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Kunst in Kirchen - Marimbaphon und phantastische Fiktion

Ausschnitt aus einem Bild von Marina Sailer

Am kommenden Samstag, dem 31. August, findet im Rahmen von Öffnet externen Link in neuem FensterKunst in Kirchen in der Wetterau ein Konzert mit Alex Jacobowitz in der evangelischen Kirche in Ober-Seemen statt.

Jacobowitz gilt als einer der weltbesten Marimbaphonspieler der Welt, der auf seinem dem Xylophon ähnelnden Instrument mit vier Schlägeln ganz unterschiedliche Musikgenres beherrscht. Er spielt Bach und Beethoven und als orthodoxer Jude immer wieder Klezmer, jene aus dem Judentum stammende Volksmusik, die Jacobowitz mit Geschichten garniert. Er musiziert, wie er selbst sagt, „um den Ewigen zu loben“. Passender könnte eine Veranstaltung im Rahmen von Kunst in Kirchen in der Wetterau kaum sein.

Marina Sailer schafft phantastische Fiktionen

In der evangelischen Kirche in Ober-Seemen ist noch bis Ende September die Arbeit von Marina Sailer zu sehen. Durchaus realistisch anmutende Ansichten von Gebäuden und Naturlandschaften verbindet die in Düsseldorf lebende Künstlerin übergangslos zu phantastischen Fiktionen. Innen und Außen verschmelzen zu einer zauberhaften, bezaubernden Atmosphäre. Kaum fasst das Auge die Fülle: Romantische Motive verbinden sich mit dramatischer Farbigkeit in einer nachgerade impressionistischen Malweise.

Die Kirche in Ober-Seemen scheint für die Kunst von Marina Sailer besonders geeignet. Der gotische Ursprungsbau, in seiner Gestalt noch deutlich erkennbar, ist mehrfach überformt, besonders in der Barockzeit und in der Romantik. Die doppelte Emporenanlage prägt das Schiff und ermöglicht überraschende Durchblicke. Der gotische Chor ist hingegen hell durchleuchtet, wirkt leicht. Dazu kommt eine überwältigende Farbigkeit: Die lichtblauen Emporen kontrastieren zu den mennigroten Ausstattungsstücken.

Harmonisch entfaltet sich die Natur: Schlanke Bäume, ein Wasserfall rauscht, ein Bach strömt den Betrachtenden entgegen, einzelne Tiere beleben das Bild. Mitten aus dem Vordergrund blickt ein Kakadu auf die Betrachter, als ob er Kontakt aufnehmen wolle: so kommt mit den Betrachtenden der Mensch in den Garten.

Ganz in der Ferne leuchtet ein goldener Horizont, wie eine auf- oder untergehende Sonne. Das ganze Bild ist davon durchstrahlt. Doch ist es mehr als eine Sonne, es mag der leuchtende Rand der Welt sein, wo am Ende der göttliche Schöpfer weiter und weiter wirkt.

 

Wir haben mit Marina Sailer über ihre Arbeit bei Kunst in Kirchen gesprochen:

Kunst in Kirchen ist ein in Deutschland einzigartiges und ungewöhnliches Projekt. Worin besteht für Sie der Reiz teilzunehmen?

Marina Sailer: Das Projekt wird von herzensnetten Menschen kuratiert und unterstützt. So bereitet es viel Freude, daran teilzunehmen.

Was reizt Sie als Künstlerin, in einer Kirche auszustellen?

Marina Sailer: Ich wollte schon immer ein zeitgenössisches Altarbild für eine alte Kirche malen, um heute und damals für morgen zusammenzubringen.

Mit Ihrem Beitrag beziehen Sie ja Position zum Thema Eden. Sehen Sie da ganz allgemein eine gesellschaftliche Relevanz?

Marina Sailer: Der Mensch ist gut dabei, die Natur zu zerstören statt die Erde in einen blühenden Garten Eden zu verwandeln. Mit meinem Beitrag erschaffe ich mein Paradies auf der Erde.

Eine Kirche ist der Ort, an dem man das Gespräch mit Gott sucht. Traditionelle Kirchenbilder erleichtern dieses Gespräch. Zeitgenössische Kunst kann da wie ein Fremdkörper wirken. Ist das so gewollt?

Marina Sailer: Kunst muss meiner Meinung nach weder provozierend noch zerstörend sein. Sie muss nicht wie ein Fremdkörper in einer Kirche wirken. Sie kann auch eine homogene Zusammenstellung in sich bergen. Auch widerspricht die Kunst nicht dem Gespräch mit Gott, der alles erschaffen hat, weil der Künstler eher sein Kind und seine Schöpfung ist, genau wie die künstlerische Arbeit auch Gottes Werk ist.

Darf Kunst hier provozieren und anecken? Was darf Kunst überhaupt? Was ist ihre Aufgabe?

Marina Sailer: Zeitgenössische Kunst soll die Welt verbessern, nicht verschlechtern.

Welche Reaktionen erwarten Sie von den Besucherinnen und Besuchern?

Marina Sailer: Es würde mich glücklich machen, wenn sie sich an meinem Werk erfreuen.

veröffentlicht am: 28.08.2019

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