Kreisverwaltung Wetterau

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Landrat eröffnet Ausstellung zum Jubiläum des Mauerfalls

von links: Marcel Pfeffer, Kurator Joachim Albert, Su Kyoung Yu, Marie-Luise Leonhardt-Feijen, Landrat Jan Weckler und Ralf Clement

Eine Ausstellung zum Thema „30 Jahre Mauerfall" hat Landrat Jan Weckler am gestrigen Montag (12. August) im Friedberger Kreishaus (Gebäude A) eröffnet. Sie steht unter dem Titel GRENZENlos.

Der Tag der Ausstellungseröffnung war mit Bedacht gewählt. Am Vorabend des 58. Jahrestages zum Bau der Mauer haben sich vier Künstlerinnen und Künstler, zwei aus dem Wetterauer Partnerkreis Unstrut Hainich und zwei aus dem Wetteraukreis mit dem Thema "Mauerbau und Mauerfall“ künstlerisch auseinander gesetzt. "Mir ist vor allem wichtig, 30 Jahre nach dem Einsturz der Mauer, die unser Land so lange trennte, dieses historische Ereignis gebührend zu feiern. Wir tun dies mit mehreren Ausstellungen und einer Talkrunde, zu der wir kurz vor dem Jahrestag für den 7. November in den Plenarsaal des Friedberger Kreishauses einladen", so Landrat Weckler.

In der Begrüßung stellte der Landrat noch einmal die historischen Zusammenhänge dar. Nach der Gründung der beiden deutschen Staaten wurde die Versorgungssituation in der DDR immer schlechter. Gleichzeitig kam es zu Repressionen. Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und Versammlungsfreiheit standen nur mehr auf dem Papier. Immer mehr Menschen kehrten dem Regime den Rücken, bis die SED-Führung schließlich das Land mit einer Mauer abriegelte. Mehr als 100 Menschen starben allein durch Schüsse an der Berliner Mauer. Es war, wie Landrat Weckler sagte, die Kraft der Menschen, ihr unbedingter Freiheitswille und der Wunsch nach demokratischen Verhältnissen, die diese Mauer nach monatelangen Demonstrationen zum Einsturz brachte. Weckler berichtete von seinen persönlichen Erfahrungen an der deutsch/deutschen Grenze. Wenige Wochen vor dem Mauerfall war er als Schüler in Berlin und stand am Brandenburger Tor schwerbewaffneten DDR "Grenzschützern" gegenüber. "Wer hätte damals gedacht, dass nur wenige Wochen später diese Mauer einstürzt?"

Joachim Albert, künstlerischer Leiter des Friedberger Kunstvereins und Kurator des Ausstellungsprojektes führte in die Ausstellung ein. "Heute", so Albert, "ist es für viele nicht mehr nachvollziehbar, welche räumlichen Auswirkungen die Mauer einst hatte. Genau deshalb ist es so wichtig, auch mit Kunstausstellungen in diesem Jubiläumsjahr an dieses historische Ereignis zu erinnern."

Der in Echzell lebende Künstler Marcel Pfeffer hat sich für die Ausstellung malerisch mit den persönlichen Geschichten mehrerer Menschen befasst. So entstanden aus Erzählungen Bildwelten, die den persönlichen Prägungen und Erfahrungen der Befragten Raum geben und das Innenleben, die Gefühle und Emotionen zum Ausdruck bringen.

Die in Friedberg lebende koreanische Künstlerin Su Kyoung Yu legt ihrem künstlerischen Beitrag die eigene Grenzerfahrung zugrunde. Ihre Erfahrungen des Bedrohtseins durch diese Grenze sind tief in ihrem Innern verankert und dienten hier zusammen mit der Novelle von Franz Kafka "Beim Bau der chinesischen Mauer" als Inspiration für ihre Arbeiten.

Ralf Clement, Jahrgang 1950, beschreibt die Mauer als ein sehr tiefgehendes Ereignis, das im Unterbewusstsein fortwirke. Die Ausstellung bereichert er mit großformatigen Kollagen, mit Fotos einiger seiner Beiträge zu Grenzprojekten, etwa zu Point Alpha sowie jeweils begleitenden Texten. "Die Grenze geht durch den Bauch", sagte man in der DDR. Ralf Clement hat dazu sehr eigene Gefühle und Gedanken. "Noch heute verspüre ich ein unangenehmes Gefühl, wenn ich eine Grenze passiere. Die große Freude über ein grenzenloses Europa weicht allmählich, da sich Grenzen wieder schließen. Die Erinnerung an die Mauer sollte uns vor Augen halten, wie wichtig die grenzenlose Freiheit für unser Zusammenleben ist. Es bleibt die Hoffnung."

Ebenfalls im Unstrut-Hainich-Kreis lebt Marie-Luise Leonhardt-Feijen. Ihr autobiografisch motivierter künstlerischer Beitrag besteht aus kurzen biografischen Texten und Zeichnungen verschiedener Formate, die sie kollagenartig zusammengefügt hat. Dabei gibt es verbindende Linien, aber auch Stellen, die nicht mehr gut zusammen passen. Diese markanten Strukturen stehen für Lebensläufe mit all ihren Brüchen und Leerstellen.

Die Ausstellung GRENZENlos ist eine Gemeinschaftsprojekt von Wetteraukreis und Kunstverein Friedberg und wird gefördert vom Bundesprogramm „Demokratie leben“. Die Ausstellung ist bis zum 11. November 2019 im Friedberger Kreishaus (Gebäude A, erstes Obergeschoss) während der Öffnungszeiten der Kreisverwaltung montags bis mittwochs 7:30 bis 16:30 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr, freitags bis 12:30 Uhr zu sehen. Danach wandert sie in den Unstrut-Hainich-Kreis.

veröffentlicht am: 13.08.2019

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