Kreisverwaltung Wetterau

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Das Wetterau-Museum ist das Gedächtnis einer ganzen Region

Die Schnalle ist mit roten Steinen besetzt und sieht aus wie zwei aneinandergefügte Nullen.

Gürtelschnalle aus dem fünften Jahrhundert, gefunden bei Karben.

Der Duden versteht unter einem Museum eine der Öffentlichkeit zugängliche Sammlung von Altertümern, Kunstwerken oder Ähnlichem. In der ursprünglichen Wortbedeutung bedeutet das aus dem Griechischen stammende Wort das Heiligtum der Musen, also der Schutzgöttinnen der Kunst.

Kunst und Altertümer, Zeugnisse des menschlichen Wirkens und Schaffens findet man in den Museen und dafür muss man nicht weit reisen. Auch die Wetterau hat eine bunte Museumslandschaft, in der Schätze verwahrt werden, die es zu entdecken gilt.

In einer kleinen Serie stellen wir ausgesuchte Museen vor und laden zum gemeinsamen Museumsbesuch ein.

Wer das Wetterau-Museum in der Friedberger Haagstraße besucht, der kann ganz tief eintauchen in die Geschichte der Kreisstadt und der ganzen Region und das aus gutem Grund: Denn die Geschichte Friedbergs ist von der der Wetterau nicht zu trennen.

Die Ursprünge des Wetterau-Museums gehen auf das späte 19. Jahrhundert zurück. Im Zuge der Geschichtsbegeisterung im frühen Kaiserreich wurde die Reichs-Limeskommission gegründet, die ab den 90er Jahren zu zahlreichen archäologischen Funden führten.

Die Wetterau wird schon seit vielen tausend Jahren von Menschen besiedelt. Immer wieder finden sich Zeugnisse früherer Kulturen in der Region. Sie zu erfassen und gemeinsam zu präsentieren, war der Wunsch, der schließlich zur Gründung des ersten Wetterau-Museums vor knapp 125 Jahren führte.

Zuerst wurden die Sammlungen in der Burg, später in der neu gebauten Augustinerschule (1901) und dann in der Usagasse 38 gezeigt. 1913 folgte der Umzug in die Haagstraße, an den heutigen Standort, wo einst die städtischen Pferdeställe und auch die Feuerwehr untergebracht waren. Zunächst war das Museum nicht öffentlich zugänglich und wurde wegen verschiedener Verzögerungen erst 1920, vor 100 Jahren, wiedereröffnet

„Das Wetterau-Museum blickt auf eine über 100-jährige Sammlungsgeschichte zurück und versteht sich heute als ein lebendiges Museum für Friedberg und die Wetterau“, erläutert Museumsleiter Johannes Kögler. Einen Schwerpunkt bilden die archäologisch überlieferten Kulturen in der Wetterau von der Steinzeit bis ins frühe Mittelalter, wobei die Epochen der Kelten und der Römer besonderen Raum einnehmen. Ausgewählte Exponate beleuchten in der stadtgeschichtlichen Abteilung die Geschichte von Burg und Stadt Friedberg. Weitere Ausstellungen zeigen die Entwicklung der ländlichen Arbeitswelt in der Wetterau von 1800 bis 1950 sowie einen Friedberger Kolonialwarenladen.

Fenster in die Vergangenheit

Mit kleinen Fenstern in die Vergangenheit hat Museumsleiter Johannes Kögler besondere Akzente gesetzt. „Wir wollen damit auch dem eiligen Museumsbesucher die Möglichkeit geben, direkt die Highlights anzusteuern und gleichzeitig zu einer Vertiefung der Informationen ermuntern.“

Einen breiten Raum nimmt die archäologische Abteilung im Wetterau-Museum ein. „Kein Wunder, denn kaum eine Region in Hessen kann auf eine solche archäologische Fundlage verweisen“, berichtet Kreisarchäologe Dr. Jörg Lindenthal, der sein Büro im Museumskomplex hat. Wer in der Wetterau baut, stößt fast unweigerlich auf Relikte der Vergangenheit, nicht nur keltischen und römischen Ursprungs, sondern auch aus der Zeit des Mittelalters.

Die keltische Abteilung im Museum wurde noch vor der Realisierung des Landesmuseums am Glauberg eingerichtet. Beeindruckend ist auch die mittelalterliche Abteilung, bestückt mit Funden aus der Wetterau, die auf die hohe Bedeutung nicht nur der Kreisstadt Friedberg im Mittelalter hinweisen.

Fast ein Viertel der Fläche des Museums nimmt seit 30 Jahren die Ausstellung „Von der Sichel zur Dreschmaschine - Zur Motorisierung und Mechanisierung der ländlichen Arbeitswelt in der Wetterau 1800 bis 1850“ ein. Die Ausstellung zeigt ein wichtiges Kapitel Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Wetterau mit den gravierenden Umbrüchen durch die Industrialisierung.

Zukunftswerkstatt diskutiert über Perspektiven des Museums

Engagierte Bürgerinnen und Bürger haben sich in einer Zukunftswerkstatt mit den Perspektiven des Wetterau-Museums intensiv beschäftigt. „Wir müssen neue Wege auch der Präsentation gehen, um Menschen auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten für das Museum und die Geschichte der Stadt und der Region zu begeistern“, sagt Museumsleiter Johannes Kögler, der gerne das Museum zur Stadtkirche hin öffnen möchte. Dieser Wunsch wird auch von den Teilnehmern der Zukunftswerkstatt getragen. Der Stadtverordnetenversammlung wurden im Sommer die Ergebnisse der Zukunftswerkstatt vorgestellt. Erst vor wenigen Wochen wurde der Beschluss gefasst, in diesem Jahr einen Architektenentwurf zur Neukonzeption zu erstellen. Bürgermeister Dirk Antkowiak freut sich sehr über diese Entwicklung und vor allem über die direkte Bürgerbeteiligung.

Mit dem Wetterau-Museum wolle man vielen Bedürfnissen entgegenkommen sowohl dem eiligen Besucher, der mit den Fenstern in die Vergangenheit den schnellen Überblick bekommt als auch den Schülerinnen und Schülern, die das Museum als Lernort für praktischen Geschichtsunterricht nutzen können.

Besondere Bedeutung kommt den Sonderausstellungen zu. Herausragend waren die Ausstellungen zum Ersten Weltkrieg, die im jährlichen Wechsel die Jahre 1914 bis 1918 beleuchteten, von der Kriegsbegeisterung bis hin zur Kriegsmüdigkeit. Diese Ausstellung wird in Kürze abgebaut. An deren Stelle tritt eine Ausstellung zum 125. Geburtstag des Büchner-Preisträgers Fritz Usinger. Der in Friedberg geborene Schriftsteller wurde insbesondere durch seine Gedichte und Essays bekannt.

Im ersten Obergeschoss, wo auch die Sonderausstellungen stattfinden, findet sich gleich zu Beginn ein weiterer Höhepunkt, nämlich die großformatige Stadtansicht von 1565, Friedberg von Osten mit Stadtkirche und Adolfsturm.

Manch ein älterer Besucher oder Besucherin werden sich vielleicht noch an die alten Kolonialwarenläden erinnern, die bis zum Siegeszug der Selbstbedienungssupermärkte den Einzelhandel bestimmten. Der liebevoll eingerichtete Kolonialwarenladen Steinhauer ist für viele Entdeckungen gut.

Und dann gibt es noch die Ausstellung zu Elvis Presley dem Musiker, nicht als Star präsentiert, sondern im historischen Zusammenhang mit der Geschichte der US-Armee in Friedberg von 1945 bis 2007.

Was man unbedingt gesehen haben muss

den römischen Münzschatz in einem historischen Tresor. Er stammt aus dem Römerkastell Florstadt und wurde 1984 von einem Landwirt gefunden.

  • den Kolonialwarenladen Steinhauer.
  • die großformatige Stadtansicht von 1565.
  • das Lutherschwert und
  • die archäologischen Funde von der Steinzeit bis zum Mittelalter.

Öffnungszeiten

Dienstag bis Freitag 9-12 und 14-17 Uhr
Samstag 10-12 und 14-17 Uhr
Sonntag, Feiertage 10-17 Uhr

An Karfreitag, Heiligabend, dem 1. Weihnachtsfeiertag, Silvester und Neujahr sowie am Nachmittag des Faschingsdienstags bleibt das Wetterau-Museum geschlossen.

Eintrittspreise

Eintritt: 4 Euro

ermäßigter Eintritt: 2 Euro

Familienkarte: 8 Euro

- maximal 2 Erwachsene + bis zu 4 Kinder

freier Eintritt

- Kinder unter 6 Jahren (bis zum Schuleintritt)
- Mitglieder der Wetterauer Museumsgesellschaft e.V.

veröffentlicht am: 15.01.2020

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