Kreisverwaltung Wetterau

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Manfred Bretthauer geht in den Ruhestand

Ende März ist endgültig Schluss. Dann beginnt nach 49 Berufsjahren der Ruhestand für Manfred Bretthauer.

Wer glaubt, der wichtigste Mensch in einem Unternehmen sei der Manager, der hat noch nie den Ausfall der Heizung im eisigen Winter erlebt oder Toiletten, die wegen Verstopfung nicht mehr zu nutzen sind.

Sie sorgen auch bei Eis und Schnee für geräumte Wege, halten die Anlagen sauber, öffnen Türen und Tore in Haus und Tiefgarage, entsorgen Altpapier und übernehmen die allfälligen Reparaturarbeiten. Die Rede ist von Hausmeistern. Ohne sie läuft nur wenig. Manfred Bretthauer kann das gut beurteilen. Er ist der Leiter des Hausmeisterteams in der Wetterauer Kreisverwaltung. Nach 20 Jahren im Team und insgesamt 49 Berufsjahren ist jetzt Schluss. Ende März geht Manfred Bretthauer in den wohlverdienten Ruhestand.

Täglich werden die Außenstellen mit Post versorgt, sämtliche Reparaturen übernehmen - mit Ausnahme der Elektroarbeiten an den Schaltschränken - Schreibtische und Schränke aufbauen, Umzüge im Haus durchführen, klemmende Türschlösser und Fenster richten. Bei 250 Büros allein am Europaplatz kommt da schon ganz schön was zusammen.

Manfred Bretthauer ist mehr der herbe Typ, der aus seinem Herzen keine Mördergrube macht, der auch mal sagt, wenn ihm etwas nicht passt, etwa wenn bei Sitzungen im Plenarsaal die Hälfte der Besucher ruft, es sei zu kalt, während die andere sich beschwert, es sei viel zu heiß. Die Aufgaben, mit denen das Hausmeisterteam beauftragt wird, sind nicht immer logisch und manchmal widersprechen sie sich. „Da werden Büros zu Sitzungsräumen umgeräumt und wenige Wochen später zurück in Büros, weil dringend benötigtes Personal eingestellt wurde.“

Eines der einschneidendsten Erlebnisse war der Orkan Kyrill, der im Januar 2007 über Deutschland fegte und immensen Schaden anrichtete. „Frühmorgens riefen mich die Kollegen der Leitstelle an und sagten, das Dach sei weg. Tatsächlich hatte der Orkan das Metalldach über dem achten Stock des Gebäudes am Friedberger Europaplatz abgerissen und auf die umliegenden Straßen verteilt. Dass damals niemand zu Schaden kam und auch keine weiteren Gebäude beschädigt wurden, kann man nur als Riesenglück bezeichnen“, so Manfred Bretthauer.

Einen weiteren Horrortag erlebte er 2014, als ein Notstromaggregat ausprobiert wurde, die Elektrofachfirma allerdings die Kabel falsch verlegt hatte, so dass bei fast allen elektrischen Anlagen in der Kreisverwaltung die Netzteile durchbrannten. „Ein immenser Schaden, der uns im Hausmeisterteam jede Menge Arbeit machte.“ Dagegen kann Manfred Bretthauer nur lächeln, wenn er daran denkt, dass im vergangenen Sommer viele Anrufe kamen, es sei zu heiß in den Büros. „Wir haben daraufhin beim Wetterdienst in Offenbach angerufen, aber die konnten leider auch keine Abhilfe schaffen. Mehr konnte ich den Kollegen eben auch nicht sagen.“ Klimaanlagen gibt es für die Büros in der Kreisverwaltung nicht.

Manfred Bretthauer wurde 1955 in Michelau geboren, heute Stadtteil von Büdingen. Dort lebt er heute noch, und dort würde er auch niemals wegziehen, sagt er. „Die Großstadt wäre nichts für mich.“

Nach einer Lehre zum Metallbauer arbeitete er 15 Jahre bei einem Fensterbauunternehmen in Büdingen. Nach dessen Konkurs arbeitete er einige Jahre in einer Druckerei und später im Büdinger Krankenhaus. Seit 1999 ist Manfred Bretthauer Mitarbeiter des Wetteraukreises, und fast genauso lange Leiter des Hausmeisterteams.

Manfred Bretthauer ist in seinem Heimatdorf Michelau fest verwurzelt. Der Feuerwehr trat er schon als 15-Jähriger bei, seit fast 40 Jahren ist er Vereinsvorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr. 37 Jahre war er Wehrführer in Michelau, nicht ganz so lange stellvertretender Stadtbrandinspektor in Büdingen, seit 35 Jahren gehört er dem Ortsbeirat Michelau an. „Ich will mich für meine Mitbürgerinnen und Mitbürger einsetzen, aber ohne in einer Partei zu sein.“

Pläne für den Ruhestand hat Manfred Bretthauer auch schon einige. „Mit meiner Frau habe ich mir vorgenommen, mindestens einmal im Monat irgendwo hin in Deutschland zu fahren, wo wir noch nie waren, denn Deutschland ist so schön. Da gibt es noch so viel zu entdecken“, und dann will er seinen Hobbys frönen: Ski fahren, wandern in seiner zweiten Heimat im Allgäu und auch das fast 4.000 Quadratmeter große Grundstück in Michelau will gepflegt werden. Er will auf seinem Chopper durch die Wetterau cruisen und seinen Porsche-Traktor, Baujahr 1964, pflegen. Zuerst einmal steht noch eine lang geplante Reise an. Im Herbst soll es nach Israel gehen. „Da wollten wir schon lange mal hin.“

veröffentlicht am: 13.03.2019

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