Kreisverwaltung Wetterau

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Großes Interesse beim Infoabend zu Wegen und Rainen

Von links: Fachbereichsleiter Christian Sperling, Bernhard Neugirg, von der Naturschutzakademie Hessen, Jannick Volz, Ralf Eichelmann und Dr. Tim Mattern, von der Kreisverwaltung Wetterau.

Rund 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Landwirtschaft, Naturschutz und Kommunen besuchten unlängst eine gemeinsame Veranstaltung zum Thema „Feldwege und Raine“.

Organisiert wurde die Veranstaltung gemeinsam von der Naturschutzakademie Hessen (NAH) und dem Wetteraukreis. Spannende Vorträge und die anschließende Diskussion zeigten, wie vielseitig das zunächst recht überschaubar anmutende Thema ist. Der Wetteraukreis stellte zum Abschluss seine Strategie zum Umgang mit Wegen und Rainen vor.

„Die Zusammenarbeit der NAH mit dem Wetteraukreis ist im Zuge der Einrichtung einer Landschaftspflege-AG im Fachbereich Regionalentwicklung und Umwelt beim Wetteraukreis entstanden“, erinnert Landwirtschaftsdezernent Weckler. Hier tauschen sich Fachbehörden aus den Bereichen Naturschutz, Landschaftspflege und Forst sowie der Naturschutzfonds Wetterau regelmäßig zu Projekten aus.

Viele Nutzungsinteressen

Da das Thema Feldwege und Raine aktuell landesweit zum Teil sehr emotional diskutiert wird und wegen seiner Bedeutung für die Kulturlandschaft, wurde es für eine erste gemeinsame Veranstaltung ausgewählt. Die Wegeparzellen gehören oft den Kommunen und viele Nutzungsinteressen wie Landwirtschaft, Erholung und Naturschutz wirken auf sie ein. Fragen der Gestaltung, Nutzung und Umnutzung dieser Flächen werden immer wieder kontrovers diskutiert.

Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch Fachbereichsleiter Christian Sperling und NAH-Moderator Bernhard Neugirg stellte Dr. Tim Mattern, von der Fachstelle Naturschutz und Landschaftspflege, den aktuellen Stand zu den Artenverlusten in der Agrarlandschaft dar. Mattern gelang es hier, den Einfluss der Landnutzung sowohl in der Landschaft als auch in den Siedlungsbereichen auf die Artenvielfalt klarzumachen ohne undifferenzierte Schuldzuweisungen auszusprechen. Jannick Volz, vom Fachdienst Landwirtschaft, beleuchtete die landwirtschaftliche Sicht auf Feldwege und Raine. Ein Problem ist, dass Pflanzenkrankheiten aus dem Wegrain in Getreidefelder übertragen werden können. Intakte kräuterreiche Wege können aber Äcker vor Einwanderung unerwünschter Gräser schützen. Zudem wurde dargestellt, was auf den Wegeparzellen rechtlich erlaubt ist und was nicht.

Die Biodiversitätsberaterin des Landesbetriebes Landwirtschaft Hessen (LLH), Martina Behrens, zeigte danach auf, wie bei der Beratung von landwirtschaftlichen Betrieben das Thema Artenvielfalt auf Wegen und Rainen den Landwirten nähergebracht werden kann. Drei Vorträge über Modellprojekte hatten mehr praktischen Bezug: Horst Wenisch, von der Stadt Reichelsheim, stellte deren digitalen Landschaftspflegeplan vor, Andreas Mohr, vom Rebhuhnhegering Wetterau, die ökologische Umgestaltung von Feldwegen in Düdelsheim und Patrick Niewiak, vom Amt für Bodenmanagement Büdingen, Ansaatmaßnahmen in Flurbereinigungsverfahren.

Zum Abschluss lieferte Ralf Eichelmann mit der Strategie der Kreisverwaltung zum Umgang mit Wegen und Rainen eine Grundlage für weitere Überlegungen. Abhängig von der Nutzungsintensität wurden Pflege- und Entwicklungsmöglichkeiten von Wege- und Rainparzellen erläutert und mit den Anwesenden diskutiert.

Nach intensiven vier Stunden Informationsvermittlung und Diskussion zum Thema wurde klar: Die Wiederherstellung und für den Naturschutz attraktive Gestaltung von Wegen und Rainen ist eine kommunale Daueraufgabe, die nicht innerhalb weniger Jahre gelöst werden kann. Alle Akteure in der Landwirtschaft, neben den kommunalen Eigentümern und der Landwirtschaft auch die Naturschützer, die Jäger und Verbände sind gefragt, offen und konstruktiv miteinander umzugehen und auch neue Wege wie Ansaaten mit Regiosaatgut oder die Anlage von Ausgleichsflächen für nicht mehr notwendige Wegeparzellen anzugehen. Der Informationsabend war hierfür der gelungene Auftakt.

veröffentlicht am: 09.03.2018

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