Kreisverwaltung Wetterau

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Edgar Stürz geht in den Ruhestand

Eddi Stürz auf dem Friedberger Europaplatz, sein Dienstsitz war in den letzten Jahren allerdings Büdingen.

Am 1. August 1971 fand das legendäre ‚Konzert für Bangladesch‘ mit Ex-Beatle George Harrison und Ravi Shankar im Madison Square Garden in New York statt. Friedensbewegt und ziemlich langhaarig waren die Konzertbesucher und auch der 16-jährige Eddi Stürz, der mit der Musik von George Harrison im Kopf seinen ersten Arbeitstag im Landratsamt in Büdingen antrat.

Von Aufbruchsstimmung und Benefizkonzerten für den Weltfrieden war da allerdings wenig zu spüren. Im Büdingen der frühen 1970er Jahre ging es noch gemächlich zu, Landrat Kurt Moosdorf war ein echter Fürst und Bürgermeister Willi Zinnkann als Landtagspräsident eine Institution.

Der junge Eddi Stürz kam aus Rinderbügen, wo seine Mutter ohne den früh verstorbenen Vater, gemeinsam mit Eddis sieben Jahre älterem Bruder, bis zwei Jahre zuvor einen kleinen Bauernhof betrieb. „Die Beamtenlaufbahn war nicht vorgeprägt. Anfang der 70er Jahre war es aber nicht allzu schwer eine gute Lehrstelle zu finden und das Landratsamt schien mir ein guter Arbeitgeber zu sein“, eine Einschätzung, die auch heute noch zutrifft.

40 Jahre Sozialverwaltung

Nach seiner dreijährigen Ausbildung als Verwaltungsfachangestellter schloss er direkt die Ausbildung für den gehobenen Verwaltungsdienst an. Mittlerweile hieß der Arbeitgeber Wetteraukreis. Nach Stationen in der Poststelle, im Ausgleichs- und im Ordnungsamt wechselte Eddi Stürz 1980 zum Sozialamt und dort ist er noch heute tätig.

In den ersten Jahren war er als Sachbearbeiter im Bereich Hilfe zum Lebensunterhalt und Eingliederungshilfe tätig, 1990 übernahm er Leitungsfunktionen im gleichen Bereich. Die Fallzahlen waren 1980 deutlich niedriger als heute. Später kamen insbesondere durch die Einwanderung von Russlanddeutschen, später durch die Kriege auf dem Balkan und im Mittleren Osten, immer mehr Hilfebedürftige dazu.

Eine gravierende Veränderung brachte schließlich die Hartz IV-Reform, die arbeitsfähige Hilfeempfänger auf die Jobcenter verwies, während in den Sozialämtern eher Menschen vorsprachen, die nicht mehr erwerbsfähig waren. So hat beispielsweise die Zahl der Menschen mit psychischen Erkrankungen massiv zugenommen. „Das sind große Herausforderungen für die Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter, die immer wieder Neues lernen müssen. Nicht alles, was sich im Laufe der Jahre veränderte, verbesserte sich auch. So waren zu Zeiten des Bundessozialhilfegesetzes die Möglichkeiten für individuelle Hilfen durch die Anerkennung von Sonderbedarfen höher als heute“, erinnert sich Eddi Stürz.

Neben seiner Berufstätigkeit ist Edgar Stürz auch politisch aktiv. „Ich war von Willy Brandt begeistert und in den frühen 70er Jahren in die SPD eingetreten.“ 30 Jahre war er Ortsvorsteher in seiner Heimatgemeinde Rinderbügen, wo er auch heute noch lebt. Gut 15 Jahre wirkte er in der Stadtverordnetenversammlung Büdingen, seit 2016 ist er Mitglied des Magistrats.

Kohlepapier und Stühle aus Holz

Zurückblickend auf das, was sich in den vergangenen 50 Jahren in der Verwaltung verändert hat, fallen natürlich zuerst die Äußerlichkeiten auf. „Früher gab es Schreibmaschinen mit Kohlepapier und eine Art Pergamentpapier als Durchschlag. Es gab auch schon den einen oder anderen Kopierer, allerdings musste man sich jede einzelne Kopie vom Vorgesetzten genehmigen lassen. Die ersten elektrischen Schreibmaschinen tauchten in den 80er Jahren auf, später auch solche mit Disketten und einem bescheidenen Speicher. Streng hierarchisch organisiert war auch die Möblierung der Büros. Die Stühle waren aus Holz, solche mit Lehnen gab es erst ab Inspektor“, berichtet Edgar Stürz.

In den späten 80er Jahren hielt dann die EDV in Form von Erfassungsgeräten Einzug. Die Daten gingen dann an das Kommunale Gebietsrechenzentrum, von wo aus dann Sozialhilfebescheide in Form von Papierausdrucken wieder zurück an die Verwaltung geschickt wurden. „Auch wenn das Verfahren sich kompliziert anhört, die Software selbst war gar nicht so schlecht und steht den heutigen Entwicklungen nicht unbedingt nach“, erinnert sich Edgar Stürz.

Vom Amt zum Fachbereich

Eine große Veränderung gab es schließlich im Jahr 2001 mit der Aufgabe des Ämtersystems zu Gunsten der Fachbereichsbildung. Dezentralisierung und Regionalteams sollten die Sachbearbeitung näher an die Kunden bringen. Mittlerweile geht das Pendel wieder in die andere Richtung. Komplizierte Rechtskreise machen es nötig, möglichst viel Know-how an einer Stelle zu sammeln.

Nach fast 48 Jahren im Öffentlichen Dienst ist Ende Februar Schluss. Als Pensionär hat Edgar Stürz aber noch einige Ziele: Haus, Hof und Garten will er mehr Aufmerksamkeit schenken, sich mehr Zeit nehmen für das Fahrradfahren und auch in der Kommunalpolitik noch weiter mitmischen. Fahrradtouren und Reisen stehen auf dem Plan. „Mit dem Fahrrad von Wien an den Neusiedler See und wieder zurück ist ein erstes Ziel sobald der Frühling lockt. Alles Weitere ergibt sich“, so Edgar Stürz.

veröffentlicht am: 25.02.2019

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