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Sozialdezernentin Becker-Bösch: Inklusion ist Vielfalt

Die Teilnehmer der Inklusiven Wanderung auf dem Niddaer Marktplatz. Vorne im Bild: Im Rollstuhl Nico mit seinem Vater Arnold Schnittger.

Zu einem Inklusiven Spaziergang hatten Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch und Niddas Bürgermeister Hans-Peter Seum für den vergangenen Samstag eingeladen.

„Damit wollten wir die Aktion ‚Nicos Farm‘ unterstützen, die von Arnold Schnittger, Nicos Vater, ins Leben gerufen wurde.“ Der Fotograf hat seinen Beruf aufgegeben, um seinen schwerbehinderten Sohn zu pflegen. „Die Leistung von Menschen, die ihre Angehörigen pflegen, kann gar nicht genug gewürdigt werden“, sagt die Wetterauer Sozialdezernentin Becker-Bösch.

Mit bei der Wanderung, die vom Bahnhof Nidda in die Innenstadt und wieder zurückführte, waren Menschen mit und ohne Behinderung, mit und ohne Migrationshintergrund.

„Inklusion ist einfach nur Vielfalt“, sagte Becker-Bösch zur Begrüßung am Niddaer Bahnhof. „Für mich ist es wichtig, dass wir Inklusion leben und nicht nur darüber reden. Mit dieser Aktion, an der so viele verschiedene Menschen teilnehmen, zeigt sich, dass wir in der Wetterau bereits auf einem guten Weg sind und Inklusion als Normalität im Alltag verstanden wird“, so Becker-Bösch. Ein gutes Stichwort für den Bürgermeister, der den barrierefreien Bahnhof als Aushängeschild der Stadt bezeichnete.

In Nidda gibt es eine sehr engagierte Inklusionsgruppe, die mit Unterstützung des Wetteraukreises an einem Projekt für einen barrierefreien Stadtplan arbeitet. Georg Wegner und Adi Jäger, beide langjährige Kommunalpolitiker in Nidda, sind aktive Mitglieder dieser Inklusionsgruppe, die schon eine Vielzahl von Barrieren in der Stadt ausgemacht hat.

„Da kommt viel Arbeit auf die Stadt zu. Das kann nicht alles auf einmal umgesetzt werden. Das muss Zug um Zug realisiert werden.“ Jäger nannte beispielhaft barrierefreie Rampen mit weniger als sechs Prozent Steigung, eine bessere Ausschilderung und barrierefreie Toiletten. Die Absenkung an Bürgersteigen ist ebenfalls für Menschen mit Behinderung.

Sicherlich ein Höhepunkt der Wanderung war für alle Teilnehmer der Niddaer Marktplatz, an dem Bürgermeister Seum die rund 30 Personen umfassende Gruppe zu einem Eis einlud. Anschließend ging es weiter zur Stadtbücherei, wo Arnold Schnittger aus seinem Buch „Ich berühr‘ den Himmel“ las. Schnittger hat in dem Buch seine Erlebnisse niedergeschrieben, die er bei einer Wanderung quer durch Deutschland machte, bei der er seinen behinderten Sohn im Rollstuhl schob.

„Aus Liebe zu meinem Sohn nehme ich das alles auf mich. Die größte Sorge, die ich mit vielen anderen pflegenden Eltern teile, ist die: Was wird aus meinem Kind, wenn ich einmal nicht mehr bin?“ Auch deshalb hat Schnittger den Verein „Nicos Farm“ gegründet mit dem Ziel, eine Einrichtung zu schaffen, in der behinderte Kinder mit ihren Eltern zusammenleben können.

„Ich finde es ungemein wichtig, auf die Probleme pflegender Angehöriger aufmerksam zu machen. Wir müssen noch mehr tun, um Menschen mit Behinderung eine gerechte Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen“, so Sozialdezernentin Becker-Bösch.

veröffentlicht am: 29.05.2017

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