Kreisverwaltung

claim

Schweinetransporter auf der A 45 verünglückt

Das Thema „Tiertransporte“ ist 2014 untrennbar mit einem schweren Unfall eines Schweinetransporters auf der A 45 verknüpft. An einem späten Nachmittag im September wurde über Notruf mitgeteilt, dass auf der A 45 kurz nach der Auffahrt Wölfersheim ein LKW mit Schweinen verunglückt sei.

Es stellte sich heraus, dass ein Vorderreifen geplatzt war und dadurch umgekippt war. Beladen war er mit 193 Scheinen, die von Niedersachsen nach Italien gebracht werden sollten. Dr. Rudolf Müller und seine Mitarbeiter waren unverzüglich vor Ort. Zeitgleich wurden zwei Wölfersheimer Metzger telefonisch verständigt und gebeten, mit Viehanhängern und Bolzenschussapparaten zur Unfallstelle zu kommen.

Dort bot sich ein Bild des Grauens: Der dreistöckige Transporter lag auf der Seite und war zum Teil von den Leitplanken des Mittelstreifens aufgespießt. Die Polizei hatte bereits einige freilaufende Schweine wegen Verkehrsgefährdung erschossen. Im Mittelstreifen und am Randstreifen hatten sich unter Schock stehende und verletzte Schweine im Gebüsch verkrochen.

Die schwerverletzten Tiere mussten dort tierschutzgerecht betäubt und entblutet werden. Die unverletzten Schweine wurden mit Hilfe der Feuerwehr in eine provisorische Absperrung aus Feuerwehrleitern getrieben und dort getränkt. Anschließend wurden die im Fahrzeug eingeschlossenen Schweine mit schwerem Gerät befreit und abteilweise in Viehhänger umgeladen bzw. in eine weitere inzwischen von der Feuerwehr aufgebaute Umzäunung umgetrieben.

Die Schweine im Transporter litten große Qualen, da sie aufgrund der Seitenlage teilweise in drei bis vier Schichten übereinander lagen und von der eingespießten Leitplanke verletzt oder eingeklemmt waren. Dementsprechend gestaltete sich die Arbeit für die Feuerwehr mit Schneidegerät und für die Metzger mit dem Bolzenschussapparat sehr schwierig. Unter amtstierärztlicher Aufsicht und mit tatkräftiger Unterstützung durch die beiden Tiergesundheitsaufseher wurde entschieden, welche Schweine zuerst notgetötet werden mussten und welche über die Toten hinweg noch lebend herausgezogen werden konnten.

Insgesamt wurden 112 überlebende Mastschweine mit Unterstützung eines Dorn-Assenheimer Viehhändlers verladen, zu einer nahe gelegenen Schafhalle eines Wölfersheimer Landwirtes gebracht, dort eingestallt und mit Futter und Wasser versorgt. 

Unter Aufsicht von Dr. Rudolf Müller und Dr. Veronika Ibrahim konnte alle überlebenden Schweine am Abend des nächsten Tag verladen werden. Die Tiere durften jedoch aus tierschutzrechtlichen Gründen nicht weiter nach Italien gebracht werden, sondern sie wurden an den Schlachthof nach Mannheim transportiert.

Zwischenzeitlich hatte die so genannte Tierrechtsorganisation PETA bei der Staatsanwaltschaft Gießen Anzeige gegen den Transporteur wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gestellt. Aus tierschutzrechtlicher Sicht (Ladedichte, Wasserversorgung, Zulassung, Sachkunde) war der Transport jedoch nicht zu beanstanden. Für die Staatsanwaltschaft wurde eine entsprechende amtstierärztliche Stellungnahme erstellt.

 

Dieser besondere Fall zeigt deutlich die wichtige Zusammenarbeit zwischen den Behörden, Metzgern, Landwirten, Viehhändlern sowie Polizei und Feuerwehr. Daher sei an dieser Stelle noch einmal allen beteiligten Helfern herzlich gedankt.

Wetteraukreis

Der Kreisausschuss

Europaplatz 61169 Friedberg
Telefon 06031 83 0