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Weckler zu Gast im Friedberger Umsonstladen

Landrat Jan Weckler bei der Besichtigung des Umsonstladens.

Im Juni hatte der Öffnet externen Link in neuem FensterUmsonstladen in der Friedberger Altstadt wieder eröffnet. Auf Einladung des Teams besuchte Landrat Jan Weckler den Laden im Kellergeschoss der Engelsgasse 21.

Dabei konnte sich der Landrat davon überzeugen, dass die Regale gut gefüllt sind. „Und das zum Teil mit sehr hochwertigen Waren“, zeigte sich Weckler beeindruckt. Das Angebot reicht von Haushaltsgegenständen aller Art über Werkzeug, Wohnausstattung, Büromaterial, Kinderspielzeug bis zu CDs. Aber auch Sammlerinnen und Sammler kommen auf ihre Kosten und werden beim Stöbern fündig. Und selbstverständlich lohnt es sich, ein Mitbringsel, ein kleines Geschenk oder eine originelle Verpackung im Umsonstladen zu suchen. „Es gibt nichts, was wir nicht haben“, so Margot Bernd vom Team. Auch Landrat Weckler brachte ein Gastgeschenk zur Ergänzung des umfassenden Angebotes mit.

Nach einem Rundgang durch die verschiedenen, gut und übersichtlich angeordneten Bereiche stellte das ehrenamtliche Team das selbstorganisierte Projekt ausführlich vor. Der Umsonstladen in Friedberg besteht bereits seit drei Jahren, er leiste erfolgreiche Arbeit und werde immer bekannter. „Oberste Maxime ist der Beitrag zur Nachhaltigkeit, gepaart mit dem Ansatz, kritisch das eigene Konsumverständnis und -verhalten zu reflektieren“, erklärt Margot Bernd. Aus diesem Grund gibt es auch keine Zugangsbeschränkungen, der Umsonstladen richtet sich gleichermaßen an alle. Um jedoch bei besonders begehrten Teilen wie Kochgeschirr oder Elektrokleingeräten eine Verteilgerechtigkeit herzustellen, bewähre sich bei der Warenausgabe die sogenannte „Fünf-Teile-Regelung“, das heißt eine Maximalabgabe von fünf Teilen pro Kunde.

Ausführlich wurden die verschiedensten Aufgabenfelder besprochen. Seien es logistische Fragen wie die Organisation der Samstagsausgabe und Mittwochsannahme. Oder besondere Angebote für Personen, die ihre Erstausstattung gezielt ergänzen möchten. Genauso können sich Jugendeinrichtungen, Mütterzentren, Betreuungsschulen und andere Organisationen jederzeit an den Umsonstladen wenden und nach Ergänzungswaren, Spielen, Puzzles oder Büchern suchen.

So kamen neben Fragen zu den Kundenströmen auch solche zur eigenen ehrenamtlichen Personalsituation auf. Die anwesenden Mitglieder stellten sich und ihre Motivation, im Umsonstladen mitzuarbeiten, ausführlich vor. Die Mitarbeit von Migranten sei neben dem Integrationsbeitrag des Teams ein wertvolles und bereicherndes Geschenk für alle. Ebenso stand die eigene Organisation – rechtlich unter dem Dach des Internationalen Zentrums Friedberg (IZF e.V.) – im Fokus. Die Begriffe solidarisch, ökologisch und selbstorganisiert bilden zugleich Selbstverständnis und Basis für demokratische Entscheidungsprozesse in der hierarchiefrei arbeitenden Gruppe.

Angebote in weiteren Wetterauer Kommunen

Landrat Weckler interessierte auch die Entstehungsgeschichte. Hier erinnerte Gründungsmitglied Erika Scheller-Wagner an die Anfänge der Bewegung bis zur konkreten Umsetzung in den früheren Räumen der Bismarckstraße. Mittlerweile gibt es auch in anderen Kommunen wie Büdingen, Echzell, Florstadt oder Bad Nauheim ähnliche Angebote, auch die Vernetzung untereinander funktioniere gut.

Bei all den Themen durfte auch die Finanzstruktur nicht fehlen. Klaus Edzards gab Auskunft zu den Finanzen, die sich aus Spenden und regelmäßigen Patenschaftsgeldern zusammensetzen. Hier informierte das Team über aktuelle Bestrebungen zur soliden Sicherung der monatlichen Mietzahlungen.

Landrat Weckler zeigte sich höchst beeindruckt von dem Projekt und dem Engagement der Beteiligten. „Hier wird ein wichtiger Beitrag für die Gesellschaft geleistet, der für einen nachhaltigen Umgang auch mit Alltagsgegenständen sensibilisiert. Außerdem herrscht im Umsonstladen eine gute Stimmung, die sich auch auf die Kunden überträgt.“ Weckler wünschte dem gesamten Team weiterhin viel Erfolg, vor allem neue Patinnen und Paten, die den Umsonstladen mit ihren Spenden finanziell unterstützen.

veröffentlicht am: 27.08.2018

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