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Interkulturell dem Ehrenamt auf der Spur

Von links: Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch, Ingrid Schmidt-Schwabe (Erste Vorsitzende des Freiwilligenzentrums Bad Nauheim), Landrat Jan Weckler, Heidrun Schröder-Höbbel (Zweite Vorsitzende des Freiwilligenzentrums Bad Nauheim) und Werner Hinz, Projektleiter für den Kalender.

Ohne das ehrenamtliche Wirken vieler Menschen wäre unsere Gesellschaft ärmer. Einen kleinen Ausschnitt aus der Vielfalt ehrenamtlichen Wirkens zeigt die Ausstellung „Interkulturell dem Ehrenamt auf der Spur – engagiert von acht bis 88“, die Landrat Jan Weckler und Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch am heutigen Dienstag (15. Januar 2019) eröffnet haben.

Unser Land verändert sich. Der demografische Wandel ist heute schon spürbar. Gleichzeitig ist Deutschland zu einem Sehnsuchtsort für viele Menschen auf der Welt geworden. Sie kommen zu uns mit ihren Hoffnungen und Träumen, mit ihren Erwartungen, aber auch mit ihren Fähigkeiten und Potentialen. „Die Aufgaben, die vor uns liegen, kann der Staat alleine nicht lösen. Wir sind angewiesen auf viele freiwillige helfende Hände, auf Menschen, die sich einbringen wollen. Deshalb ist es ein glücklicher Zufall, dass die Menschen auch im fortgeschrittenen Alter noch fit sind und bereit, ihre Kompetenzen anderen zur Verfügung zu stellen“, sagte Landrat Jan Weckler. „Der Ehrenamtskalender des Öffnet externen Link in neuem FensterFreiwilligenzentrums Bad Nauheim und die Ausstellung, die wir heute eröffnen, zeigen die Vielfalt des ehrenamtlichen Wirkens und die Chancen, die das Ehrenamt in jedem Alter bietet“, ergänzt Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch.

Mit acht Jahren schon ehrenamtlich aktiv…

Severin Jäger ist erst acht Jahre und schon als Lesescout für andere aktiv. Er selbst liest gerne und liest auch gerne vor, und die Vorschulkinder haben Spaß an seinen spannenden und lustigen Geschichten.

Günter Hummel ist seit Gründung der Bürgerstiftung „Ein Herz für Bad Nauheim“ in dessen Vorstand aktiv. Er betreut ältere, zum Teil auch demente Menschen, bringt Zuwendung und Lebensfreude und sieht dies auch als Gewinn für sich selbst.

…und mit 89 immer noch

Hans-Günter Patzke ist Historiker und auch mit 89 Jahren noch seiner Profession treu. Viele Jahre engagierte er sich als Sprecher, Motor und Kümmerer in der AG Geschichte Bad Nauheim, weil er um die identitätsstiftende Wirkung des Wissens über die Lokalgeschichte weiß.

Ingeborg Bötsch ist seit vielen Jahren in der Katholischen Bonifatiusgemeinde Bad Nauheim engagiert. Die 79-Jährige wünscht sich, dass möglichst viele Menschen die Notwendigkeit und den Wert des Ehrenamtes erkennen, dieses Amt mit Freude annehmen und ehrlich miteinander umgehen. Dabei sollten weder Hautfarbe noch der Glaube eine Rolle spielen.

Richard Klein ist vielseitig ehrenamtlich unterwegs: Beim VdK, beim Kirchenvorstand Altenstadt-Höchst, als Mitbegründer der Büdinger Tafel, als Behindertenbeauftragter und als Übungsleiter für Working. Dass er selbst so engagiert ist, führt er auf die eigene Betroffenheit zurück. „Ich hab mir vorgenommen, wenn ich wieder gesund werde, mich sozial zu engagieren.“

„Helfen, ohne zu fragen wem“

„Helfen, ohne zu fragen wem“, ist das Motto von Kerstin Girke. Die 37-Jährige engagiert sich seit fast 20 Jahren für das Rote Kreuz. Seit dem vorletzten Sommer baut sie gemeinsam mit einer Kollegin eine Jugendgruppe auf, um Kinder und Jugendliche kindgerecht an das Thema Erste Hilfe heranzuführen und ihr Interesse für soziales Engagement, Inklusion und Integration zu wecken.

Der Wunsch, ihren christlichen Glauben lebendig umzusetzen und anderen davon zu erzählen, leitet Ursula Liedtke. Die 77-Jährige hat lange Jahre in Bad Nauheim im Probst-Weinberger-Haus und im Wiesenhaus in der Pflege und in der Verwaltung gearbeitet. Nach der Pensionierung hat sie einfach an gleicher Wirkungsstätte ehrenamtlich weitergemacht.

„Ich bin mit Leib und Seele Pfadfinderin und will meine Erfahrungen des ‚Pfadfinderseins‘ an junge Menschen weitergeben.“ Das ist die Motivation von Katharina Dombrowski.

Adelheid Müller hat sich in ihrem ganzen Leben um die Belange anderer Menschen gekümmert, besonders um hilfebedürftige Alleinstehende. „Das Fräulein Müller“, wie sie noch immer genannt wird, ist jedem in Altenstadt bekannt. Die pensionierte Lehrerin wünscht sich vor allem, dass Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen sich mit Respekt begegnen und gegenseitig ihre Würde achten, so dass ein friedvolles Neben- und Miteinander entsteht.

„Ich weiß, wie wichtig es ist, mit anderen zu teilen“

Erika Freitag ist mit ihren 82 Jahren noch immer an drei Tagen in der Woche ehrenamtlich bei der Friedberger Tafel aktiv. Als Kriegskind weiß sie, wie wichtig es ist, mit anderen zu teilen. “Ich kenne es nicht anders und es gefällt mir. Es gibt meinem Rentnerdasein einen Sinn.“

Martin Fink ist Begründer der Bürgerinitiative zum Erhalt des „Alten Friedhofs“. Das historische Interesse des 77-Jährigen ist es, die reichhaltige Stadtentwicklung des 19. Jahrhunderts in Bau-, Kunst- und Lebensform für uns Bürger des 21. Jahrhunderts unvergessen zu machen und zu gestalten.

Rosemarie Metz sagt: „Es ist schön, den ‚Älteren‘ helfen zu können“. Dabei ist Küchenfee Rosi selbst schon 88 Jahre und seit mehr als 20 Jahren Mitglied im Zentralverband der sozial Versicherten - Rentner und Hinterbliebenen und hier ehrenamtlich aktiv. Schon als junges Mädchen habe sie gerne im Küchenbereich gearbeitet und bis in die 1970er Jahre war sie als Gastwirtin aktiv.

„Zwölf Beispiele ganz unterschiedlicher Menschen und ganz unterschiedlicher ehrenamtlicher Tätigkeiten, die Mut machen, weil sie zeigen, dass es so viele gibt, die sich für andere engagieren, die aber auch Interesse erzeugen für die vielfältigen Tätigkeiten im Ehrenamt. Wir wünschen dieser Ausstellung“, so Landrat Weckler und Sozialdezernentin Becker-Bösch, „möglichst viele interessierte Besucherinnen und Besucher.“

Die Ausstellung „Interkulturell dem Ehrenamt auf der Spur“ ist noch bis zum 15. Februar im Kreishaus am Friedberger Europaplatz, Gebäude B, während der Öffnungszeiten der Kreisverwaltung montags bis mittwochs 7:30 bis 16 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr und freitags bis 12:30 Uhr zu sehen.

veröffentlicht am: 15.01.2019

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