Kreisverwaltung Wetterau

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Regionale Bildungslandschaft Wetterau

Landrat Jan Weckler und Dr. Elisabeth Aram, Leiterin der Transferagentur Hessen, bei der Unterzeichnung der Zielvereinbarung

Lässt sich der künftige Bedarf an Plätzen in Kindertageseinrichtungen, die Entwicklung von Schülerzahlen oder gar Nachfrage und Angebot an Ausbildungsplätzen voraussagen? Welche Bedarfe gibt es im ländlichen Raum in der Erwachsenenbildung und der beruflichen Weiterbildung? Was können Landkreis, Städte und Gemeinden tun, um die Zugänge zu qualitativ hochwertigen Bildungsangeboten zu verbessern und damit Bildungsgleichheit herzustellen?

Der Schlüssel zu diesen Fragen kann in einem strategisch ausgerichteten Bildungsmanagement liegen, das auf Grundlage aussagekräftiger Daten arbeitet und die lokalen und regionalen Entscheidungsträger berät. Der Wetteraukreis wird bei der Gestaltung einer regionalen Bildungslandschaft von der in Offenbach ansässigen Transferagentur Kommunales Bildungsmanagement Hessen fachkundig begleitet. Am vergangenen Donnerstag unterzeichneten Landrat Jan Weckler und Dr. Elisabeth Aram, Leiterin der Transferagentur Hessen, eine Zielvereinbarung und legten damit den Grundstein für den weiteren Weg.

„Als großer Flächenkreis im Spannungsfeld von ländlichem Raum und Metropolregion ist es für den Wetteraukreis eine besondere Verantwortung, die regionale Bildungslandschaft zu gestalten und die vielfältigen Akteure in die Prozesse einzubinden. Angefangen von den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen bis hin zu den Anbietern von Qualifizierungen für den vielfältigen Arbeitsmarkt hier vor Ort“, so Landrat Weckler über die aktuelle Herausforderung. In der gegenwärtigen Wissens- und Informationsgesellschaft sei das lebensbegleitende Lernen zur zentralen Aufgabe für alle geworden. Denn Lernen, also der Erwerb von Wissen, Kompetenzen und Qualifikationen, ist nicht auf den formalen Bereich vor allem von Schule, Ausbildungsbetrieb und Hochschule beschränkt. Lernen findet vielmehr in sämtlichen Lebensphasen statt, angefangen vom frühkindlichen Alter. Und es endet auch nicht mit dem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben, denn die steigende Lebenserwartung rückt ältere Bürgerinnen und Bürgern in das Blickfeld, die sich auf stetig zunehmende Anforderungen einstellen müssen, etwa in den Bereichen Digitalisierung und neue soziale Medien.

Mit dem Aufbau eines Kommunalen Bildungsmanagements in der Kreisverwaltung sollen passgenaue Zugänge zu vielfältigen Angeboten ermöglicht und Bildungsgleichheit hergestellt werden. Die Basis stellen bildungsbezogene Daten, aus denen steuerungsrelevante Informationen gewonnen werden können. „Beispielsweise lassen sich aus Prognosen zu Schulabgängerzahlen in den jeweiligen Schulzweigen Strategien entwickeln, um diese Zielgruppe frühzeitig als künftige Auszubildende für Handwerksbetriebe anzuwerben“, erläutert Antje Heerdt, die als Fachdienstleitung Volkshochschule und Bildung beim Wetteraukreises für die Projekte zuständig ist. Auch könnten Daten zu individueller Mobilität genutzt werden, um die Erreichbarkeit von Bildungsangeboten sicherzustellen.

Die von Landrat Weckler und Dr. Aram unterzeichnete Zielvereinbarung bildet die Grundlage für den Ausbau einer Kooperation, die bereits 2016 aufgenommen wurde. So begleitete die Transferagentur den Wetteraukreis bereits im Programm „Kommunale Koordinierung von Bildungsmaßnahmen für Neuzugewanderte“, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) getragen wird und das im Herbst in die zweite Förderphase eingetreten ist. Als Partner der hessischen Kommunen bietet die Transferagentur regelmäßig Fachtage zu relevanten Themen an, etwa zur Gestaltung regionaler Bildungslandschaften, zum Marketing, zu Netzwerkarbeit oder zur Bildungsberichterstattung.

Als neue Arbeitsfelder sollen im Wetteraukreis künftig das Bildungsmanagement und das Bildungsmonitoring hinzukommen. Dr. Elisabeth Aram erläuterte, dass das Fachpersonal sowie kommunale Entscheider über die Transferagentur in Experten-Netzwerke eingebunden werden und speziell zugeschnittene Fachveranstaltungen sowie bei Bedarf ein Coaching erhalten können. Die Transferagentur Hessen wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Transferinitiative Kommunales Bildungsmanagement gefördert.

„Der Wetteraukreis hat in den zurückliegenden Jahren eine sehr gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Transferagentur begründet. Insbesondere konnte unsere Bildungskoordination für Neuzugewanderte wichtige Impulse für die bildungspolitischen Ziele mitnehmen, die wir hier im Wetteraukreis verfolgen. Es geht darum, für alle Menschen Zugänge zu Lernangeboten, zu Qualifikationen und zu Arbeit zu ermöglichen. Dabei haben wir gleichermaßen diejenigen im Blick, die hierhergezogen sind, als auch diejenigen, die bereits seit längerem in der Wetterau wohnen“, so Landrat Jan Weckler.

veröffentlicht am: 07.11.2018

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