Kreisverwaltung Wetterau

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Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger im Wetteraukreis,

durch die Verbreitung des Coronavirus (COVID-19) befinden wir uns in Deutschland derzeit in einer Ausnahmesituation, die uns allen sehr viel abverlangt und auch noch abverlangen wird. Die Gesundheitsversorgung im Wetteraukreis ist derzeit gesichert. Wir müssen uns jetzt der neuen Lage anpassen, um die Gesundheitsversorgung auch beim Anstieg der Ausbreitung des Coronavirus gewährleisten zu können.

Das Coronavirus ist in unserer hochmobilen Gesellschaft schnell verbreitet. Unsere bisherige Arbeit hat der Eindämmung und Kontrolle gedient. Mit jeder neuen Welle von Reiserückkehrern aus immer mehr dazukommenden „Risikogebieten“ ist dieses Ziel nicht mehr zu halten. Das Virus ist unter uns. Auch Bundes- und Landesregierung haben gemeinsam mit dem Robert-Koch-Institut in den letzten Tagen darauf hingewiesen. Ziel aller Maßnahmen ist es, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit unsere medizinischen Kapazitäten für die wirklich ernsten Fälle ausreichend vorhanden sind.

Die gute Nachricht ist: in den allermeisten Fällen wird das Virus als harmloser grippaler Infekt ablaufen. Bitte verhalten Sie sich auch so. Wer Symptome hat, bleibt zu Hause und zieht sich zurück. Es gibt keine spezielle Therapie und auch keine Impfung. Die Testung macht hier keinen Sinn mehr, da sie  keine medizinische Konsequenz hat. Auch die Kontakte zu bestätigten Fällen oder die Reiserückkehrer aus Risikogebieten werden nicht getestet, sondern bleiben zu Hause. Die Mengen an Testungen beanspruchen medizinisches Personal sowie Ressourcen, die an anderer Stelle notwendig gebraucht werden.

Wir müssen vielmehr unsere Haus- und Fachärzte unterstützen, die für die ambulante medizinische Versorgung stehen. Sie werden alle Kraft brauchen, um kranke Menschen ambulant weiter zu versorgen. Ziel ist es, Krankenhauseinweisungen zu vermeiden.

Es wird schwer verlaufende Erkrankungsfälle geben, die in unseren Kliniken behandelt werden müssen. Hierfür brauchen wir unsere Kraft, das Material und sonstige Ressourcen. Wer wirklich krank ist, stellen Ärzte fest. Den Zugang zu den Kliniken bestimmen die Ärzte.

Alle Maßnahmen, die in den letzten Tagen eingeleitet wurden (z. B. Versammlungsverbote, Schul- und Kita-Schließungen, Hygienemaßnahmen etc.) dienen der weiteren Verzögerung der Virus-Ausbreitung unter uns Menschen. Die Lage ist hochdynamisch und verändert sich täglich. Daher ist nicht auszuschließen, dass in der nächsten Zeit weitere Einschränkungen des täglichen Lebens auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes erlassen werden. Darauf müssen wir alle vorbereitet sein.

Daher gelten folgende Verhaltensregeln:

  • Wer sich krank fühlt oder Symptome hat, bleibt zu Hause! Er nimmt telefonischen Kontakt zu Hausärzten und Fachärzten auf. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst (ÄBD) steht unter der  Telefonnummer 116 117 rund um die Uhr zur Verfügung.
  • Für Ärzte, Ärztliche Bereitschaftsdienst (ÄBD), die Ambulanzen und Krankenhäuser gilt gleichermaßen: vorher anrufen! Vieles kann per Telefon geregelt werden, z. B. die Krankschreibung.
  • Bitte kein Krankenhaus, eine Ambulanz oder eine Arztpraxis ohne vorherige Anmeldung und Absprache betreten. Sie werden ggf. direkt wieder fortgeschickt. Arzttermine steuern die Ambulanzen selbst.
  • Pflegedienste und Altenheime müssen weiter ihre Arbeit machen können. Bitte beachten Sie die Einschränkung von Besuchszeiten und Kontakten. Gleiches gilt auch für die Krankenhäuser.

Ab Montag, 16.03.2020, werden Krankenhäuser Wahleingriffe, also nicht zwingend notwendige Operationen, einstellen. Nur noch Notfallbehandlungen oder nicht verschiebbare Eingriffe werden durchgeführt. Alle sonst verfügbaren Ressourcen werden auf die Behandlung von zusätzlich anfallenden Notfallpatienten durch das Coronavirus konzentriert.

Natürlich wird es unabhängig davon weitere Notfälle geben. Der Rettungsdienst nimmt selbstverständlich seine Aufgabe wahr. Wer ein lebensbedrohliches Problem hat, kommt über die die Telefonnummer 112 an unsere Leitstelle und wird vom Rettungsdienst versorgt. Die 112 ist aber niemals die Ersatznummer, wenn man auf der Telefonnummer 116 117 (Ärztlicher Bereitschaftsdienst) nicht durchkommt.

Wir werden Sie über unsere Homepage weiter auf dem Laufenden halten. 

Dr. Reinhold Merbs
Amtsarzt 

Jan Weckler
Landrat

Stephanie Becker-Bösch
Gesundheitsdezernentin

veröffentlicht am: 15.03.2020

Wetteraukreis

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