100 Tagen im Amt: Kreisbeigordneter Matthias Walther

Gewählt wurde Matthias Walther am 15. August, sein Amt als Hauptamtlicher Kreisbeigeordneter trat er am 17. September an. Nach nunmehr drei Monaten ist es an der Zeit für eine 100-Tage-Bilanz.

Herr Walther: Am 25. Dezember sind Sie genau 100 Tage im Amt. Das Aufgabenfeld ist sehr breit gefächert. Sie sind als Kämmerer für die Finanzen des Kreises verantwortlich, Sie sind aber auch Landwirtschaftsdezernent, für den Naturschutz, für die Kreisentwicklung und für die Bauaufsicht zuständig. Zudem tragen Sie die politische Verantwortung für die Eigenbetriebe Abfallwirtschaft und Informationstechnologie. Wie haben Sie diese 100 Tage in neuer Verantwortung erlebt?

Die 100 Tage sind für mich wie im Flug vergangen. Ich bin in eine Kreisverwaltung gekommen, die mich sehr positiv aufgenommen und unterstützt hat. Mein Dezernat umfasst eine Vielzahl von Themen. Es bereitet mir große Freude mich in diese Themen einzuarbeiten und mit den Kolleginnen und Kollegen nach den besten Lösungen zu suchen. Allerdings ist der Wetteraukreis auch nachgelagerte Behörde des Landes und an den Rechtsrahmen gebunden, der nicht immer Raum für Ermessen lässt.

100 Tage Schonfrist gewährt man Politikern, die neu im Amt sind. Ist diese Schonfrist ausreichend?

Ich kann nicht beurteilen, ob man es als ausreichend empfindet. Für eine Umgestaltung ganzer Themenfelder wäre dieser Zeitraum sicher zu kurz. Ich habe aber auch bisher nicht erkennen können, dass die Kreisverwaltung solche Paradigmenwechsel nötig hat. Was ich erkenne, und das ist das Schwierige, dass an verschiedenen Stellschrauben gedreht werden muss, um die Verwaltung weiterhin in den vielen Punkten so leistungsstark zu halten und sicher auch an dem einen oder anderen Punkt zu optimieren. Hier wirke ich gerne mit und befinde mich bereits mit dem Landrat und meinen Mitarbeitern in Gesprächen, wie wir auf die Erfordernisse heute und in Zukunft bestmöglich reagieren können.

Was waren Ihre ersten Themen, die nach außen wirkten?

Meine ersten Vergaben für Fördergelder im Rahmen der LEADER-Förderung zu unterschreiben, waren die ersten Entscheidungen mit Außenwirksamkeit. Diese Bewilligungen von Fördermitteln für konkrete Baumaßnahmen  zeigen, an wie vielen Stellen im Wetteraukreis etwas bewegt wird. Ganz viele Menschen engagieren sich beruflich und ehrenamtlich zum Wohl der Gemeinschaft. Dies mit der Bewilligung von Fördermitteln zu unterzeichnen, ist sicher eine der angenehmsten Aufgaben als Kreisbeigeordneter.

Wie stark hat sich Ihr Tagesablauf verändert?

Ich habe in den vergangenen 23 Jahren am Flughafen in Frankfurt gearbeitet. Dies bedingte einen langen Pendelweg von Geiß-Nidda nach Frankfurt. Hier habe ich durch den Wechsel sicher eine starke Veränderung erfahren, die ich sehr schätze. Als Kreisbeigeordneter wirkt man aber nicht nur in die Kreisverwaltung, sondern im gleichen Maße auch aus der Kreisverwaltung und Kreispolitik in die Bevölkerung hinein. Dies bedingt eine große Anzahl von Terminen außerhalb der klassischen Regelarbeitszeit. Dies kannte ich zwar, da ich eine Reihe von Ehrenämtern bekleidete, doch in der neuen Tätigkeit ist der Aufwand natürlich gestiegen.

Was machen Sie als Erstes, wenn Sie morgens ins Büro kommen?

Ich habe noch keine Rituale entwickelt. Bereits bevor ich morgens ins Büro fahre, gehe ich die Termine des Tages durch. Im Büro angekommen war es die vergangenen Wochen meist so, dass bereits am frühen Vormittag die Termine begannen und die Lücken im Terminkalender mühsam erkämpft werden mussten.

Sie haben jetzt einen Überblick über die anstehenden Aufgaben. Wo liegen Ihre Prioritäten?

Sicher habe ich einen Überblick über die bevorstehenden Aufgaben. Vieles von dem was der Wetteraukreis in den kommenden zwei Jahren machen möchte, findet sich im gerade verabschiedeten Doppelhaushalt wieder, den ich als Kämmerer auf dem letzten Weg zur Haushaltseinbringung und zum Haushaltsbeschluss intensiv begleitet habe. Ebenso habe ich mit meinen Führungskräften bereits erste Handlungsfelder für das neue Jahr 2019 definiert. Die Prioritäten sind hierbei die Erweiterung der Kreisentwicklung, der Wirtschaftsförderung und des Breitbandausbaus, sowie die Genehmigung und Umsetzung des Doppelhaushaltes 2019/2020.

Was war das schönste Ergebnis in den ersten 100 Tagen?

Das schönste Ergebnis war sicher die Überreichung des Prüfberichts der Revision für die Kassenkreditfreiheit des Wetterkreises zur Erreichung der Kriterien für die Hessenkasse. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Wetteraukreises haben in den vergangenen Jahren sehr intensiv und mit vielen Einschnitten verbunden daran gearbeitet, dass diese Kriterien erfüllt werden. So ist der Wetteraukreis langfristig wieder handlungsfähig für dringend nötige Investitionen insbesondere im Schulbau.

Was war die schwierigste Amtshandlung oder Entscheidung?

Sicher ist die Verwehrung von weiteren Ansprüchen an den Wetteraukreis, sei es Antragssteller oder Mitarbeiter, nicht einfach. Schließlich kann man in jedem Anliegen das ehrliche Interesse des Antragsstellers erkennen. Als Kreisbeigeordneter ist es meine Aufgabe diese Anträge abzuwägen und zum Besten des Wetteraukreises Entscheidungen zu treffen. Hin und wieder auch, indem ich Anträge ablehnen muss, aber immer in der Sache begründet.

Der Wetteraukreis hat in den letzten Jahren viel gespart. Der Rettungsschirm ist verlassen, der Zugang zur Hessenkasse geschafft. Als Kämmerer ist das ein ganz guter Start. Wie wird die Haushaltspolitik des Wetteraukreises in den nächsten Jahren aussehen?

Der Doppelhaushalt 2019/2020 ist geprägt vom größten Investitionsprogramm, das der Wetteraukreis jemals angestrengt hat. Hierbei gilt es als Kämmerer in vielerlei Aspekten aufmerksam zu sein. Zum einen darf der Wetteraukreis nur so viele Investitionskredite aufnehmen, wie er aus laufender Verwaltungstätigkeit bedienen kann. Hier ist der nun verabschiedete Haushalt sehr gut austariert und ermöglicht das Machbare. Des Weiteren gilt es die Umsetzung der Förderprogramme im Auge zu behalten. Zahlreiche Förderprogramme, ohne die auch der Wetteraukreis eine Vielzahl von Investitionen nicht stemmen könnte, sind an komplexe Kriterien geknüpft. Hier ist eine Einhaltung wichtig, da sonst zum Teil große Fördermittel verloren gingen.

Ein weiterer Schwerpunkt meiner Arbeit ist die Umsetzung und die finanzielle Steuerung und Abwicklung der Investivmaßnahmen, wie auch der allgemeinen Betriebstätigkeit des Wetterkreises. Der Haushalt des Wetteraukreises für das Jahr 2019 sieht Mittel in Höhe von gerundet 426 Millionen Euro vor. Dies bedeutet mehr als 1,1 Millionen Euro pro Tag oder knapp vier Euro pro Wetterauer Bürger und Tag.

Dies ist eine Verantwortung, die der Wetteraukreis sehr ernst nimmt.

Beim Thema Kreisentwicklung spielt die demografische Entwicklung eine große Rolle und manche sehen ein Auseinanderdriften von urbanen Zentren und ländlichem Raum. Wie sehen Sie das?

Mit ihrer Frage sprechen sie zwei Punkte an, die meiner Meinung nach getrennt voneinander zu beantworten sind. Der demografische Wandel ist sowohl im urbanen, als auch im ländlichen Raum eine Herausforderung.

Die geburtenstärksten Jahrgänge Deutschlands beginnen in den kommenden Jahren aus dem Erwerbsleben auszuscheiden. Viele von ihnen haben durch die Errungenschaften unserer Gesellschaft noch zahlreiche Lebensjahre vor sich. Darüber kann man sich uneingeschränkt freuen. Für unsere Gesellschaft bedeutet dies, dass wir vermehrt Antworten auf die Bedürfnisse der älter werdenden Gesellschaft bezüglich Mobilität, Gesundheitsversorgung und Freizeitgestaltung geben müssen, um Punkte zu nennen, die auch in meinem Dezernat Widerhall finden. Diese Bedürfnisse haben sich in den vergangenen Jahren verändert, in vielen Dingen erhöht. Hiermit beschäftigen wir uns sowohl bei der Umsetzung barrierefreier Bauten, als auch dem Angebot regionale Produkte und Freizeitgestaltung zu fördern.

Bezüglich des Auseinanderdriftens von urbanen Zentren und ländlichem Raum, kann ich dies nicht als ein Problem heraufbeschwören. Das Gegenteil ist doch richtig und wichtig. Der Wetteraukreis bietet eine unglaublich Fülle von Möglichkeiten für jedwede Art von Lebensentwürfen. Hierbei ist der Wetteraukreis bemüht, allen Bürgerinnen und Bürgern ein Angebot zu machen. So ist die Versorgung mit Kita-Plätzen und Schulraum im ländlichen Raum weitaus besser, als wir es durch den Siedlungsdruck des Rhein-Main-Gebiets in den Anrainergemeinden Frankfurts anbieten können. Aber auch die Anzahl der Arbeitsplätze im ländlichen Raum erhöht sich stetig. Also auch hier erkennen wir eine Rückeroberung der verlorengegangenen Wertschätzung des ländlichen Raums. Insbesondere die Erschließung mit Breitbandnetzen ermöglicht hier verbesserte Arbeitsmöglichkeiten und einen noch mal gesteigerten Freizeitwert. Sicher kann noch immer etwas besser werden, doch ich erkenne in den ländlichen Gemeinden ein starkes Engagement und ein wachsendes Selbstwertgefühl für die eigenen Vorteile und Möglichkeiten.

Sie haben kurz vor Amtsantritt Ihren 45. Geburtstag feiern können. Wagen Sie doch einmal einen Blick in die Zukunft. Wie sieht der Wetteraukreis aus, wenn Sie das Rentenalter erreichen, vermutlich um das Jahr 2040?

2040 wird der Wetteraukreis weiterhin ein Schatz in der Mitte Hessens sein, um den uns viele Städter, wie auch Nord-, Süd- und Osthessen beneiden. Unsere Vielfalt in Natur, Gesellschaft und Freizeitgestaltung, unsere Gastfreundschaft und unsere Heimatverbundenheit, unsere Möglichkeiten in Bildung und Wissenschaft, Gesundheitsversorgung und Berufswahl werden weiterhin bestens sein.

veröffentlicht am: 20.12.2018

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