Kreisverwaltung Wetterau

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Bio-Zertifikat für den Schlachthof Büdingen

Von links: Hermann Götz, Leiter des Fachdienstes Landwirtschaft, Claudia Zohner, Koordinatorin der Modellregion Ökolandbau Wetterau, Metzgermeister Heiko Nagel, Metzgermeister Klaus Frühling und Matthias Walther, Kreisbeigeordneter und Landwirtschaftsdezernent freuen sich gemeinsam über das Bio-Zertifikat des Büdinger Schlachthofs.

Der Wetteraukreis ist Modellregion für den Ökolandbau. Zur biologischen Haltung von Nutztieren gehört auch die Vermarktung von Bio-Fleisch. Ein wichtiger Baustein dazu wurde im Mai gesetzt: der genossenschaftliche Schlachthof in Büdingen erhielt das Bio-Zertifikat für die Schlachtung von Rindern, Schweinen und Schafen.

Einige Bio-Tierhalter aus der Wetterau und den benachbarten Landkreisen nutzen den genossenschaftlichen Schlachthof Büdingen bereits. Jede Woche werden dort bis zu 15 Tiere aus biologischer Haltung geschlachtet.

Bislang musste der Schlachthof als Lohnschlachtbetrieb jeweils für jeden Bio-Bauernhof einzeln bio-zertifiziert werden. Weil aber nun der Schlachtbetrieb selbst ein Öko-Zertifikat hat, sind die Bio-Landwirte von dieser Bürokratie entlastet.

Was bedeutet ein Bio-Zertifikat für den Schlachthof?

In einem nach Öko-Richtlinien zertifizierten Schlachtbetrieb müssen die Bio-Tiere in einem eigenen Arbeitsgang, getrennt von konventionellen Tieren, geschlachtet und das Fleisch verarbeitet werden. Dies beginnt schon damit, dass die Bio-Landwirte ihre Tiere nach Absprache am Vortag der Schlachtung nach Büdingen transportieren. „Wir verfügen über Stallungen auf dem Betriebsgelände, für die Bio-Nutztiere stehen zwei gekennzeichnete Boxen zur Verfügung, das Futter stellen die Halter“, erklärt Metzgermeister Heiko Nagel von der Schlachthausgenossenschaft Büdingen eG.

Ablaufschemata werden erstellt und die Schlachtpartien sowie die Gerätschaften und Bereiche, die ausschließlich für Bio-Tiere angedacht sind, dokumentiert und gekennzeichnet. So hängen zum Beispiel die Schlachtkörper, die einen Bio-Stempel tragen, im Kühlhaus an gekennzeichneten „Bio“-Rollbahnen, bis der Abtransport im Kühlwagen erfolgt. Diese Bahnen sind ausschließlich für Bio-Tiere vorgesehen. Zum morgendlichen Arbeitsbeginn werden zuerst die Tiere, die nach ökologischen Richtlinien gehalten wurden, geschlachtet. Danach folgen die konventionell aufgezogenen Tiere. Nach Beendigung der Arbeiten werden die Schlachträume grundgereinigt.

Claudia Zohner, Koordinatorin der Modellregion Ökolandbau Wetterau, betreute die engagierten Metzgermeister Heiko Nagel, Klaus Frühling und den kürzlich verstorbenen Gerd Jöckel der Schlachthausgenossenschaft Büdingen eG bei der Vorbereitung und Umsetzung der Bio-Kontrolle.

Aus der Region – für die Region

Immer mehr Verbraucher wollen wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen und wie diese verarbeitet werden. Hier kommt der Zertifizierung des Schlachthofs Büdingen nach Öko-Richtlinien eine Schlüsselrolle zu, weil damit der Weg vom Stall bis auf den Teller der Käufer nachvollzogen werden kann. Getreu dem Motto „Aus der Region für die Region“.

„In regionalen Netzwerken aus Landwirten, handwerklichen Verarbeitern wie dem Schlachthof und Verbrauchern können wir verlässliche Absatzwege für lokale Fleischqualitäten schaffen, die in der Wetterau erzeugt werden“, sagt Matthias Walther bei seinem Besuch des Schlachthofs in Büdingen. „Wir erwarten, dass langfristig die Zahl der geschlachteten Bio-Tiere steigt“, prognostiziert Walther. Hinzu kommt, dass ein Projekt rund um die regionale Fleischvermarktung bis in die Außerhausverpflegung von Kitas und Schulmensen vorangetrieben wird.

Seit rund 120 Jahren wird hier geschlachtet

Der Schlachthof Büdingen wurde 1895 von der eigens dafür gegründeten Genossenschaft gebaut. Zurzeit sind es acht Genossen, darunter drei aktive Metzgerbetriebe, die die Genossenschaft bilden. Sie betreibt einen mittelständischen und leistungsfähigen Betrieb zur tierschutzgerechten Schlachtung, der die strengen EU-Hygienevorschriften erfüllt. Der Schlachthof ist einer der letzten größeren Lohnschlachtbetriebe zwischen Fulda und Aschaffenburg. Mit dem neuen Angebot der zertifizierten Bio-Dienstleistungsschlachtungen wird die Schlachtstätte in Büdingen für weitere ökologisch wirtschaftende Betriebe attraktiv. Info für interessierte Landwirte bei Fleischermeister Klaus Frühling, Telefon: 06042/21 30, Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-MailE-Mail.

veröffentlicht am: 02.07.2019

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