Kreisverwaltung Wetterau

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Weckler im Austausch mit Wetterauer Musikschulleitungen

von links: Ulrich Nagel, Claudia Hölbling, Landrat Jan Weckler, Michael Eberhardt und Marion Adloff.

Landrat Jan Weckler hat dieser Tage die Leitungen der Wetterauer Musikschulen im Kreishaus begrüßen können. Marion Adloff, Leiterin der Musikschule Butzbach, Claudia Hölbling, Leiterin der Musikschule Bad Vilbel und Karben, Ulrich Nagel, Leiter der Musikschule Bad Nauheim, und Michael Eberhardt, Leiter der Friedberger Musikschule, trugen dem Landrat die aktuellen Probleme der Musikschulen vor.

Die Substanz der Musikschulen in Hessen sei gefährdet, vor allem weil es an qualifizierten Lehrkräften fehlt. Das, so Michael Eberhardt, der auch Vorsitzender des Landesverbandes deutscher Musikschulen Hessen ist, liege vor allem an der schlechteren Bezahlung im Vergleich zu Musikschulen in Bayern und Baden-Württemberg, wo die Lehrkräfte an den Musikschulen fast vollständig angestellt sind und nach TVÖD bezahlt werden. In Hessen hingegen bieten Musikschulen nur wenige Festanstellungen und viele Lehrkräfte arbeiten auf Honorarbasis mit der Folge, dass sie selbst bei einer Vollzeitbeschäftigung kaum über ein Einkommen von 2.000 Euro hinauskommen. „Insofern ist die deutliche Anhebung der Zuschüsse, insbesondere durch das Land eine unserer wichtigsten Forderungen“, so Eberhardt. Unter den gegebenen Bedingungen sei es schwierig, weitere Kooperationen mit staatlichen Schulen abzuschließen.

Wetterau bei der Kooperation mit Schulen führend

Landrat Jan Weckler bezeichnete die Musikschulen als wichtigen Faktor im Nachmittagsangebot der ganztägig arbeitenden Schulen: „Ich sehe hier einen gemeinsamen Bildungsauftrag.“ In der Wetterau sind Schulkooperationen weitaus stärker verbreitet als landesweit. In Hessen gibt es derzeit rund 600 solcher Kooperationen. In der Wetterau kooperieren mittlerweile Musikschulen mit 71 Schulen, wobei die Grundschulen besonders stark abgedeckt sind und ein teilweise kostenfreies Musikangebot durch die Musikschulen erhalten.

Perspektivisch, so die Bad Vilbeler Schulleiterin Claudia Hölbling, muss der Musizieruntericht der Musikschulen in das Ganztagsprogramm der Schulen eingebaut werden. Was die Schulkooperationen angeht, spreche man zu allererst die Grundschulen an, weil hier alle Kinder erreicht werden können.

Die Musikschule Büdingen unterhält mit elf Schulen in Büdingen, Gedern, Nidda, Ranstadt, Glauburg und Altenstadt Kooperationen.

Die Musikschule Butzbach hat neben Kooperation mit der Hausbergschule, dem Weidiggymnasium und der Degerfeldschule Kooperationen mit Kindergärten in Pohl-Göns, Hoch-Weisel, Münzenberg sowie dem Evangelischen Gemeindezentrum in Rockenberg und dem Seniorenwohnheim Evergreen in Butzbach.

Die Musikschule Friedberg unterhält Kooperationen mit insgesamt acht Schulen, sechs davon in Friedberg sowie in Echzell und Florstadt.

Die Musikschule Bad Nauheim unterhält sechs Kooperationen mit Schulen im Stadtgebiet und den Ortsteilen von Bad Nauheim.

Die Musikschule Bad Vilbel-Karben unterhält mit insgesamt 34 Schulen und Kindertagesstätten teilweise mehrere Kooperationen.

Wie groß die Nachfrage ist, erläuterte Schulleiterin Hölbling am Beispiel der Kurt-Schumacher-Schule Karben, wo es an den neuen fünften Klassen 65 Anmeldungen für den Bläserklassenunterricht an nicht weniger als zehn verschiedenen Instrumenten gibt.

Der Wetteraukreis unterstützt die wichtige Arbeit der fünf staatlich anerkannten Musikschulen jährlich mit einem Festzuschuss in Höhe von 100.000 Euro. Hinzu kommen jeweils 2.000 Euro Zuschuss für Projekte. Zudem vergibt der Wetteraukreis je ein Stipendium zur Förderung besonders begabter junger Talente.

veröffentlicht am: 27.08.2018

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