Kreisverwaltung Wetterau

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Verstärkerbusse in der Schülerbeförderung

Vier Männer, davon einer mit dem Rücken zur Kamera, stehen vor einem Reisebuss.

VGO-Geschäftsführer Armin Klein, Landrat Jan Weckler und Stefan Klöppel, Leiter der Geschäftsstelle ZOV-Verkehr, informieren sich beim Busfahrer über den Einsatz der Verstärkerbusse am ersten Schultag nach den Herbstferien.

Die zweiwöchigen Herbstferien sind vorbei, heute beginnt in Hessen wieder die Schule. Daher werden ab heute im Wetteraukreis 16 zusätzliche Busse als Verstärkung im Linienverkehr eingesetzt. Landrat Jan Weckler hat sich heute Morgen in Friedberg ein Bild von der neuen Situation gemacht.

7:45 Uhr am Bahnhof in Friedberg. Wie an jedem Schultag ist schon an der Haltestelle viel los. Schülerinnen und Schüler, aber auch Pendlerinnen und Pendler warten auf den Bus der Linie FB-01, der sie in die Schule oder an den Arbeitsplatz bringt. Weil die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können, gilt in Hessen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) eine Maskenpflicht. Dennoch: Wenn der Bus dann kommt, wird es drinnen eng.

Schon vor einigen Wochen hatte Landrat Jan Weckler diese Situation im Herbst und Winter in Kombination mit steigenden Corona-Infektionszahlen kritisch gesehen und auf eine Veränderung hingewirkt. „Mit den zusätzlichen Bussen können wir bis zu den Osterferien insgesamt 47 Fahrten verstärken und so für eine deutliche Entlastung sorgen“, betont der Landrat. Was mit einem Brief an den Hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir begann, führte zu einem Beschluss des Kreistags, zu einer grundsätzlichen Zusage der Unterstützung durch das Land Hessen und schließlich zu den ab heute zusätzlich eingesetzten Bussen.

Armin Klein, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO), die im Wetteraukreis für den lokalen Linienverkehr zuständig ist, erklärt, dass es sich bei den zusätzlichen Bussen um Linienbusse und Reisebusse handelt. Gerade die Reisebusse stehen bei einigen Unternehmen derzeit häufig auf dem Hof, weil wegen Corona weniger Reisen stattfinden. Für den Einsatz dieser Reisebusse war eine Genehmigung über die Regierungspräsidien notwendig, die zuvor von Seiten des Landes zugesagt wurde.

Eingesetzt werden die Verstärkerbusse auf den besonders belasteten lokalen Linien. Diese wurden anhand der vorherigen Rückmeldungen von den Busunternehmen zur Auslastung der schulrelevanten Fahrten festgelegt. Außerdem wurde geprüft, ob auf derselben Strecke alternative Anbindungen vorhanden sind. Die zusätzlichen Busse tauchen nicht im Fahrplan auf, sondern fahren direkt hinter dem Linienbus die Haltestellen an – Fahrgäste, nicht nur Schülerinnen und Schüler, können in beide Busse einsteigen und sich so besser verteilen.

Gleichzeitig weisen Landrat Jan Weckler und VGO-Geschäftsführer Armin Klein erneut darauf hin, dass auch die Fahrgäste selbst dazu beitragen können, die Situation am Morgen und um die Mittagszeit zu verbessern. Auf vielen Linien fahren nämlich in der Hauptverkehrszeit mehrere Busse in relativ enger Taktung. Viele wollen morgens aber lieber die späteren Busse nehmen und mittags schnell zuhause sein. „Das ist nachvollziehbar, aber in Corona-Zeiten nicht immer die beste Entscheidung. Wir hoffen hier auf die Vernunft der Schülerinnen und Schüler, dass der eine oder andere sich gerade in dieser Ausnahmesituation doch entschließt, morgens einen früheren und mittags einen späteren Bus zu nehmen. Meist reichen die Kapazitäten und es ist mehr eine Frage der Verteilung“, so Landrat Weckler und VGO-Geschäftsführer Klein.

Zurück an den Friedberger Bahnhof: Hinter dem Linienbus der Linie FB-01 kommt ein weiterer Bus, die Busnummer vorne gut sichtbar hinter der Scheibe. Nach kurzem Zögern steigen alle Fahrgäste ein und sind nun gut verteilt auf beide Busse. Landrat Weckler weist besonders darauf hin, „dass nicht nur in den öffentlichen Verkehrsmitteln, sondern jetzt auch an den Haltestellen der Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss.“

Landrat Jan Weckler ist zuversichtlich, dass die zusätzlichen Busse offenbar gut angenommen werden. „Die Fahrgäste können sich so auf zwei Busse aufteilen und müssen nicht ganz so eng beieinander stehen. Wir können mit dem Einsatz der zusätzlichen Busse nicht alle Probleme lösen, im Rahmen unserer Möglichkeiten können wir aber auf den besonders belasteten Linien zu einer spürbaren Entlastung beitragen.“

veröffentlicht am: 19.10.2020

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