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Pferd: alt, aber nicht vernachlässigt

Die Haltung eines über 30 Jahre alten Pferdes wurde über Monate hinweg immer wieder wegen angeblicher Vernachlässigung angezeigt. Außerdem wurde die Pferdehaltung in den örtlichen Zeitungen teilweise unsachlich thematisiert. Die Anzeigen verliefen lautstark und meist äußerst aggressiv. Dabei handelte es sich bei diesem Pferd um eine hoch im Blut stehende Warmblutstute, die aufgrund von altersbedingten Stoffwechselstörungen Gewicht und Muskulatur abgebaut hatte. Das Tier nahm  wegen dieser Erkrankung einfach nicht zu, obwohl es dreimal täglich Kraftfutter erhielt und auf der Weide gehalten wurde.

Dieses Phänomen tritt bei alten Pferden häufig auf und ist in der Veterinärmedizin hinreichend bekannt. Trotz zahlreicher und geduldiger fachlichen Erklärungen wurden die Anzeigen aus der Bevölkerung zunehmend bedrohlicher. Das Pferd wurde engmaschig vom Veterinäramt und dem betreuenden Tierarzt kontrolliert und therapiert. Die Stute zeigte trotz ihres schlechten Ernährungszustands stets Lebensfreude. Sie nahm am Herdenleben teil, trabte über die Koppel und fraß Gras. Trotz massiven Drucks seitens der Anzeiger gab es deshalb aus Sicht des Veterinäramtes keinen Grund, das Pferd einzuschläfern. 

Während eines Gewitters erlitt die Stute jedoch eine Kolik, woraufhin die Besitzerin sofort den Tierarzt informierte. Nach erfolgloser Behandlung wurde die Stute dann doch eingeschläfert. Selbst der tragische Tod des Pferdes wurde noch zum Anlass genommen durch diverse Leserbriefe und Anzeigen den Sachverhalt zu verfälschen und die fachliche Kompetenz der Behörde und des Tierarztes anzugreifen und in Frage zu stellen.

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