Kreisverwaltung Wetterau

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Auch in der Wetterau steigender Bedarf an Pflegefamilien

Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch, Geschäftsführerin Sarah Goldbach und Regionaleiter Frank Bonsack bei einem früheren Termin.

2017 lebten in Deutschland so viele Kinder und Jugendliche in Pflegefamilien wie noch nie. 81.000 Kinder waren deutschlandweit in Pflegefamilien untergebracht. Hinzu kommen 100.000 Kinder, die in Heimen lebten.

Gründe dafür nennt Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch. „Immer mehr Eltern sind überfordert, vernachlässigen ihre Kinder, und zudem gibt es eine gesteigerte Sensibilität des Umfeldes, das die Jugendämter auf Fälle der Kindeswohlgefährdung aufmerksam macht.“

Aktuell leben im Wetteraukreis 220 Kinder und Jugendliche in Pflegefamilien, hinzukommen 460 in der Stationären Pflege zur Erziehung und in Eingliederungshilfen. Ein Großteil der Kinder und Jugendlichen in Pflegefamilien stammt nach Auskunft der Bundesregierung aus Herkunftsfamilien, die Transferleistungen beziehen, nämlich fast 80 Prozent. Mehr als die Hälfte kommt aus Haushalten, in denen ein Elternteil alleine lebt. „Das sind Werte, die durchaus auf den Kreis übertragbar sind.

„Wenn die Rahmenbedingungen das Leben ohnehin schon schwer machen und dann noch andere Faktoren hinzukommen wie individuelle Probleme, etwa durch Sucht, kann es schnell zu einer Vernachlässigung der Kinder kommen, die deren Wohl gefährdet. Deshalb muss hier das Jugendamt auch eingreifen“, so die Sozialdezernentin weiter.

Trotz der guten Wirtschaftslage nimmt die Zahl der Kinder in Pflegefamilien zu. Waren es 2015 noch rund 170 Kinder, sind es jetzt 220 Kinder und Jugendliche, die in Pflegefamilien leben. Dabei haben die Pflegeeltern eine hohe Verantwortung. Sie erklären sich bereit, für fremde Kinder Eltern auf Zeit oder auch für immer zu sein. Sie geben Kindern und Jugendlichen eine Chance, in einer „normalen Familie“ aufzuwachsen.

Beratung, Betreuung und Unterstützung durch PETRA

Aus pädagogischer Sicht ist die Unterbringung in einer Pflegefamilie bei nicht traumatisierten Kindern die bessere Lösung als die Unterbringung in einem Heim“, argumentiert Erste Kreisbeigeordnete Becker-Bösch. „Wir haben das Pflegekinderwesen an das Projekt PETRA (Partner für Erziehung, Therapie, Research und Analyse) übergeben und damit gute Erfahrungen gemacht.“

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von PETRA unterstützen die Pflegefamilien und bereiten sie auf ihre anspruchsvolle Arbeit intensiv vor. Regelmäßige Schulungen und Fortbildungen, Elternabende, Reflexionsgespräche und Hilfe in Krisensituationen sind dabei Teil des Angebotes.

Wer sich für das Thema interessiert oder selbst Pflegemutter oder Pflegevater werden möchte, findet weitere Informationen bei Projekt Öffnet externen Link in neuem FensterPETRA.

veröffentlicht am: 05.06.2019

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