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Verwaltung stellt sich vor

Architekt - Arbeit im Fachdienst Bauordnung

Zu den Aufgaben von Achim Kalinski gehört nicht nur die Prüfung von Neubauten, auch Bestandsgebäude werden regelmäßig überprüft.

Von der Garage bis zum Kombibad. Über den Schreibtisch von Achim Kalinski sind schon viele Bauprojekte gegangen. Als Mitarbeiter der Bauaufsicht prüft er Bauanträge, bewertet Baupläne und muss dabei eine ganze Menge an Richtlinien, Gesetzen und Verordnungen berücksichtigen. Nur wenn die Bauherren und Architekten alles richtig geplant haben, dürfen sie das Gebäude auch errichten. Großbauten werden zudem alle fünf Jahre auf bauliche Mängel geprüft.

Wer im Fachdienst Bauordnung arbeitet, muss ein guter Zuhörer sein. Nicht immer ist sofort klar, was die Bauherren oder Architekten wollen, nicht jedes Projekt ist wie gewünscht umsetzbar. „Wir versuchen immer eine rechtlich einwandfreie Lösung zu finden“, stellt Kalinski fest.

Jeder Bau ist anders, jeder kann nicht alles wissen. Bei schwierigen Fragen tauschen sich die Kollegen deshalb untereinander aus und unterstützen sich gegenseitig.

Achim Kalinski hat sich vom Hauptschüler, über eine Ausbildung zum Bauzeichner zum Architekten weiterqualifiziert. „Nach der Ausbildung wurde ich zunächst nicht übernommen und bin für vier Jahre zur Bundeswehr gegangen. Anschließend habe ich für einige Jahre als Bauzeichner gearbeitet. Nach einer Phase der Arbeitslosigkeit habe ich mich entschieden, auf der Fachhochschule Architektur zu studieren“.

Aber auch danach hört das Lernen nicht auf, im Baurecht kommt es immer wieder zur Änderung von Gesetzen und Verordnungen, eine regelmäßige Weiterbildung ist deshalb unerlässlich.

Nach dem Studium arbeitete Kalinski zunächst in zwei Architekturbüros. Die Arbeit wurde ihm allerdings zu eintönig. Seit einigen Jahren arbeitet er nun beim Wetteraukreis. Freude macht ihm seine Arbeit noch immer.

Seine täglichen Aufgaben sind vielfältig. Wenn Bauherren oder Architekten ihre Pläne einreichen, überprüft er diese zunächst auf Vollständigkeit. Manche Teilpläne müssen sofort eingereicht, andere können auch zu einem späteren Zeitraum nachgereicht werden. Einige Mängel werden schon bei dieser ersten Prüfung entdeckt. Stimmt beispielsweise die Bemaßung der Pläne nicht, oder sind Bauten auf den Plänen so eingezeichnet, dass sie sich gar nicht realisieren lassen, schreitet Kalinski ein.

Häufig müssen bei einer Planung auch noch andere Behörden einbezogen werden. Auch deren Bewertung müssen beim Bauamt eingereicht werden.

Bestehen Mängel in der Planung, notiert Kalinski diese und gibt sie an die Planer zurück. Erst wenn alle Mängel beseitig sind, darf das Gebäude gebaut werden. Der Baubeginn, der Abschluss des Rohbaus und die Fertigstellung des Gebäudes müssen dem Bauamt angezeigt werden.

Als besondere Herausforderung hat Achim Kalinski das Thema Barrierefreiheit erlebt. Für ein Projekt musste er dazu viel recherchieren und sich „richtig reinfuchsen“. Barrierefreiheit bedeutet viel mehr, als bloß eine rollstuhlgerechte Umgebung. Auch die Bedürfnisse von Menschen mit Seh- und Hörbehinderung sind hier zu berücksichtigen.

Neben der Arbeit am Schreibtisch sind die Mitarbeiter des Fachdienstes Bauordnung auch viel im Außendienst unterwegs. Nicht nur während der Bauphase, sondern auch später noch, prüfen sie, ob alle Vorschriften eingehalten werden. Großbauten werden alle fünf Jahre geprüft. Existieren Baumängel oder Mängel im Brandschutz, müssen diese beseitigt werden, in seltenen Fällen wird die Nutzung bis zur Behebung der Mängel untersagt.

Als Ausgleich ist Achim Kalinski häufig im Fitnessstudio oder seinem eigenen Garten anzutreffen. Als eher ungewöhnlich bezeichnet er seine beiden Grabpatenschaften auf einem Friedhof in Frankfurt. Die unter Denkmalschutz stehenden Gräber pflegt er einmal in der Woche. Auf diese Idee kam er, als er jeden Tag auf dem Weg zur Fachhochschule am Friedhof vorbeikam. Als dann Paten zur Pflege der Gräber gesucht wurden, hat er sich engagiert.

Außerdem engagiert er sich in den Fördervereinen des Freilichtmuseums in Detmold, seiner alten Heimat, und dem des Hessenparks.

veröffentlicht am: 25.03.2019

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