Kreisverwaltung Wetterau

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Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung

Von links: Dr. Axel Sollmann, der Referent des Abends, Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch und die Geschäftsführerin des Landesverbandes Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Viola Krause.

Der Einladung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge und der Wetterauer Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch folgten rund 80 Interessierte, um sich zu den Themen Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung zu informieren.

Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch, die viele Jahre als Fachanwältin für Erbrecht und Familienrecht mit eigener Kanzlei in Butzbach tätig war, betonte die Notwendigkeit, sich regelmäßig zu den Themen Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Betreuungsverfügung zu informieren und sie zu überprüfen. „Unser Leben entwickelt sich täglich weiter, so dass richtige Entscheidungen vor zehn Jahren heute schon durch veränderte Lebensumstände nicht mehr gewollt erscheinen“, so Becker-Bösch, „daher ist eine regelmäßige Prüfung unablässig.“

Die aktuelle Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes mache deutlich, wie wichtig es ist, gerade Patientenverfügungen regelmäßig an die aktuelle Lebens- und Behandlungssituation anzupassen. Dies bestätigte auch der Referent des Abends, Dr. Axel Sollmann, der anhand vieler Beispiele die Themen Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Betreuungsverfügung vorstellte.

„Mit der Vorsorgevollmacht kann man selbst bestimmen, durch wen man sich in Gesundheits- und Vermögensfragen vertreten lassen will, wenn man selbst dazu nicht mehr in der Lage ist. In der Patientenverfügung kann man bestimmen, was Ärzte und medizinisches Personal tun dürfen und was nicht, wenn man selbst seinen Willen nicht mehr äußern kann. Dieser Wille ist für das Behandlungsteam bindend. Seine Missachtung stellt eine strafbare Körperverletzung dar“, betonte der Gießener Jurist.

In der Betreuungsverfügung kann man bestimmen, wer im Betreuungsfall gerichtlich zum Betreuer bestellt werden soll und welche Wünsche er zu respektieren hat. Wichtig ist vor allem, die rechtzeitige Errichtung von Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung sowie den Umfang der Vollmacht festzulegen. Konkret bedeutet dies, dass man genau bezeichnen sollte, für welche Situation eine ärztliche Behandlung abgelehnt werde. Sinnvoll sei es, eine Patientenverfügung mit einer Vorsorgevollmacht zu flankieren, die dem Bevollmächtigten die Entscheidungsgewalt gibt, dem eigenen Willen Geltung zu verschaffen.

veröffentlicht am: 02.10.2017

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