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Wettbewerb soll Wetterauer Mundart bewahren helfen

Die Bleichenbacher Metallbildhauerin Ulrike Obenauer hat die Skulptur des Plattschwätzers geschaffen.

Fünfmal schon fand der Wetterauer Mundartwettbewerb statt. Am 10. Juni werden sich wieder Menschen mit eigenen oder auch fremden Mundartbeiträgen dem Publikum präsentieren. Die Frist, um bei diesem Wettbewerb mitzumachen, läuft Ende März aus.

Vor wenigen Tagen wurde der „Internationale Tag der Muttersprache“ begangen. Die UNESCO hatte ihn im Jahre 2000 zur Bewahrung sprachlicher Traditionen und Kulturen ausgerufen. Rund 6.000 Sprachen gibt es weltweit. Die Hälfte von ihnen ist in ihrem Bestand bedroht, weil sie von immer weniger Menschen gesprochen wird. Auch in Deutschland gibt es immerhin 13 bedrohte Sprachen, etwa Sorbisch, Südjütländisch oder Nordfriesisch, aber auch das Rheinfränkische zählt zu den bedrohten Sprachen. Es wird von Lothringen über Rheinland-Pfalz bis nach Hessen gesprochen. Das Hessische selbst ist keine eigene Sprache, hat aber viele Mundartregionen mit fließenden Übergängen. „Genau diese Mundart wollen wir erhalten, und um das zu tun, gibt es nichts Besseres als Mundart zu sprechen“, wirbt Landrat Joachim Arnold für den Gebrauch der Muttersprache.

Um die Mundart zu erhalten, muss man Mundart sprechen

Gründe, warum Dialekt oder Mundart immer weniger gesprochen wird, gibt es viele. Das Hochdeutsche gilt als Sprache der Bildung. Wer Mundart spricht, gilt bei manchen als ungebildet. Das ist völliger Unsinn, wie Sprachforscher längst herausgefunden haben. „Wer zweisprachig aufwächst, ist gegenüber dem, der nur eine Sprache kennt, eindeutig im Vorteil“, so Landrat Arnold.

Mit der Mundart legt man auch ein Bekenntnis zur Heimat ab. Es ist die Sprache des Herzens, in der man viele Dinge ausdrücken kann, die im Hochdeutschen gar nicht möglich sind. Zudem hat die Mundart einen weiteren Vorteil. Sie ist nicht wie die Hochsprache von Fremdworten überflutet. Hier geht man noch zum Einkaufen in die Stadt und nicht zum Shoppen in die City.

Hier schöpft die Seele ihren Atem

Auch Goethe war ein Freund der Mundart. „Jede Provinz liebt ihren Dialekt, er ist doch eigentlich das Element, in welchem die Seele ihren Atem schöpft“. (Goethe, Dichtung und Wahrheit 6. Buch) Goethe meinte damit, dass es die Muttersprache ist, die uns Heimat und Vertrautheit geben kann.

Wettbewerb in Ockstadt

Der diesjährige Wetterauer Mundartwettbewerb findet statt im Rahmen der 1200-Jahrfeier von Friedberg-Ockstadt. „Ich finde, das passt sehr gut, weil ja gerade eine solche Feier die Verbundenheit mit der Heimat und dem eigenen Herkommen ausdrückt. Mit dem Wetterauer Mundartwettbewerb wollen wir einen Beitrag dazu leisten, unsere Mundart zu erhalten und Menschen zu ermuntern, wieder mehr Mundart zu sprechen“, wirbt Arnold für die Teilnahme am Wetterauer Mundartwettbewerb.

Wer sich an dem Wettbewerb beteiligen möchte, hat bis zum 31. März Zeit, sich zu bewerben. Anders als bei den ersten fünf Wetterauer Mundartwettbewerben dürfen in diesem Jahr nicht nur eigene Wortbeiträge, sondern auch Texte anderer vorgetragen werden. Die Texte sollen eine Länge von zwei bis drei Minuten haben. Sie sollen sowohl in Mundart als auch in Deutsch digital eingereicht werden an Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-MailE-Mail.

Gesangsbeiträge oder Beiträge von Gruppen mit mehr als zwei Personen können nicht gewertet werden. Anmeldeschluss für den sechsten Wetterauer Mundartwettbewerb ist Freitag, der 31. März 2017.

Jury entscheidet

Eine Jury wählt dann aus den Einsendungen die zehn besten Beiträge aus, die sich am Samstag, dem 10. Juni 2017, in Ockstadt dem Publikum stellen. Die besten drei Beiträge werden mit dem Wetterauer Plattschwätzer, einer von der Ortenberger Metallbildhauerin Ulrike Obenauer gefertigten Metallskulptur, ausgezeichnet.

veröffentlicht am: 03.03.2017

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