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Verlassene Kaninchen

Ein Kaninchen zwischen Müll in einer Wohnung. Das Tier wurde beschlagnahmt.

Ein Tierhalteverbot wurde gegen eine junge Frau ausgesprochen. Das Ordnungsamt hatte auf eine Tierhalterin hingewiesen. Sie habe ihre Wohnung und das sich darin befindende Kaninchen zurückgelassen, hieß es. Zuvor waren bereits durch das Ordnungsamt und die Polizei zwei Hunde aus dem Haus geholt worden. Diese Tiere befanden sich frei im Hausflur vor der Wohnung.

Nachdem jegliche Versuche der Kontaktaufnahme zur Mieterin erfolglos blieben und sie auch auf mehrfaches Klopfen, Klingeln und Rufen nicht reagierte, ließ das Veterinäramt die Tür durch einen Schlüsseldienst öffnen. Als die Mitarbeiter des Veterinäramtes die Wohnung betraten, fanden sie die Tierhalterin weinend im Flur. Auf die Frage, warum sie nicht geöffnet oder sich zumindest bemerkbar gemacht habe, fand die junge Frau keine Antwort. Auch den Zustand der Wohnung und des Kaninchens konnte sie nicht erklären.

Die Wohnung war stark mit Kot verunreinigt. Kleidung und Alltagsgegenstände lagen zahlreich umher. Mitten in dem Unrat von alten Plastikflaschen und Müll befand sich ein Kaninchen. Es war abgemagert und verschmutzt. Seine Krallen waren viel zu lang gewachsen. Das Tier wurde beschlagnahmt. Der zur Betreuung der jungen Frau gerufene Krankenwagen brachte sie zur Abklärung des physischen und psychischen Zustandes ins Krankenhaus.

Ein anderer Kaninchenhalter ließ seine drei Kaninchen bei einem Umzug unversorgt zurück, um sich ihrer zu entledigen. Er nahm hierbei den möglichen Tod der Tiere billigend in Kauf. Den Tieren stand weder Wasser noch Futter zur Verfügung. Die Kaninchen wurden daher beschlagnahmt und zur pfleglichen Unterbringung in ein Tierheim verbracht. Es erging ein Bußgeldbescheid, der als Nebenfolge die Einziehung der Tiere festsetzte.

In einem anderen Fall erhielt das Veterinäramt einen Anruf der Polizei. Eine Polizeistreife hatte drei Kaninchen aus einer Kleintierzuchtanlage beschlagnahmt . Nach Angabe der Polizisten vor Ort seien die Tiere massiv unterversorgt. Ein Kaninchen war bereits verendet und die anderen befänden sich in schlechtem Zustand. Die Tiere befanden sich zum Zeitpunkt des Anrufes bereits im Streifenwagen auf dem Rückweg zur Polizeidienststelle.

Da die Polizei beim ortsansässigen Tierheim niemanden erreichen konnte, wurde um eine alternative Unterbringungsmöglichkeit ersucht. Nach mehreren Telefonaten konnte schließlich der das Tierheim betreuende Tierarzt erreicht werden. Nach der Untersuchung der Kaninchen gegen 23 Uhr ermöglichte der Kollege die vorübergehende Unterbringung der Tiere. Die Untersuchung ergab bei den drei lebenden Kaninchen jeweils einen ausreichend guten Ernährungszustand. Der Pflegezustand der Kaninchen war ebenfalls nicht zu beanstanden. Eines der Tiere zeigte jedoch eine Lähmung der Hinterhand, eine für Kaninchen typische degenerative Nervenerkrankung ohne Heilungsaussicht. Dieses Tier wurde eingeschläfert. Das bereits verendete Tier wurde zur Abklärung der Todesursache an die Veterinärpathologie des Landesbetriebes Hessisches Landeslabor (LHL) in Gießen gebracht. Die zwei Kaninchen wurden im Tierheim pfleglich untergebracht. Gegen den Tierhalter wurde ein Bußgeldverfahren eingeleitet.

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