Kreisverwaltung Wetterau

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Schulentwicklungsplan Berufliche Schulen 2019

Foto: pixabay

Kompetenzzentren bilden, Ausbildungsberufe stärker bündeln, die begonnene Fusion der Beruflichen Schulen Büdingen und Nidda abschließen. Dies ist die Zielrichtung des durch Landrat und Schuldezernent Jan Weckler vorlegten Schulentwicklungsplans Berufliche Schulen 2019, den der Kreisausschuss gestern (26. März) behandelt hat. Dem Kreistag wird der vorliegende Plan in seiner Sitzung am 10. April zur Beschlussfassung vorgelegt.

Wichtigste Botschaft des Schulentwicklungsplans 2019 (SEPL): Zum Schuljahr 2020/21 werden die beiden Beruflichen Schulen Nidda und Büdingen zu einer Schule fusionieren. Künftiger Hauptstandort wird Nidda sein, Büdingen wird Nebenstelle. „Mit der Festlegung einer Haupt- und einer Nebenstelle setzen wir um, was das Hessische Kultusministerium bei der Genehmigung des letzten Schulentwicklungsplans dem Wetteraukreis zur Auflage gemacht hatte“, erläutert Landrat Weckler.

Zudem wird es drei Organisationsänderungen geben: Die Ausbildungsgänge Bäcker/innen und Bäckereifachverkäufer/innen werden wegen niedriger Ausbildungszahlen ab dem Schuljahr 2020/21 an einem Standort beschult, an der Johann-Philipp-Reis-Schule in Friedberg.

An der Beruflichen Schulen in Nidda werden die bisherigen drei Schwerpunkte in der zweijährigen Berufsfachschule - Elektrotechnik, Metalltechnik und Fahrzeugtechnik - zu einem Schwerpunkt Mechatronik zusammengefasst.

Berufliche Schulen am Gradierwerk in Bad Nauheim: Die Fachoberschule wird um den Schwerpunkt Ernährung und Hauswirtschaft erweitert, gleichzeitig gibt sie den Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik auf.

Landrat Weckler: Große Herausforderungen

Von den derzeit noch fünf Beruflichen Schulen im Wetteraukreis ist die Berufliche Schule am Gradierwerk in Bad Nauheim das Schwergewicht mit rund 2.000 Schülerinnen und Schülern. Gefolgt von der Johann-Philipp-Reis-Schule in Friedberg mit rund 1.900 Schülerinnen und Schülern. Die Berufliche Schule in Butzbach wird von rund 1.000 Schüler/innen, die beiden Beruflichen Schulen in Büdingen und Nidda zusammen von über 1.500Schülerinnen und Schülern besucht.

„Die Beruflichen Schulen im Wetteraukreis stehen vor großen Herausforderungen“, sagt Landrat und Schuldezernent Jan Weckler. Seit dem Schuljahr 2014/15 sind die Schülerzahlen kreisweit um 700 auf 6.380 im Schuljahr 2018/19 gesunken. „Der Trend, der alle Beruflichen Schulen in Hessen betrifft hält an“, so Weckler, „denn der geburtenschwächste Jahrgang wurde 2013/14 eingeschult und wird erst 2023/24 die Berufsschule erreichen.“

Hoffnungen auf Zuwanderung nicht erfüllt

Auch der Zuzug von Flüchtlingen führte bislang noch nicht zu einem Anstieg von jungen Menschen, die einen dualen Ausbildungsplatz suchen. Vielen Teilnehmern der in den Beruflichen Schulen angebotenen InteA-Kurse (Integration durch Anschluss und Abschluss) ist es auch nach Abschluss dieser Maßnahme, meist wegen nicht ausreichender Deutschkenntnisse, nicht gelungen, eine Ausbildung erfolgreich abzuschließen.

Spezialisierung und zu viele Standorte

Hinzu kommen die Auswirkung der Digitalisierung – Stichwort Industrie 4.0 - und die zunehmende Spezialisierung der Ausbildungsberufe. „Der Trend in Richtung Abitur mit anschließendem Hochschulstudium ist ungebrochen. So registrieren wir für einzelne Berufe teilweise nur sehr geringe Schülerzahlen“, sagt Weckler.

Von 64 Ausbildungsberufen im dualen System, die im Wetteraukreis beschult werden, haben derzeit 51 Berufe mit weniger als 15 Schülern pro Jahrgang keine auskömmlichen Schülerzahlen. Das liegt zum Teil auch daran, dass Berufe mehrfach im Kreisgebiet angeboten werden. Selbst wenn alle Berufe nur einmal im Wetteraukreis angeboten werden würden, hätten immer noch 35 Berufe zu geringe Schülerzahlen.

Gleichzeitig muss berücksichtigt werden, dass die einzelnen Berufsfelder immer differenzierter werden. Gab es früher beispielsweise nur den KFZ-Mechaniker, so gibt es mittlerweile eine Vielzahl von differenzierten Ausbildungsgängen in diesem Bereich, wie beispielsweise Schwerpunkte Nutzfahrzeugtechnik, Personenkraftwagentechnik, KFZ-Servicemechaniker oder Mechatroniker für Landmaschinen- und Baumaschinentechnik.

Ziel des Wetteraukreises als Schulträger ist es, alle fünf Beschulungsstandorte der Beruflichen Schulen zu erhalten, auch um die Attraktivität der Ausbildungsberufe durch eine wohnortnahe Beschulung zu steigern. „Die Beruflichen Schulen im Wetteraukreis leisten einen wesentlichen Beitrag zur beruflichen Qualifizierung und Integration junger Menschen in die Arbeitswelt“, ist Landrat und Schuldezernent Jan Weckler überzeugt.

Ausblick für die weitere Planung

Damit der Wetteraukreis langfristig mit seinen ab dem Schuljahr 2020/21 vier Beruflichen Schulen ein ausgewogenes Bildungsangebot vorhalten kann, müssen folgende Herausforderungen für die Zukunft im Fokus bleiben: Bildung von Kompetenzzentren, zum Beispiel Metall, Elektro, Bau. Außerdem muss immer im Einzelfall geprüft werden, ob Ausbildungsberufe nur noch an einem Standort im Wetteraukreis angeboten werden können. Zudem ist geplant, sich mit den Nachbarschulträgern zur Bildung von schulträgerübergreifenden Klassen bei Berufen mit zu geringer Schülerzahl abzustimmen. Wenn sich die Entstehung neuer Berufe abzeichnet, die in das Bildungsangebot der jeweiligen Schule passen, müssen die Schulleitungen der beruflichen Schulen frühzeitig mit dem Beantragungsprozess beginnen.

Hintergrund zum Schulentwicklungsplan

Das Hessische Schulgesetz verpflichtet die Schulträger zur Aufstellung von Schulentwicklungsplänen. Nach der Zustimmung durch das Kultusministerium sind die Pläne innerhalb von fünf Jahren auf die Zweckmäßigkeit der Schulorganisation hin zu überprüfen und wenn nötig fortzuschreiben.

Aus dem Plan müssen der gegenwärtige und zukünftige Schulbedarf, die Schulstandorte, die Bildungsangebote und der Einzugsbereich ersichtlich sein. Außerdem muss die langfristige Zielplanung beschrieben sein und die Maßnahmen.

veröffentlicht am: 27.03.2019

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