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Kunst in Kirchen in der Wetterau endet mit ‚Wassermusik‘

Beate Gatscha und Gert Anklam mit der Wasserstichorgel bei der Abschlussveranstaltung von „Kunst in Kirchen der Wetterau 2017“ in der Katholischen Kirche St. Bonifatius zu Karben

"Kunst in Kirchen der Wetterau 2017" ist Geschichte. Am vergangenen Samstag endete das sechswöchige Projekt mit einem Konzert von Liquid Soul in der Kirche St. Bonifatius zu Karben.

Sechs Wochen verwandelten die Künstler Nicole Ahland, Werner Cee, Jukka Korkeila, Katharina Meister, Ulrike Obenauer und Cornelia Rößler die Evangelischen Kirchen in Butzbach, Nieder-Weisel, Wölfersheim und Friedberg sowie die beiden Katholischen Kirchen in Rosbach und Karben zu Kunsträumen. Mit Licht- und Toninstallationen, mit Scherenschnitten und Metallwürfeln wurde das Thema „Aufbrechen“ entlang des Lutherweges thematisiert.

Die Abschlussveranstaltung in Karben nutzte Kurator Joachim Albert zu einem positiven Fazit: „Wir sind zufrieden mit dem Besuch in den Kirchen und den Veranstaltungen. Unser Ziel, Besucherinnen und Besucher von Gottesdiensten mit Kunst zu konfrontieren und Kunstinteressierte in die Kirchen zu holen, haben wir erreicht.“

Die Abschlussveranstaltung mit Gert Anklam und Beate Gatscha setzt nicht nur den Schlusspunkt, sondern war auch einer der Höhepunkte im Rahmenprogramm von Kunst in Kirchen. Zuvor lud Bruder Paulus Terwitte zu einem Workshop über „Franz von Assisi und seine evangelische Inspiration“ ein. Der Geistliche im Kapuzinerorden begleitete dann auch das Konzert mit philosophischen Gedanken zum Thema „Aufbrechen“ und neue Kulturen.

„Die Musik ist Schmuck für die Stille“, sagte Bruder Paulus, ein Satz, der wie gemacht ist für die Musik von Gert Anklam und Beate Gatscha. Während sie virtuos die Hang spielte, setzte vom anderen Ende des Kirchenraumes ihr Partner mit dem Sopransaxophon ein.

Ein musikalisches und instrumentales Novum der beiden ist die Wasserstichorgel, die sie selbst entwickelt haben: bestehend aus vier Kunststoffrohren unterschiedlicher Länge und Dicke, die Orgelpfeifen ähneln und wohl auch so aufgebaut sind. Töne entlockt man den Pfeifen, indem man sie in Wasser taucht und mit mehr oder minder starken Bewegungen den Luftdruck in den Rohren (Pfeifen) verändert. Damit traten die beiden den Beweis an, dass man für sinnliche Musik keineswegs viele Orgelpfeifen benötigt, vier – richtig eingesetzt – genügen vollkommen.

Nachdem Bruder Paulus den Zusammenhang von Aufbrechen und dem Entdecken anderer Kulturen und Sichtweisen herstellte, entführten die beiden Musiker mit einem Xylophon ähnlichem Instrument die Zuhörer in fremde Welten. Dem Instrument aus Bali, bestückt mit Bronzeplatten, die man über Bambusstäben als Resonanzkörper zum Klingen bringt, entlockten sie Töne wie aus einem buddhistischen Tempel.

„Was für ein Segen, dass man aus dem, was einem so hart und fremd vorkommt, Töne entlocken kann“, fand Bruder Paulus. Ein ganz ungewöhnliches Klangerlebnis, das noch vielen lange in guter Erinnerung bleiben wird; ein wahrhaft passender und würdiger Abschluss für die fünfte Auflage von Kunst in Kirchen.

veröffentlicht am: 25.09.2017

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