Kreisverwaltung Wetterau

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Ich versorge die Kreisverwaltung mit Arbeit

Hans Drechsler hat im April 1983 beim Wetteraukreis angefangen. Genau 36 Jahre später geht er in den wohlverdienten Ruhestand.

Ruhe bewahren können ist eine der wichtigsten Tugenden, die ein Mitarbeiter der Poststelle haben muss, in der täglich mehr als 1.000 Briefe ein- und genauso viele rausgehen. Hans Drechsler ist ein ruhender Pol in der Poststelle und das seit fast 20 Jahren. Ende April geht er nach mehr als 45 Berufsjahren in den Ruhestand.

Hans Drechsler, 1955 in der Nähe von Hermannstadt in Siebenbürgen geboren, machte dort eine Lehre als Landwirtschaftstechniker. Mit seinen Eltern kam er 1977 in die Wetterau, wo er als Mechaniker in der Zuckerfabrik in Friedberg Arbeit fand. Nachdem die geschlossen hatte, arbeitete er für einige Monate in Bad Nauheim bei einem Unternehmen, das sich auf Mikroverfilmungen spezialisiert hatte. „Den ganzen Arbeitstag im Dunkeln zu verbringen und abends ins grelle Licht zu schauen, das war nichts für mich. So habe ich die Gelegenheit genutzt und mich beworben, als beim Wetteraukreis eine Stelle als Hausmeister frei wurde.“ Das war 1983, und Hans Drechsler bekam die Stelle und arbeitete 17 Jahre lang als Hausmeister in der Kreisverwaltung, bis sich im Jahr 2000 eine neue Herausforderung bot. „Der langjährige Poststellenleiter ging in Rente, und ich wollte gerne nochmal etwas anderes machen. Aber, ob als Hausmeister oder in der Poststelle, die Arbeit hat stets Spaß gemacht. Es kommt einfach auf die Einstellung an.“

Täglich mehr als 1.000 Briefe

Dienstbeginn ist morgens um 6:45 Uhr, dann werden die ersten 30 bis 40 E-Mails gecheckt und den entsprechenden Fachdiensten zugeordnet. Um 7:30 Uhr fährt Hans Drechsler zur Post. „Dann hole ich die Arbeit für das ganze Haus.“ Täglich gehen mehr als 1.000 Briefe und 20 bis 25 Einschreiben ein. Dazu werden von der Post und verschiedenen Lieferdiensten noch Pakete angeliefert, die es ebenfalls zu verteilen gilt.

„Die Post wird geöffnet, mit Ausnahme der Schreiben an Landrat Weckler, Erste Kreisbeigeordnete Becker-Bösch und Kreisbeigeordneten Matthias Walther. Auch Personalsachen öffnen wir nicht.“ Anschließend werden sie den fünf Fachbereichen, 19 Fachdiensten und den Fachstellen zugeordnet. Das übernimmt Johanna Fröhlich, die seit mehr als zehn Jahren ein eingespieltes Team mit Hans Drechsler bildet.

Er selbst kümmert sich um die Ausgangspost. Die Schreiben kommen aus den Fachbereichen und Fachdiensten, adressiert und zugeklebt. Hier werden sie dann nach Gewicht und Maß sortiert und dann mit einer Maschine frankiert. Die Portokosten werden auf das Komma genau den einzelnen Einheiten zugeordnet.

Die Schreiben mit Postleitzahlen, die mit 61… beginnen, werden gesondert sortiert. Die sind etwas billiger als die Standardpost. Bei mehr als 1.000 Briefen pro Tag kommen da im Jahr gewaltige Summen zusammen, rund eine Viertelmillion Euro zahlt der Wetteraukreis für das Porto pro Jahr. Darin enthalten ist seit kurzer Zeit ein besonderer Service der Post, die Briefe werden nachmittags abgeholt.

Auf seinen Ruhestand freut sich Hans Drechsler, aber er geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Ich habe immer gerne gearbeitet. Wir haben hier ein tolles Team. Es war nie langweilig und hat immer Spaß gemacht.“

Als Nächstes will er testen, ob tatsächlich etwas stimmt an dem Spruch, dass Rentner nie Zeit haben. Zeit nehmen will er sich für den eigenen Garten in Schwalheim und für die Enkel. Im Juni geht es dann auf große Tour nach Siebenbürgen, und als weiteres Ziel stehen die USA auf dem Reiseplan, ein Traumziel schon seit Langem.

veröffentlicht am: 24.04.2019

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