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Wetterauer Umweltschutzpreis für Reinhold Bläsing

Reinhold Bläsing erhält den Umweltschutzpreis 2019

Für seine Verdienste um Natur und Umwelt wird Reinhold Bläsing aus Büdingen-Wolferborn mit dem Umweltschutzpreis des Wetteraukreises 2019 ausgezeichnet. Das teilt Landrat Jan Weckler nach der Entscheidung des Kreisausschusses mit.

„Reinhold Bläsing, gelernter Landmaschinenschlosser, ist seit mehr als 40 Jahren in der Natur- und Vogelschutzgruppe Wolferborn aktiv. Vor mehr als 30 Jahren hat er bereits auf einem großen Teil seiner im Nebenerwerb bewirtschafteten Äcker mit Unterstützung einer Hochschule dekorative Wildblumen angesät. Damit war er seinerzeit weit voraus und hat viel für die heimische Vogelwelt getan und gleichzeitig dazu beigetragen, die Landschaft um Wolferborn attraktiver, erholsamer und lebenswerter zu gestalten“, begründet Landrat Jan Weckler die Entscheidung der Jury.

Wildblumenflächen schon vor 30 Jahren

Die Wildblumenflächen von Reinhold Bläsing waren damals eine echte Attraktion und wurden von Interessierten zum Teil von weither besucht. Für eine umfassende „Kampagne Wildblumen“, wie sie heute überall durchgeführt wird, war damals die Zeit auch noch nicht reif, und auch die Notwendigkeit war noch nicht so dringlich wie heute.

Die Landwirtschaft im Nebenerwerb hatte Reinhold Bläsing schon vor 25 Jahren aufgegeben. Bis dahin hat er eigene ertragreiche Äcker gegen Flächen ausgetauscht, die aus Sicht der Landwirtschaft eher minderwertig sind. Dafür konnte er hier Feuchtbiotope anlegen, die seltenen Vogelarten wie Wasserläufern, Kiebitzen oder seltenen Zugvögeln sowie Molch- und Froscharten eine Heimat schufen.

Mit Unterstützung des Naturschutzfonds Wetterau wurde in der Gemarkung Wolferborn vor drei Jahren erneut ein Teich angelegt, an dessen Zustandekommen Reinhold Bläsing ebenfalls maßgeblich beteiligt war. Um das Projekt verwirklichen zu können, hatte die örtliche Natur- und Vogelschutzgruppe einen ertragreichen Acker gegen ein nasses Wiesengrundstück eingetauscht, so wie es Reinhold Bläsing vor Jahrzehnten schon vorgemacht hat. Der Erfolg der Arbeit ließ in diesem Fall ebenfalls nicht lange auf sich warten. Heute gibt es in Wolferborn ein fest etabliertes Weißstorchenpaar, mehrere Amphibienarten und sogar den selten gewordenen Laubfrosch. Aktuell ist sogar ein zweites Weißstorchpaar auf der Suche nach einer Bleibe.

Schleiereulen und Turmfalken profitieren von Mäusezucht

Reinhold Bläsing hatte auch von seinem Eigentum viel für den Naturschutz eingebracht. Von seinen etwa zehn Hektar Eigentumsfläche hatte er bereits als Nebenerwerbslandwirt ein Viertel dauerhaft dem Naturschutz zur Verfügung gestellt. Heute hat er mit seinen Pächtern Verträge abgeschlossen, die rigoros den Vorrang von naturverträglicher Bewirtschaftung vorgeben.

Noch heute engagiert sich der 70-Jährige ehrenamtlich und regelmäßig für Ausgleichsflächen. Dazu nutzt er seinen eigenen Maschinenpark. Um ein Schleiereulenpärchen, das Jahrzehnte in der benachbarten Wolferborner Kirche nistete, auch sicher über den Winter zu bekommen, legte Reinhold Bläsing eine Mäusezucht an, aus der er die Winterfütterung für die Schleiereulen bestritt. Reinhold Bläsing hatte die Schleiereulen bei der Fütterung so sehr an seinen Pfiff gewöhnt, dass sie ihm die Mäuse aus dem Handschuh griffen. Aktuell gibt es keinen Schleiereulenbesatz in der Kirche, aber eine Turmfalkenbrut am Wohnhaus, die ebenfalls von der Mäusezucht profitiert.

Landrat Weckler: Engagement nicht selbstverständlich

„Naturschutz wird überall da, wo er funktioniert, als selbstverständlich hingenommen. Dabei ist solch ein Engagement alles andere als selbstverständlich. Die Erhaltung und Verbesserung der Lebensräume geschieht weitgehend im Stillen und die Akteure sind meist so bescheidene Menschen wie Reinhold Bläsing, der sich nicht in die Öffentlichkeit drängt“, würdigt Landrat Jan Weckler das jahrzehntelange Engagement von Reinhold Bläsing.

Der mit 2.000 Euro dotierte Umweltschutzpreis des Wetteraukreises soll im November im Plenarsaal des Friedberger Kreishauses verliehen werden.

Belobigung für Naturschutzjugendgruppe in Bingenheim

Die Naturschutzjugend Bingenheim wird für ihre Kinder- und Jugendarbeit mit einer Belobigung geehrt. Die Gruppe umfasst Kinder und Jugendliche im Alter von sieben bis 16 Jahren, dazu eine Zwergengruppe, im Alter von fünf bis sieben Jahren, die sich 14-tägig unter der fachkundigen Leitung von Franziska Frieß, Hans-Martin Seisler und Ole Seisler treffen.

Dabei geht es darum, „Sehen“ zu lernen, den Kindern die Augen zu öffnen für die Natur, nach rechts und links zu schauen, um das Besondere zu finden: einen Pilz, einen Käfer, einen Vogel, der seine Jungen füttert oder ein schön gewachsenes Stück Holz. Es geht aber auch um die Fähigkeit, das Geschehene zu beschreiben und anschließend in den Büchern zu finden, also zu bestimmen. Oder aber auch Müll in der Natur zu finden, einzusammeln und ordentlich zu entsorgen.

„Die Arbeit der Naturschutzjugend Bingenheim ist vorbildlich und verdient diese Belobigung in ganz besonderem Maße“, so Landrat Jan Weckler.

veröffentlicht am: 15.08.2019

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