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Bienenschutz beginnt vor der eigenen Haustür

Sandbiene an einem Nistplatz in Bad Nauheim (Foto: Untere Naturschutzbehörde des Wetteraukreises)

Der Schutz von Bienen fängt vor der eigenen Haustüre an. Landrat Jan Weckler wirbt für ein friedliches Miteinander von Menschen und Wildbienen. Mit etwas Rücksichtnahme könnten die Lebensbedingungen dieser auch für den Menschen wichtigen Insekten verbessert werden.

Bei der Unteren Naturschutzbehörde des Wetteraukreises gingen in den letzten Wochen vermehrt Anfragen zu vermeintlichen Wespenplagen ein. Da sich Wespenvölker, die jedes Jahr mit einer einzelnen Königin neu beginnen, erst allmählich aufbauen so dass es für „Wespenplagen“ zu früh ist, stellte sich heraus, dass es sich in allen Fällen um Kolonien von Wildbienen handelt.

„Neben der Honigbiene kommen in Deutschland rund 570 Wildbienenarten vor“, sagt Landrat Jan Weckler dazu, „alle sind nach Bundesartenschutzverordnung geschützt und die meisten in ihrem Bestand bedroht.“ Der größte Anteil der Wildbienen lebt nicht, wie Honigbienen, Wespen oder Hummeln in Staaten und: Wildbienen sind völlig ungefährlich!

Harmlose Bestäuber

Jede Wildbiene versorgt für sich allein ihre Brut. Bei Gefahr verlässt sie eher das kleine Nest und legt ein neues an, als sich selbst durch einen wehrenden Stich in Lebensgefahr zu bringen. Findet sich eine günstige Nistgelegenheit, so sammeln sich schlichtweg viele Wildbienen an einem Platz an, was dann schnell wie ein geschlossener Schwarm erscheint. Beispielsweise Sandbienen, die Erdgänge in lockerem, von Pflanzen unbewachsenem Boden anlegen, bilden schnell solche zufälligen Kolonien. Häufig betroffen davon sind Sandkästen auf Spielplätzen oder Flächen mit breiten Pflasterfugen. „Es ist verständlich, wenn man es unangenehm findet, durch so eine Menge an Insekten laufen zu müssen, aber es besteht keine Gefahr durch Stiche“, beruhigt Dr. Tim Mattern von der Fachstelle Naturschutz- und Landschaftspflege der Kreisverwaltung. Auch Landrat Weckler wirbt für ein friedliches Miteinander zwischen Wildbienen und Menschen. So könnten Nistplätze während der Flugzeit gemieden werden. Vorrübergehende Absperrungen und Informationsschilder zur Lebensweise dieser harmlosen Bestäuber seien ebenfalls hilfreich, etwa auf Spielplätzen. Nach wenigen Tagen oder Wochen ist die Flugzeit der Tiere vorbei und sie machen sich erst wieder bemerkbar, wenn die nächste Generation erwachsen wird, was in manchen Fällen erst im nächsten Jahr geschieht.

Auch wenn es bereits viele Initiativen und Informationen zum Schutz der Wildbienen gibt, nisten 75 Prozent der Wildbienen im Boden und nicht in den vielerorts aufgestellten Insektenhotels.

Wespen und Hornissen treten spürbar erst im weiteren Verlauf des Sommers auf, lästig werden sie dann im Spätsommer. Weckler weist darauf hin, dass eine Beseitigung oder Umsiedelung von Wespen- und Hornissennestern nur bei Gefahr im Verzug sinnvoll sei und durch professionelle Unternehmen durchgeführt werden müsse. Zudem sollte man sich immer vergewissern, ob eine Genehmigung durch die Untere Naturschutzbehörde erforderlich ist.

veröffentlicht am: 04.05.2018

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