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Der Rohrbacher Bärenapfel schmeckt am besten aus dem Bembel

Mit einem Bembel werben Karin und Hans-Joachim Meyer für ihre Strauß- oder auch Besenwirtschaft. Den Besen hält Sohn Niclas Meyer in Händen.

Das „Zum Bembelche“ in Glauburg-Stockheim verdankt seine Existenz dem Zufall und der Gutmütigkeit von Karin Meyer. Das kam so: Mit dem Bau des Vulkanradwegs wurde der Feldweg direkt vor dem Haus der Familie Meyer geteert. „Es war heiß und trocken, und da hab‘ ich einfach den Arbeitern Wasser, Limonade und einen Bembel mit Apfelwein hingestellt. Den fanden die so toll, dass sie gefragt haben, warum ich das nicht regelmäßig mache und eine Straußwirtschaft eröffne.“

Genau das hat Karin Meyer zusammen mit ihrem Mann Hans-Joachim im gleichen Jahr gemacht, und so werden die Früchte von 50 alten Obstbäumen zu einem hervorragenden Apfelwein veredelt. „Vom Anhalter bis zur Zabergäuer Renette, von der Ingrid-Marie bis zum Kaiser Wilhelm kultivieren wir vor allem alte Sorten. Demnächst kommt der Rohrbacher Bärenapfel hinzu, eine alte und regionale Sorte“, erklärt Hans-Joachim Meyer.

„Gekeltert wird noch auf altertümliche Weise“, wie Karin Meyer ausführt. „Zwei Zentner Äpfel werden grob zerkleinert und kommen nach dem Walzen in die Presse. Wir rechnen mit 30 bis 50 Litern pro 100 Kilo. Mehr schafft die Presse aus dem 19. Jahrhundert nicht. Der Trester wird dann an Schafe verfüttert oder wird als Gründünger unter den Apfelbäumen ausgebracht.“

Ausgeschenkt wird im „Bembelchen“ zwischen Ostern und dem letzten Sonntag im September, samstags, sonntags und feiertags zwischen 10 und 19 Uhr. An Aktionstagen kann man eine Kartoffelsuppe genießen vom Meyer’schen Kartoffelacker oder zu jeder Zeit die Spezialität von Karin Meyers Großmutter, eine grobe Bratwurst, gesiedet und hergestellt „vom Metzger meines Vertrauens“, erzählt Karin Meyer.

Der Handkäs muss vorbestellt werden, denn der muss ordentlich ziehen, damit er auch gut schmeckt. Da manche Radler auf dem Vulkanradweg in Stockheim noch nicht am Ziel sind, wird auch nach alkoholfreien Getränken gefragt. Der Apfelsaft ist ein wahres Gedicht. Frisch gepresst mit acht Bar Druck und unter Zugabe von Kohlensäure im 100-Liter-Fass gelagert, schmeckt er sensationell gut.

Wer es lieber süß mag: Karin Meyer backt jedes Wochenende einen Kuchen. Die Eier dazu kommen von den eigenen Hühnern. Man sitzt unter einem Gravensteiner- oder einem Klarapfelbaum, genießt den Apfelwein und lässt die gefahrene Strecke noch einmal Revue passieren. Was kann es für einen Sommerabend Schöneres geben? Die Wetterauer Idylle, hier zeigt sie sich pur.

Mehr Informationen zu allen Straußwirtschaften in der Wetterau gibt es Öffnet externen Link in neuem Fensterhier.

veröffentlicht am: 30.04.2019

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