Kreisverwaltung Wetterau

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Für Daniela Orben ist die Wetterau der Garten Eden

Daniela Orben und ihr Triptychon in der katholischen Christkönigkirche in Ortenberg.

In der katholischen Christkönigkirche präsentiert Öffnet externen Link in neuem FensterDaniela Orben ihre raumfüllende Arbeit „Himmlischer Garten. Irdisches Paradies“. Die in Frankfurt lebende Künstlerin hat ihren Beitrag zum Thema Eden mit Malerei und einer Bauminstallation umgesetzt.

Dabei bezieht sich die Künstlerin auch auf die besondere Kirche, die in den 60er Jahren für Vertriebene aus den Sudetendeutschen Gebieten errichtet wurde. Der schlichte Kirchenbau ist ein eindrucksvolles Zeichen für die damals aktuellen Nöte der Menschen. Vor allem in dem großen Glasbaufenster in der Außenwand kommt dies zum Ausdruck: Vertreibung und Schutzsuche in der neuen Heimat.

Daniela Orben hat einen Apfelbaum, der im Garten ihres Vaters vor Jahren umgestürzt ist, als optische Verbindung mit der Vertriebenenszene auf dem Glasfenster gesetzt. Durch seine, aus dem Stamm wuchernden, kunstvoll verwobenen Wurzeln aus Schnur, Ästen und anderen pflanzlichen Materialien, vereint er sich mit dem Boden der Kirche und führt einen Konsens von Verwurzelungen in verschiedenen Zeitdimensionen der Geschichte herbei. Zudem steht der Baum als Metapher für den „Baum der Erkenntnis“.

Stetig verändernde Licht-, Farb- und Schattenspiele

Verstärkt wird die Interaktion zwischen dem Fenster, der Kirche und dem Baum durch das sich im Laufe des Tages stetig verändernde Licht-, Farb- und Schattenspiel. Gegenüber der Installation hat Daniela Orben ein großes, trapezförmiges Triptychon „Paradiesgarten“ geschaffen, das das irdische Paradies in unterschiedlichen Farbstimmungen und dynamischen Farbflüssen darstellt. „Dabei habe ich mich von der Streuobst-, Wiesen- und Auenlandschaft der Wetterau inspirieren lassen“, berichtet die Künstlerin.

In direkter Nachbarschaft zum Hauptwerk folgt die siebenteilige Werkreihe „Himmlisch“, die den Besucherinnen und Besuchern eine kosmische Anmutung von himmlischen Paradiesgärten vermittelt. Mit Absicht lässt die Künstlerin in diesen Bildern einen großen Spielraum für eigene Phantasiewelten.

„Ich male meine Werke aus dem Gefühl heraus“

Bei der Entstehung ihrer Werke löst sich Daniela Orben von der Realität. „Ich male meine Werke aus dem Gefühl, der inneren Empfindung zur Natur, heraus. Es entsteht ein Wechselspiel aus Loslassen und bewusster Kontrolle, mit dem Ziel, gemeinsam die unterschiedlichen Energien der Natur, ihre Schönheit und Kraft auf der Leinwand einen künstlerischen Ausdruck zu verleihen.

Im Malprozess suche ich immer wieder den Moment, in welchem ich eins mit dem Werk werde. Dies ist gerade in den großen Arbeiten möglich, da ich beim Malen direkt auf der am Boden aufgezogenen Leinwand stehe und somit unmittelbar in meinem Tun. Alle Bewegungen und die aufgebrachte Energie werden direkt durch Schütten, Spritzen, Spachteln, Tropfen, mit meinen Händen, mit Schwämmen, mit Pinseln auf die Leinwand übertragen.“

Zum Projekt Kunst in Kirchen in der Wetterau haben wir mit Daniela Orben gesprochen:

Kunst in Kirchen ist ein in Deutschland einzigartiges und ungewöhnliches Projekt. Worin besteht für Sie der Reiz teilzunehmen?

Daniela Orben: Mich begeistert an dem Projekt, dass in der Ausstellungsreihe sechs Künstlerinnen und Künstler aus verschiedenen Kunstrichtungen in völlig unterschiedlichen Kirchenräumen zu einem gemeinsamen Thema zusammenkommen. Somit entsteht ein spannender, abwechslungsreicher Dialog zum diesjährigen Thema Eden.

Was reizt Sie als Künstlerin, in einer Kirche auszustellen?

Daniela Orben: Sakrale Gebäude besitzen eine einzigartige Atmosphäre. Für diese Räumlichkeiten ein Werk zu erschaffen, finde ich auf besondere Weise anregend. Auch die Herausforderung, Spannung und gleichzeitige Harmonie zwischen den bereits existierenden Kunstwerken und meinen Arbeiten herzustellen, inspiriert mich.

Mit Ihrem Beitrag beziehen Sie ja Position zum Thema Eden. Sehen Sie da ganz allgemein eine gesellschaftliche Relevanz?

Daniela Orben: Im Alten Testament, Moses, Genesis 2,9 und 2,15, steht, dass Eden, das biblische Paradies, von Gott für den Menschen erschaffen wurde. An diesen göttlichen Auftrag, der landwirtschaftlichen Nutzung, verbunden mit der Verantwortung, den natürlichen Raum zu behüten, möchte ich, mit einer Bauminstallation, im Zentrum der Kirche, erinnern.

Eine Kirche ist der Ort, in dem man das Gespräch mit Gott sucht. Traditionelle Kirchenbilder erleichtern dieses Gespräch. Zeitgenössische Kunst kann da wie ein Fremdkörper wirken. Ist das so gewollt?

Daniela Orben: Nein, von Beginn an war es mir ein Anliegen, dass mein Werk eine Verbindung mit der vorgefundenen sakralen Kunst eingeht. So nimmt zum Beispiel mein Gemälde „Irdisches Paradies“, ein Triptychon von 3 mal drei Meter, nicht nur annähernd die Gesamtmaße des gegenüberliegenden Bleiglasfensters auf, sondern auch die Formen des Trapez, welches ein wichtiges Kompositionselement im Fenster darstellt.

Darf Kunst hier provozieren und anecken? Was darf Kunst, was ist ihre Aufgabe?

Daniela Orben: Mit meinen Gemälden und der Rauminstallation zum Thema Eden will ich weder provozieren noch anecken. Im Gegenteil, ich möchte die Besucherinnen und Besucher inspirieren, sie anregen, die herrliche Natur vor der Kirchentür wahrzunehmen und den Wunsch in ihnen wecken, diesen kostbaren Schatz zu behüten.

Welche Reaktionen erwarten Sie von den Besucherinnen und Besuchern?

Daniela Orben: Ich möchte die Besucherinnen und Besucher einladen, in der Kirche zu verweilen und innezuhalten. Sich Zeit zu nehmen für den paradiesischen Ausflug zum Garten Eden.

Die Welt durch sechs Saiten Gitarrenkonzert mit Imran Khan

Am Freitag, dem 6. September, um 19 Uhr, gibt es in der katholischen Christkönigkirche zu Ortenberg einen ganz besonderen Ohrenschmaus zu hören, ein Gitarrenkonzert mit Imran Khan mit dem Titel „Die Welt durch sechs Saiten“.

Imran Khan, Jahrgang 1983, entstammt einer alten indischen Musikerdynastie. Verwurzelt in der klassischen indischen Musik ist er offen für verschiedene Musikstile, die er bei Konzerten in ganz Europa präsentiert. Am kommenden Freitag wird er im Rahmen von Kunst in Kirchen in der Wetterau, in Ortenberg, in der Christkönigkirche, zu hören sein.

Gitarre spielen ist Imran Khans Leidenschaft seit er zwölf Jahre alt ist. Alles hat er sich selbst beigebracht. Seine Finger und die Gitarrensaiten gehen eine Symbiose ein. Er spielt eine Gitarre, doch es klingt nach zweien, war in einem Konzertbericht zu lesen.

Bei seinem Musikstil lässt er sich nicht eingrenzen. Er nimmt Einflüsse aus Musikrichtungen aller Welt auf. Nach Phasen, in denen er sich der elektrischen Gitarre und der Rockmusik widmete, entdeckte er die akustische Gitarre und den Reiz, Meisterstücke, die eigentlich für andere Instrumente komponiert wurden, für die Gitarre zu arrangieren. So sind Bachkompositionen genauso wie solche von Tschaikowski, die er in Konzerten, aber auch als Straßenmusiker präsentiert. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist kostenlos.

veröffentlicht am: 04.09.2019

24. Oktober: Fortbildung in der Ausländerbehörde

An diesem Tag werden keine Kundengespräche stattfinden. Am Freitag, 25. Oktober ist die Fachstelle wieder von 7.30 Uhr bis 12.30 Uhr erreichbar.

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