Kreisverwaltung Wetterau

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Alfred Gallo ist seit 44 Jahren Ökolandwirt aus Überzeugung

Holger Gallo und sein Vater Alfred wirtschaften nach den Prinzipien des Demeter Verbandes

Der Wetteraukreis ist seit drei Jahren Öffnet externen Link in neuem FensterModellregion für den Ökolandbau. Ziel ist es, mehr regionale Produkte zu produzieren und Landwirte für die Umstellung zum ökologischen Landbau zu interessieren. „Wir haben aktuell 49 Betriebe, die ökologisch produzieren. Das sind neun mehr als noch vor drei Jahren. Das Potenzial ist aber längst noch nicht ausgereizt. Gerade vor dem Hintergrund einer hohen Nachfrage aus dem Rhein-Main-Gebiet sehe ich da noch große Potenziale“, sagte Erster Kreisbeigeordneter und Landwirtschaftsdezernent Jan Weckler.

Es war die Weltanschauung, die Alfred Gallo zur ökologischen Landwirtschaft gebracht hat. „Die Anthroposophie von Rudolf Steiner hat mich schon immer fasziniert. Als junger Mensch war ich in einem Gesprächskreis aktiv, der vom Rauhen Berg, jener Gemeinschaft, die Heimat ist für seelenpflegebedürftige Menschen, die hier betreut und gepflegt werden. Für mich war klar, dass ich Landwirtschaft nur ohne Chemie machen möchte. Deshalb habe ich mich für den Demeter-Anbauverband entschieden.“

Das Ideal der Biodynamischen Wirtschaftsweise ist die Kreislaufwirtschaft: Der Landwirt hält so viele Tiere, wie er mit seinem Land ernähren kann und deren Mist sorgt für eine hohe Bodenfruchtbarkeit. Der Bauernhof wird zu einem Organismus, in dem jedes Organ das andere braucht: Mensch, Pflanze, Tier und Boden wirken zusammen. Die Naturprozesse auf seinem Land ordnet und harmonisiert der Landwirt mit Hilfe Biodynamischer Präparate.

28 Hektar Land bei Ortenberg/Bergheim bewirtschaftet Alfred Gallo zusammen mit seinem Sohn Holger im Nebenerwerb auf diese Weise. Dreiviertel davon sind als Grünland ausgewiesen, auf dem Rest wachsen Getreide und Kartoffeln, die er über den Bioladen Kleeblatt in Ortenberg/Konradsdorf vermarktet.

Demeter-Betriebe sind besonders streng bei den Vorschriften, was eingesetzt werden darf. Selbst das Stroh, in dem die Kühe im Unterstand stehen, muss aus ökologischer Produktion sein. Das Besondere an der Demeter-Landwirtschaft ist der Einsatz von sogenannten Präparaten. Heilpflanzen wie Schafgarbe, Kamille, Löwenzahn, Eichenrinde und Baldrian werden im Kuhdarm oder in der Hirschblase verschlossen und im Winter eingegraben, „weil der Boden im Winter am lebendigsten ist“, wie Alfred Gallo sagt. Später wird das wieder ausgegraben, und das Material dem Kompost zugesetzt und so in die Naturprozesse wieder eingebracht.

Hornmistpräparat aus Kuhhorn und Kuhmist

Ähnlich funktioniert es auch mit dem Hornmistpräparat. Dabei werden die Hörner mit Kuhfladen gestopft und in der Erde versenkt. „Über den Winter hinweg – von Ende September bis März – haben sie nun Zeit, die kosmischen Kräfte und die Energie der tierischen Hülle zu nutzen. Im Frühjahr wird das Hornmistpräparat nach dem Ausgraben eine Stunde lang in Wasser gerührt und als Spritzpräparat auf dem Boden ausgebracht, wo es als vitalisierendes Mittel die Verbindung von Pflanze und Bodenleben stärkt“, erläutert Alfred Gallo. Aus dem Unkraut Ackerschachtelhalm wird ein wässriger Auszug produziert, der vorbeugend gegen pilzliche Einflüsse ist.

Demeter-Landwirte beobachten die Mondphasen in Bezug darauf, dass es sich auf das Wachstum der Pflanzen auswirken. „Gleichwohl muss ich natürlich auch auf die Bodenverhältnisse achten“, berichtet Holger Gallo, „wenn der Boden zu nass ist, kann ich nicht säen, egal welche Mondphase gerade ansteht.“

veröffentlicht am: 11.04.2018

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