Kreisverwaltung Wetterau

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Datenschutzgrundverordnung im Verein

Unser Bild zeigt von Rechts: den Referenten des Abends, Timo Lienig, Landrat Jan Weckler und die Datenschutzbeauftragte der Kreisverwaltung, Petra Büttner, vor dem neuen Rollup, mit dem der Wetteraukreis bei öffentlichen Veranstaltungen darauf hinweist, dass fotografiert wird.

Mitte November hatte Landrat Jan Weckler zur ersten Informationsveranstaltung „Datenschutz im Verein“ eingeladen. „Die Nachfrage war so groß, dass wir nicht alle Interessenten berücksichtigen konnten. Deshalb haben wir die Veranstaltung noch einmal wiederholt, um allen Vertreterinnen und Vertretern von Vereinen die Möglichkeit zu geben, sich zu informieren, welche Auswirkungen die Datenschutzgrundverordnung (DS-GVO) für ihre Vereine hat“, sagte Landrat Jan Weckler.

Mehr als 100 Vertreterinnen und Vertreter Wetterauer Vereine konnte Landrat Jan Weckler begrüßen. „Es ist gut, dass Sie sich mit dieser europaweiten Rechtsform auseinandersetzen. Der Schutz der personenbezogenen Daten eines jeden Einzelnen steht im Vordergrund der Datenschutzgrundverordnung. Das macht für viele Vereine die Arbeit schwieriger. Aber wir alle sind auch Bürgerinnen und Bürger und wollen nicht zum gläsernen Menschen werden“, sagte Weckler.

Im Anschluss referierte Timo Lienig, Rechtsanwalt einer Fachkanzlei aus Stuttgart, rund zwei Stunden und ließ dabei auch genügend Zeit für die Fragen der Vereinsvertreter. Lienig weiß, dass die Gefahr sich strafbar zu machen, und im Zweifel sogar Schadenersatz leisten zu müssen, viele Vereinsvertreter umtreibt. „Bei Verletzung der Grundsätze der DS-GVO reichen Sanktionen von der Abmahnung bis zum Bußgeld.“ Die Nutzung von Messenger Diensten, wie etwa WhatsApp sei aus Sicht des Datenschutzes ein „no go“. „Der Verein sollte sich da zurückhalten und der Übungsleiter eines Vereins darauf verzichten, eine WhatsApp-Gruppe zu erstellen, um rechtzeitig über Stundenausfall zu informieren“, rät Liening und schlägt als Alternative vor: „Der Übungsleiter informiert ein Gruppenmitglied telefonisch, das Gruppenmitglied erstellt (privat) eine WhatsApp-Gruppe (ohne Übungsleiter) und stellt die Information ein. Wie sind personenbezogene Daten zu beurteilen, wenn es um ein Vereinsjubiläum, um einen Geburtstag oder um eine Ehrung geht? Können solche Daten weitergegeben werden, um mit anderen den Jubilar an seinem Ehrentag zu überraschen? Welcher Verein muss einen Datenschutzbeauftragten berufen? Welche Aufgaben hat er und welche technischen Voraussetzungen müssen im Verein getroffen werden, um den Datenschutz zu gewährleisten? Viele Fragen die alle beantwortet wurden

Besonders spannend, nicht nur aus der Perspektive der Vereine, ist die Frage des Rechtes am eigenen Bild. Das beigefügte Bild machte es ziemlich deutlich. Im Vordergrund stehen die Protagonisten, nämlich Landrat Jan Weckler, Rechtsanwalt Timo Lienig und die Datenschutzbeauftragte der Kreisverwaltung, Petra Büttner. Sie stehen im Zentrum des Bildes. Personen, die sonst noch im Hintergrund des Bildes zu sehen sind, gelten als „schmückendes Beiwerk“, wie Rechtsanwalt Lienig es formulierte. Hier braucht es keine besondere Einwilligung der Abgebildeten.

Ähnliches gilt bei Personen, die an einer öffentlichen Veranstaltung teilnehmen. Unproblematisch sind auch Bilder, für die bewusst posiert wird, etwa bei Mannschaftsbildern. So etwas nennt der Fachanwalt „konkludente Einwilligung“. Vor der Veröffentlichung von Bildern mit Kindern sollte tunlichst eine Genehmigung der Sorgeberechtigten vorliegen. So etwas kann man auch sammeln, etwa wenn Kinder- oder Jugendmannschaften abgebildet werden sollen.

Zuschauer und Teilnehmer an Massenveranstaltungen oder Wettkampfszenen können einwilligungsfrei veröffentlicht werden. Man ist aber gut beraten, wenn man vor der Veranstaltung schriftlich und möglichst auch mündlich auf mögliche Fotoaufnahmen und deren Verbreitung, etwa in sozialen Medien aufmerksam macht.

Weitere Informationen gibt es auf der Öffnet externen Link in neuem FensterHomepage des Wetteraukreises, unter dem Suchstichwort „Datenschutzgrundverordnung“. Hier finden sich auch Links zum Thema und zu anderen weiterführenden Webseiten.

 

 

veröffentlicht am: 12.02.2019

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