Kreisverwaltung Wetterau

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Auftakt der Internationalen Wochen gegen Rassismus

Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch (Mitte) eröffnete gemeinsam mit den beiden Mitarbeiterinnen von „Demokratie leben!“ Tania Chirico (links neben dem Roll-up) und Cornelia Wenk (rechts neben Stephanie Becker-Bösch) sowie Gästen die Ausstellung „Demokratie Stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“.

Dieser Tage hat Erste Kreisbeigeordnete Becker-Bösch die Ausstellung „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“ eröffnet. Die Ausstellungseröffnung bildet den Auftakt der internationalen Wochen gegen Rassismus und ist noch bis zum 22. März im Foyer des Kreishauses zu sehen.

Die Ausstellung der Friedrich- Ebert Stiftung, beschäftigt sich in 16 Stelltafeln mit den modernen Formen des Rechtsextremismus und des Rechtspopulismus sowie verschiedenen Möglichkeiten, dagegen vorzugehen.

„Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit – sie muss immer wieder erkämpft werden. Bedroht wird sie heute auch durch einen zunehmenden Rechtspopulismus, der auf Ausgrenzung aufgrund von Äußerlichkeiten setzt“, sagte Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch bei der Ausstellungseröffnung. Die Ausgrenzung richte sich nicht nur gegen Migranten, auch Frauen werden wieder zunehmend mit paternalistischem und chauvinistischem Verhalten konfrontiert.

Aktuelle Erscheinungsformen des Rechtsextremismus

Diesen Befund bekräftigte auch Manuel Glittenberg vom Projekt „Zusammenleben gestalten“, der im Rahmen der Ausstellung einen Vortrag mit dem Titel „Rechtsextremismus – aktuelle Erscheinungsformen, kritische Perspektiven und demokratische Handlungsoptionen“ hielt.

Glittenberg führte aus, dass seit einigen Jahren überall in Europa rechtspopulistische und rechtsextreme Bewegungen Auftrieb erhalten, die eine antipluralistische Gesellschaftsordnung bewerben. Dabei würde Teilen der Bevölkerung die Zugehörigkeit zur Gesellschaft abgesprochen und negative Eigenschaften ausschließlich ihnen zugeordnet.

Ein Beispiel hierfür sei die Bedrohung der sexuellen Selbstbestimmung von Frauen. Viele rechtspopulistische Parolen zielten darauf ab, die Bedrohung von Frauen vor allem Migranten zuzuschreiben. Dabei würde gezielt ausgeblendet, dass über 70 Prozent der Übergriffe aus der Familie oder aus dem Nahbereich kämen. So würde ein gesellschaftliches Problem ausgelagert und ausschließlich den Fremden zugeordnet.

Neue Form von Rassismus

In der Forschung habe sich, so Glittenberg, der Begriff des „Rassismus ohne Rassen“ etabliert, der das Phänomen beschreibt, dass zunehmend Kultur als Abgrenzungsmerkmal gebraucht würde. Hier würden negative Eigenschaften verallgemeinert und bestimmten Kulturen zugeschrieben.

Verschiebung des Sagbaren

Laut Glittenberg kommen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus heute in einem anderen Gewand daher als früher. So würde nur ein kleiner Teil der Rechtsextremen und rechtsextremen politischen Gruppierungen ihren Kampf mit Gewalt austragen. Der überwiegende Teil setze stattdessen darauf, die Grenze des Sagbaren und damit die gesellschaftliche Realität schleichend nach rechts zu verschieben.

Beispiel hierfür sei der Begriff „Flüchtlingswelle“, der auch von den Medien übernommen würde. Damit würde die Assoziation einer Gefahr geweckt, die es wie eine Flutwelle durch Dämme beziehungsweise Mauern einzuhegen gelte.

Handlungsoptionen herausstellen

Im Umgang mit rechtsextremem Gedankengut stellte Glittenberg in seinem Vortrag zwei Handlungsalternativen vor.

Viele Menschen seien im Hinblick auf ihr Weltbild „irritierbar“, das heißt Argumenten noch zugänglich. Hier ginge es darum, die dahinter stehenden Probleme wie die eigene schwierige wirtschaftliche Lage ernst zu nehmen und auf alternative Deutungen und Lösungsansätze zu verweisen.

Eine deutlich kleinere Gruppe sei Argumenten nicht zugänglich. In der Begegnung mit ihnen helfe es nur, anderen Anwesenden die eigene Haltung zu verdeutlichen und ansonsten das Gespräch zu beenden.

Ausstellung noch bis zum 22. März zu sehen

Die Ausstellung „Demokratie stärken- Rechtsextremismus bekämpfen“ der Friedrich-Ebert Stiftung im Friedberger Kreishaus beschäftigt sich mit diesen und weiteren Handlungsmöglichkeiten gegen rechtsextremes und rechtspopulistisches Gedankengut. Sie wird in Kooperation mit dem Wetteraukreis gezeigt. Die Partnerschaft für Demokratie Wetteraukreis wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“  vom Bundesfamilienministerium gefördert.

Die Ausstellung ist im Foyer des Kreishauses in Friedberg, Europaplatz Gebäude B, noch bis zum 22. März zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen: Montag bis Mittwoch 8.30 bis 16 Uhr, Donnerstag 8.30 bis 18 Uhr, Freitag 8.30 Uhr bis 12.30 Uhr,.

veröffentlicht am: 12.03.2019

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