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Solidarische Landwirtschaft SoLaWi Friedberg-Dorheim

Zwei Männer tragen eine Holzkiste mit Gemüse

Gerrit Jansen und Dieter Fitsch mit der Wochenernte für einen Haushalt.

Im Rahmen der GENAU Umweltlotterie erhielt das Öffnet externen Link in neuem FensterSoLaWi-Projekt Wetterau in Friedberg-Dorheim in seiner Startphase eine 5.000 Euro Projektförderung. Hinter der Abkürzung „SoLaWi“ verbirgt sich die Idee einer Solidarischen Landwirtschaft. Das SoLaWi-Projekt ist Modell für Transparenz, Vertrauen und gemeinschaftlich getragene soziale und ökologische Verantwortung, indem Produzenten und Verbraucher einen verbindlichen Zusammenschluss eingehen.

Die Natur ist unser Lebensraum und unser höchstes Gut. Deshalb macht sich die „Gemeinsam für Natur und Umwelt“ – kurz GENAU–Umweltlotterie für die Natur stark und unterstützt mit den Lotterieerlösen Naturschutz- und Umweltprojekte in Hessen. Von der Umweltlotterie profitieren so nicht nur einzelne Gewinner im Glücksspiel, sondern auch zahlreiche Umweltprojekte, wie das von der Arbeitsgemeinschaft Modellregion Ökolandbau Wetterau eingereichte Projekt „Solidarische Landwirtschaft Friedberg-Dorheim“.

In der Solidarischen Landwirtschaft wird eine bäuerliche und ökologische Landwirtschaft gefördert und erhalten, regionale Bio-Lebensmittel werden erzeugt und Mitgliedern ein neuer Erfahrungs- und Bildungsraum ermöglicht. 2016 erhielt das Projekt für diesen wichtigen ökologischen und gesellschaftlichen Ansatz eine 5.000 Euro Förderung durch die Umweltlotterie. Mit der Förderung konnten wichtige Ackerbaugeräte erworben und ein Logo entwickelt werden. Auch wurden Flyer für die Mitgliederanwerbung gedruckt, denn gerade zur Gründungszeit lag der Fokus auf der Neugewinnung von Mitgliedern.

Alexander Sausmikat, stellvertretender Geschäftsführer von LOTTO Hessen, überreichte die Auszeichnungsplakette für geförderte regionale Umweltprojekte der GENAU Umweltlotterie und zeichnete damit die Erfolge der Initiative aus.

Eine Gemeinschaft zwischen Erzeugern und Verbrauchern

Solidarische Landwirtschaft bedeutet, dass Bio-Produzenten und Verbraucher Hand in Hand gehen und das wirtschaftliche Risiko einer Ernte mittragen. Landwirte und Gärtner haben ein festes Einkommen und auch planbare Mittel für Investitionen. Die Mitglieder sind im Gegenzug nah bei der Erzeugung ihrer Lebensmittel, erfahren welcher Kraftakt für den Anbau nach Ökorichtlinien aufgebracht wird und erlangen wieder mehr Bezug zu den Lebensmitteln, die sie in ihrer Küche verarbeiten.

Auf der Grundlage der geschätzten Jahreskosten der landwirtschaftlichen Erzeugung verpflichten sich die Mitglieder, einen festen monatlichen Beitrag zu zahlen, um dem Landwirt zu ermöglichen, sich unabhängig von Marktzwängen einer guten landwirtschaftlichen Praxis zu widmen, den Boden fruchtbar zu erhalten und bedürfnisorientiert zu wirtschaften. Im Gegenzug erhalten die Mitglieder die gesamte Ernte in Form eines wöchentlichen Anteils. Wesentlich ist dabei, dass die Gruppe die Abnahme der Erzeugnisse garantiert und die Ernte sowie alles was notwendig ist, sie zu erzeugen, finanziert. Damit teilen sich alle Mitglieder der Solidarischen Landwirtschaft Verantwortung, Risiko und die Kosten der Ernte.

SoLaWi Friedberg-Dorheim

2016 entstand aus einer Verbraucherinitiative die SoLaWi Wetterau-Dorheim in Friedberg. Auf einer Informationsveranstaltung fanden sich der Landwirt Holger Pabst aus Dorheim und 15 interessierte Verbraucher, die auf der Suche nach einer anderen Wirtschaftsweise waren. Die Initiative startete mit 35 Mitgliedern und ist bis heute auf 90 Anteilseigner angestiegen. Aufgrund der stetig wachsenden Mitgliederzahl wurde 2019 ein Verein gegründet.

Einen Hektar seines Ackerlandes stellt der Landwirt für das Vorhaben zur Verfügung. Hier wachsen bis zu 45 verschiedene Gemüsesorten. Was wann gepflanzt wird, wie bewirtschaftet und wann geerntet wird, das hängt von den Anbauplänen und der Arbeit der angestellten Gärtner ab. Regelmäßig tagt ein Plenum, zu dem der Verein alle Mitglieder einlädt, um gemeinsam mit dem Landwirt und den angestellten Gärtnern die Geschicke der Gemeinschaft solidarisch zu planen und abzustimmen.

Fünf Initiativen im Wetteraukreis

Im Wetteraukreis sind in den vergangenen Jahren Solidarische Landwirtschaftsprojekte in Friedberg, Wallernhausen, Büdingen und Wölfersheim entstanden. Die Mitgliederzahlen variieren zwischen 50 und 100 Anteilseignern je nach SoLaWi. Auf Wunsch werden die Initiativen durch die Modellregion Ökolandbau Wetterau beratend unterstützt. Aktuell befindet sich in Bingenheim eine weitere SolaWi in der Gründungsphase. Interessenten können sich bei Claudia Zohner, Koordinatorin der Modellregion Ökolandbau Wetterau, informieren, Telefon: 06031/83-4217, Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-MailE-Mail.

veröffentlicht am: 02.07.2020

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