Kreisverwaltung Wetterau

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Viel Optimismus zum Jahresbeginn

Henning Scherf umarmt die Kreisspitze und verbreitet eine große Portion Optimismus beim Neujahrsempfang des Wetteraukreises. Von links: Kreisbeigeordneter Matthias Walther, Landrat Jan Weckler, Dr. Henning Scherf, Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch.

Eine gehörige Portion Optimismus hat der frühere Bürgermeister der Hansestadt Bremen, Henning Scherf, beim Neujahrsempfang des Wetteraukreises verbreitet. Die älter werdende Gesellschaft sei keine Bedrohung, sondern eine Chance für uns alle. Dafür müssten wir aber enger zusammenrücken.

Knapp 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Behörden, Verbänden und Vereinen folgten der Einladung von Kreistagsvorsitzendem Armin Häuser und Landrat Jan Weckler zum Neujahrsempfang des Wetteraukreises. Der Landrat erinnerte in seiner Begrüßung daran, dass am gleichen Ort vor wenigen Wochen der Doppelhaushalt des Wetteraukreises beschlossen wurde. Die positive Entwicklung des Kreises sei das Ergebnis langjähriger Anstrengungen um die finanzielle Konsolidierung des Kreises, sie spiegele aber auch die gute wirtschaftliche Situation in unserem Land wider.

Investitionen werden verdreifacht

Weckler kündigte an, dass im Vergleich zu 2017 die Investitionen bis zum Jahre 2020 mehr als verdreifacht werden, von 15 Millionen Euro auf mehr als 50 Millionen Euro im Jahr. Dabei werden rund 70 Prozent in Schulen fließen. Grund dafür sei auch die erhebliche Zunahme der Schülerzahlen, bedingt durch Zuzüge in die Wetterau. Weckler betonte, dass auch Investitionen im ländlichen Bereich wichtig seien. „Wir werden verstärkt Initiativen und Maßnahmen fördern, um das Leben in unseren Dörfern attraktiv zu halten und den Menschen gute Perspektiven bieten.“ Kindergärten, Schulen, Einkaufsläden, Sportvereine vor Ort seien ein Stück Lebensqualität. Weckler dankte den Menschen, die vor Ort aktiv für ihre Dörfer eintreten. „Das ist ein Engagement, das unsere Dörfer lebendig macht. Dafür gilt es Danke zu sagen.“

Dann kündigte der Landrat den Ehrengast und Redner des Abends an. Henning Scherf war zwischen 1995 und 2005 Bürgermeister der Hansestadt Bremen und Präsident des Senats. Er war Mitglied des Präsidiums des Deutschen Evangelischen Kirchentages und Präsident des Deutschen Chorverbandes. Henning Scherf lebt seit 30 Jahren in einer Wohngemeinschaft mit mehreren Generationen. Unter anderem lebt in dem Haus eine Geflüchtete aus Nigeria mit ihren drei minderjährigen Kindern. Thema seiner Rede war die älter werdende Gesellschaft. Dazu hat er mehrere Bücher publiziert und hält Vorträge im ganzen Land.

Seinen Vortrag begann Henning Scherf mit einer Tour d’Horizon durch die internationale Politik. Putin habe er als umgänglichen Menschen kennengelernt, der sich vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Krise in Russland zu einem nationalistischen Herrschaftspolitiker entwickelt habe. Erdogan versuche mit seinen Machtdemonstrationen die Menschen im Land zu beeindrucken, der Entwicklung in Amerika unter Präsident Trump stehe man sprachlos gegenüber und schließlich sei ihm Europa eine Herzensangelegenheit. „Gerade aus dem Brexit sollten wir die Lehren ziehen, auch zur Europawahl zu gehen: Nicht zu Hause bleiben, sondern aktiv das Wahlrecht nutzen.“

Kinder und Alte zusammenbringen

Wir in Deutschland könnten aus den Fehlern um uns herum lernen. Eine älter werdende Gesellschaft sei eine große Herausforderung. „Wir Älteren (Henning Scherf ist im vergangenen Jahr 80 Jahre alt geworden, Anm. die Redaktion) - werden immer mehr. Wir sind die einzige Gruppe, die wächst, aber unsere Altersgruppe ist auch die verlässlichste, etwa, wenn es um Vereins- und Verbandsarbeit geht. Die älter werdende Gesellschaft bietet Chancen für uns alle, dafür müssten wir aber zusammenrücken. Dafür braucht es eine intelligente Dorf- und Stadtentwicklung. Wir brauchen Verdichtung statt Zersiedelung, wir brauchen Strukturen, die Kinder und Alte auf natürliche Weise zusammenbringen. Wir Alten wollen eingebunden werden, auch wenn die Kräfte langsam schwinden.“

Private Initiativen müssten dabei von der kommunalen Politik unterstützt werden. Das werde in Bremen schon seit vier Jahrzehnten gemacht. Mittlerweile gibt es mehr als 250.000 Menschen in der Hansestadt, die ehrenamtlich aktiv sind. Das ist fast jeder zweite Mensch in Bremen. „Mittlerweile fehlen uns nicht die Ehrenamtler, sondern wir suchen sinnvolle Felder, in denen wir ehrenamtliche Arbeit einsetzen können. Was wir brauchen, sind Wohnkonzepte der Zukunft, bei denen die Menschen wieder zusammenrücken.“ Henning Scherf sieht die Zukunft des Landes voller Zuversicht. „Wir haben eine große Zukunft vor uns, eine Zukunft voller Chancen, die müssten wir nur nutzen.“

Das Schlusswort blieb Kreistagsvorsitzendem Armin Häuser vorbehalten, der all jenen Menschen dankte, die zum Gelingen unseres Gemeinwesens beitragen. „Die Zukunft erkennt man nicht, man schafft sie“, zitierte Häuser den polnischen Schriftsteller Stanislaw Brzozowski.

Musikalisch umrahmt wurde der Neujahrsempfang des Wetteraukreises von den Dudelleierpfeifen, die alte Musik auf alten Instrumenten außerordentlich frisch präsentierten. Die Musiker sind ehrenamtlich tätig im Musikinstrumentenmuseum Ortenberg-Lißberg.

veröffentlicht am: 16.01.2019

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