Kreisverwaltung Wetterau

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25 Jahre Sicherheitsberater für Senioren

Die Sicherheitsberater für Senioren, sechster von links Gerhard Anhäuser, siebter von links Dr. Helmut Fünfsinn. Vorne: zweite von links: Renate Klingelhöfer, Vorsitzende des Seniorenbeirates.

Von Senioren für Senioren: Seit 25 Jahren beraten ältere Menschen andere ältere Menschen in Fragen ihrer persönlichen Sicherheit. Ein gemeinsames Projekt des Wetterauer Seniorenbeirates und der Wetterauer Polizei. Ein Projekt mit einer Erfolgsgeschichte, das 1995 mit dem ersten Bundespräventionspreis ausgezeichnet wurde und das Schule machte. Im Plenarsaal des Friedberger Kreishauses wurde das Jubiläum mit vielen Gästen gefeiert. Moderiert wurde die Veranstaltung von der Vorsitzenden des Wetterauer Seniorenbeirats, Renate Klingelhöfer, und ihrem Stellvertreter Bardo Bayer.

Die Wetterauer Senioren betraten in den 1990er Jahren in vielerlei Hinsicht Neuland: So war der Seniorenbeirat des Wetteraukreises der erste seiner Art in Hessen. Und auch mit der Idee der Sicherheitsberatung hatte er die Nase vorn. Das war 1993. Inzwischen hat sich im Zuge der technischen und wirtschaftlichen Entwicklung das Aufgabenfeld verändert, nicht aber der Bedarf, so Landrat Jan Weckler in seiner Begrüßung. Auch der berühmte Enkeltrick geht mit der Zeit, wird zum Beispiel von ausländischen Callcentern ausgeübt. „Wir müssen etwas gegen die Vereinsamung tun, auch das ist ein Beitrag, damit ältere Menschen auf diesen Enkeltrick nicht hereinfallen“, ergänzte Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch.

Sicherheitsberater sprechen mit älteren Menschen auf gleicher Ebene. Sie kennen die Probleme ihrer Altersgruppe aus eigenem Erleben und sprechen deren Sprache, erklärte der ehemalige Direktor der Polizeidirektion Wetterau, Gerhard Anhäuser. Sie klären über Kriminalität und Gefahren sachlich auf, geben praktische Ratschläge und nennen bewährte Hilfen, um sich gegenüber kriminellen Praktiken wirkungsvoller schützen zu können. Sie werden so zu Multiplikatoren für Sicherheit in der Familie und in der Nachbarschaft. Sie geben Hinweise zu vernünftigen und preiswerten technischen Sicherungen, besonders zum Schutz anwesender Personen in Haus und Wohnung.

Es begann mit einem Gespräch im Treppenhaus

Die Kaufkraft älterer Menschen ist höher, damit steigt die Gefahr, Opfer einer Straftat zu werden. Ältere Menschen sind oft körperlich weniger fit, nicht selten gesundheitlich eingeschränkt, all dies verstärkt die Furcht. „Angst macht einsam, besonders im Alter, Vertrauen und Wissen löschen Ängste und machen stark“, sagte Gerhard Anhäuser.

In seinem Vortrag erzählte der ehemalige Polizeidirektor von den Anfängen. „Den Anstoß für das Ehrenamtskonzept gab ein Treppenhausgespräch im Landratsamt zwischen Gustav Greiner, dem damaligen Vorsitzenden des Altenbeirates und mir. ‚Herr Anhäuser, halten Sie uns doch mal einen Vortrag über Kriminalitätsopfer im Alter‘.“ Der erste Vortrag fand am 16. März 1993 statt, ein halbes Jahr später das erste Seminar für 27 Sicherheitsberater. Anhäuser: „Einen Aha-Effekt lösten wir damit aus, indem wir auf der Anwesenheitsliste ein paar Unterschriftsfelder ausschnitten und einen Kaufvertrag für eine Waschmaschine unterlegten.“ Bis Ende 1994 gab es 102 Veranstaltungen der Sicherheitsberater mit rund 4500 Personen. 2018 haben die Sicherheitsberater bei Veranstaltungen und vielen Einzelgesprächen annähernd 2500 vorwiegend ältere Personen über geeignete Vorbeugungsratschläge informiert.

Peter Kreuter, Vizepräsident des Polizeipräsidiums Mittelhessen, warf den Blick auf die verhinderten Straftaten für die es zwar keine Statistik gebe, das Verdienst für sie aber auch den Sicherheitsberatern gebühre. „Die Kriminalprävention hat sich entwickelt wie es nicht erwartet worden ist“, hob Generalstaatsanwalt und Vorsitzender des Landespräventionsrates, Dr. Helmut Fünfsinn, hervor.

Gerd Breukel, einer der ehrenamtlichen Sicherheitsberater gab einen Ausblick in die Zukunft: So sollen Firmen verstärkt über die Friedberger Eigentümer-Identifikations-Nummer FEIN informiert werden, Notfallausweis und Reflexbänder bekannter gemacht und die bestehende Zusammenarbeit mit Partnern in Bad Homburg, Erfurt und Mühlhausen vertieft werden. Breukel rief zur Mitarbeit im Seniorenbeirat und bei den Sicherheitsberatern auf, auch für Menschen mit Migrationshintergrund.

veröffentlicht am: 08.11.2018

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